Friedhof

thumb|150px|Nürnberg, Dürergrab auf dem Johannisfriedhof von Osten - Im Hintergrund der Chor der Kirche St. Johannis.

Ein Friedhof (auch Begräbnisplatz, Gottesacker oder Kirchhof) ist ein üblicherweise umfriedeter Ort (daher der Name), wo Verstorbene bestattet werden. Friedhöfe wurden früher ausschließlich für Menschen eingerichtet, seit einigen Jahren werden allerdings auch Friedhöfe für Tiere, zum Beispiel Hunde, Katzen und Pferde eingerichtet. Deutschland ist eines von wenigen Ländern, in dem Menschen und deren Asche nur auf Friedhöfen beigesetzt werden dürfen. Man nennt dies Friedhofszwang.

Hier werden Begräbniszeremonien abgehalten, mit Riten und Praktiken, die sich je nach Kultur und Religion voneinander unterscheiden. Auf dem Gelände sind oft Kirchen, Totenhallen oder Krematorien zur Verbrennung der Toten errichtet.

Friedhöfe sind üblicherweise Orte der Ruhe, des Friedens und des Respekt für die Verstorbenen. Städtische Friedhöfe stellen landschaftlich einen großen Kontrast zu ihrem Umfeld dar und sind neben Parkanlagen und Alleen die grünen Lungen der Städte. Die Störung der Totenruhe, auch Grabschändung genannt, wird weltweit als Straftatbestand geahndet.

Schon in der Steinzeit gingen die Menschen dazu über, ihre Toten zu begraben. Mit der Sesshaftwerdung des Menschen entstanden dann von Familien genutzte separate Familienbegräbnisplätze. Dies konnten auch Orte mit hoher symbolischer Bedeutung sein, zum Beispiel die Megalithgräber in Sardinien oder die ägyptischen Pyramiden.

Nomadenvölker sorgten schon in sehr früher Zeit für ein Familiengrab und verscharrten ihre Toten nicht irgendwo, wie die Geschichte von Abrahams Grab Machpela in 1. Mose 23 [[1]] zeigt.

Die durch Gründung von Städten und Dörfern entstandene Raumnot wurde in verschiedenen Kulturen unterschiedlich bewältigt. In christlich geprägten Zivilisationen glaubte man, dass die durch Gebeine von Heiligen und Reliquien geweihten Kirchen und deren Umgebung die beste Ruhe für die Verstorbenen darstellten. Deswegen entstanden die gemeinschaftlich genutzten Bestattungsplätze an diesen Orten. Christliche Friedhöfe werden geweiht.

Aktuelle Probleme deutscher Friedhofsverwaltungen

thumb|150px|Der Friedhof Green Wood,Brooklyn, New York Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts sehen sich die deutschen Friedhofsverwaltungen (i.d.R. die Kommunen, auch Kirchengemeinden) zunehmenden Problemen ausgesetzt, die sich aus einer ständig zurückgehenden Auslastung der Friedhöfe ergeben. Die Probleme bestehen in einer sich stetig verschärfenden Unterdeckung der für die Friedhofspflege aufzubringenden Kosten, bedingt durch eine ständige Verringerung der erzielten Einnahmen aus dem Bestattungsbetrieb. Die Gründe für diese Tendenz sind folgende:

In Berlin-Neukölln etwa ging die jährliche Zahl der Beerdigungen zwischen den 1970er Jahren und 2004 von ca. 3000 auf nur noch 323 zurück. In Neukölln war im Jahr 2004 bereits rund die Hälfte der verfügbaren Friedhofsfläche ungenutzt. Ein derartiger Rückgang der genutzten Fläche wird bundesweit für alle deutschen Großstädte für die Jahre 2010 bis 2020 prognostiziert.

Siehe auch

Bilder

thumb|150px|Ein Friedhof im ländlichen Spanien mit Marmorgrabsteinen. thumb|145px|Friedhof mit Holzkreuzen in Bayern 160px|thumb|Jüdischer Friedhof in Floss (Oberpfalz)
150px|thumb|Alter jüdischer Friedhof, Prag 150px|thumb|Friedhof in Südafrika, Maletswai

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See also: Friedhof, Abraham, Allee, Beinhaus, Bestattung, Bestattungsverfügung, Christentum, Ehrengrab, Familie (Soziologie), Feuerbestattung