Friedrich Fürstenberg

Friedrich Fürstenberg (* 1930 in Berlin) war und ist ein vielfältig wirkender deutscher Soziologe, der besonders im Bereich der Industrie-, Arbeits- und Religionssoziologie hervor getreten ist.

Inhaltsverzeichnis

Berufsleben

Der Diplom-Volkswirt promovierte 1953 an der Universität Tübingen zum Dr. rer. pol. Er hielt sich 1953-1957 zu Forschungszwecken in den USA, Großbritannien und Frankreich auf. 1959 wurde er Leiter der Abteilung "Ausbildung" der Daimler-Benz AG, 1961 Geschäftsführer des "Forschungsinstituts für Genossenschaftswesen" an der Universität Erlangen. 1962 habilitierte er sich dort. Er folgte den Rufen 1963 als Professor für Soziologie an die Bergakademie, heute Technische Universität Clausthal, 1966 an die Johannes-Kepler-Universität Linz in Österreich, 1981 an die Ruhr-Universität Bochum, sodann 1986 an die Universität Bonn, wo er 1995 emeritiert wurde.

Er nahm zahlreiche Gastprofessuren wahr, so an der University of Liverpool, der Gesamthochschule Siegen, der Macquarie University in Australien, der Keio-Universität in Tokio, der Universität Sofia (Bulgarien), dem Colegio de Puebla in Mexiko, der Technischen Universität Tsinghua in Beijing (Peking), China, der Technischen Universität Wien und der Universität Salzburg.

Sein Wirken wurde vielfach gewürdigt. Er wurde 1964-1967 zum Vorsitzenden des Sektion Religionssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gewählt, 1967-1969 zum Vorsitzenden der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft, 1983-1986 zum Präsidenten der International Industrial Relations Association und 1988-1998 zum Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft sozialwissenschaftlicher Institute. 1991 verlieh ihm die Soka-Universität Tokio die Ehrendoktorwürde.

Arbeitsfelder

Friedrich Fürstenberg hat zahlreiche empirische Forschungsprojekte durchgeführt, so zur sozialen Lage der Chemiearbeiter, zur Anwendung des Betriebsverfassungsgesetzes, zum Robotereinsatz in der Autoindustrie, zu Management-Strukturen in der japanischen Großindustrie, zu "Transformations"-Prozessen in polnischen und bulgarischen Betrieben nach 1990, sowie zum Zusammenhang von Bildung und Beschäftigung in Japan.

Publikationen

Zu nennen sind u.a.:

Monographien

Herausgaben

Gar nicht zu überschätzen für die Nachkriegs-Soziologie der Bundesrepublik Deutschland war seine 1959-1977 mit Heinz Maus herausgegebene, wissenschaftlich hochrangige und breit gefächerte Buchreihe Soziologische Texte.

See also: Friedrich Fürstenberg, 1930, Arbeit (Soziologie), Arbeiter, Arbeitssoziologie, Arbeitswissenschaft, Australien, Berlin, Beruf, Betriebsverfassungsgesetz