Friedrich I. (Brandenburg)

Friedrich I. (* 21. September 1371 in Nürnberg; † 20. September 1440 auf der Cadolzburg bei Nürnberg; seit 1397 als Friedrich VI. zunächst Burggraf von Nürnberg, seit 1415 gleichzeitig Kurfürst von Brandenburg, zeitweise auch Markgraf von Brandenburg-Ansbach sowie Brandenburg-Kulmbach.

Er trat früh in österreichische Dienste und kämpfte an der Seite des ungarischen Königs Sigismund. Nach der Rückkehr teilte er mit seinem Bruder Johann das Erbe: dieser erhielt Bayreuth, Friedrich behielt Ansbach. Zunächst versuchte er in den Reichswirren zwischen König Wenzel von Böhmen und der Partei Ruprechts von der Pfalz zu vermitteln, schlug sich im September 1399 jedoch auf die Seite Ruprechts.

Friedrich heiratete am 18. September 1401 Elisabeth, die Tochter des Herzogs Friedrich von Bayern-Landshut. Doch gab er seine Führung in Ansbach 1409 nach schweren Fehden auf und trat in die Dienste des Königs Sigismund von Ungarn. Als Vertreter der brandenburgischen Kurstimme nahm er am 20. September 1410 an der Wahl in Frankfurt am Main teil und half Sigismund bei der Wahl zum Römischen Kaiser. Zum Dank machte ihn König Sigismund zum Obersten Hauptmann und Verwalter der Marken (1411). Mit eiserner Hand kämpfte Friedrich gegen den rebellischen Adel der Mark Brandenburg (insbesondere die Quitzows) und konnte schließlich die Sicherheit wieder herstellen.

Auf dem Konzil zu Konstanz 30. April 1415 machte ihn König Sigismund zum Markgrafen und Kurfürsten. Am 21. Oktober 1415 huldigten ihm die brandenburgischen Stände auf einen Landtag zu Berlin. Die förmliche Belehnung mit der Kurmark und die Verleihung der Würde des Erzkämmerers vollzog der König am 18. April 1417. Friedrich war mit dem gewaltsamen Vorgehen Sigismunds gegen die Hussiten nicht einverstanden, das Verhältnis beider kühlte sich ab. Aber auch die ständigen Fehden und Reibereien in der Mark Brandenburg setzten Friedrich zu, so dass er 1425 sich auf seine Cadolzburg zurückzog und die Regentschaft über die Mark seinem Sohn Johann übertrug (Friedrich blieb aber Kurfürst!). Seit 1427 organisierte er den Reichskrieg gegen die Hussiten und wirkte anlässlich des Konzils von Basel wesentlich bei der Vermittlung durch die Prager Kompaktaten mit (30. November 1433).

Seit 1437 lebte er zurückgezogen auf seiner Burg. Am 20. September 1440 starb er einen Tag vor seinem 69. Geburtstag auf der Cadolzburg bei Nürnberg.

Quellen:

Siehe auch: Hohenzollern, Geschichte der Stadt Nürnberg

Personendaten
Friedrich I.
Friedrich VI. (als Burggraf von Nürnberg)
Kurfürst von Brandenburg, Burggraf von Nürnberg, Markgraf von Brandenburg-Ansbach, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach
21. September 1371
Nürnberg
20. September 1440
auf der Cadolzburg bei Nürnberg

See also: Friedrich I. (Brandenburg), 1371, 1397, 1398, 1401, 1409, 1410, 1411