Friedemann Schrenk

Friedemann Schrenk (* 1956 in Stuttgart) ist ein deutscher Paläoanthropologe. Am 11. August 1991 fand einer seiner Helfer in Uraha, einem kleinen Dorf in Malawi, den Unterkiefer UR 501 eines mehr als 2 Millionen Jahre alten Hominiden, der daher als Homo rudolfensis eingeordnet wurde und der älteste Vertreter der Gattung Homo ist - eine halbe Million Jahre älter als das Fragment, das Richard Leakey 1972 am Turkana See gefunden hatte.

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Werdegang

Seit 2000 leitet Friedemann Schrenk am Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main, dem auch das Senckenberg-Museum angegliedert ist, die Sektion Paläoanthropologie & Quartärpaläontologie und ist als Professor für Paläobiologie der Wirbeltiere an der Johann Wolfgang Goethe-Universität tätig.

Arbeitsschwerpunkte

Palaeoanthropologie, Biogeographie und Evolutionsökologie des Plio-Pleistozäns Afrikas (mit Geländearbeiten in Malawi, Tansania & Kenya), Evolutions- und Funktionsmorphologie der Säugetiere, Vergleichende Konstruktionsmorphologie von Hartgeweben.

Friedemann Schrenk besitzt die einzige Grabungslizenz in der Wiege der Menschheit, in Ostafrika. Im Nord-Süd-Korridor, heute vor allem in Malawi und Tansania, sind seine Projekte seit langem etabliert und erfolgreich. Seine bedeutendsten Funde sind ein bezahnter Unterkiefer (UR 501) von Homo rudolfensis sowie ein Oberkiefer-Fragment mit erhaltenen ersten beiden Backenzähnen des Australopithecinen Paranthropus boisei (RC 911).

Im Norden Malawis, in Karonga, ist aufgrund seiner Initiative und mit Unterstützung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Uraha-Stiftung ein Kultur- und Museumszentrum gegründet worden, das u.a. seine Vormenschenfunde beherbergen soll. Es soll ferner der lokalen Bevölkerung vermitteln, dass der Mensch sich in Afrika entwickelt hat - dies ist den meisten Afrikanern heute noch nicht bewusst.

Friedemann Schrenk ist Mitglied der Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung der DFG, Mitglied des Fachkollegiums Geologie-Paläontologie der DFG, Vorsitzender des Vorstands der Uraha Foundation Germany und Mitglied des Board of Trustees der Uraha Foundation Malawi.

1999 erhielt er den Grüter-Preis für Wissenschaftspublizistik des deutschen Stifterverbandes und bereits 1997 den Forschungspreis des Collège de France, Paris.

Werke

Weblinks

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Personendaten
Schrenk, Friedemann
deutscher Paläoanthropologe
1956
Stuttgart

See also: Friedemann Schrenk, 1956, Anatomie, Anthropologie, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Dissertation, Frankfurt am Main, Geologie, Habilitation