Friedrich List

Friedrich List (* 6. August 1789 in Reutlingen; † 30. November 1846 in Kufstein) war ein deutscher Nationalökonom. Er gilt als Hauptvertreter der romantischen Schule der Ökonomie und Vorkämpfer für den deutschen Zollverein und das Eisenbahnwesen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

thumb|left|Friedrich List Friedrich List war Professor für Staatswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er sah die Industrialisierung eines Landes als Initialzündung eines selbstverstärkenden Prozesses und befürwortete Schutzzoll (Schutzzölle) um die industrielle Erziehung des Landes ("Erziehungszoll) voranzutreiben.

Als Abgeordneter im Landtag von Württemberg setzte er sich für Demokratie und Freihandel ein. In seiner "Reutlinger "Petition" vom Januar 1821 übte er deutliche Kritik an der herrschenden Wirtschaftspolitik, die er in der Einleitung in diese Worte fasste: "Ein oberflächlicher Blick schon auf die inneren Verhältnisse Württembergs muß den unbefangenen Beobachter überzeugen, daß die Gesetzgebung und die Verwaltung unseres Vaterlandes an Grundgebrechen leidet, welche das Mark des Landes verzehren und die bürgerliche Freiheit vernichten."

Als Reaktion auf diese Kritik entzogen ihm die Landtagsabgeordneten unter dem Druck des Königs sein Mandat und damit die politische Immunität. Im April 1822 wurde er zu zehn Monaten Festungshaft verurteilt. Nach zunächst erfolgreicher Flucht nach Frankreich und der Schweiz kehrte List 1824 zurück, um die Haft auf dem Hohenasperg bei Ludwigsburg anzutreten.

Als er sich 1825 bereiterklärte, in die Vereinigten Staaten auszuwandern, wurde er nach Verbüßung von fünf der zehn Monate Haft begnadigt. Dort kam er in Berührung mit Ideen Alexander Hamiltons über Schutzzölle.

1832 kehrte er als US-Konsul in seine Heimat zurück, scheiterte jedoch mit dem Versuch seiner bürgerlichen Rehabilitierung, der die Festungshaft entgegenstand. Einem 1836 an Wilhelm I. von Württemberg gerichteten Gnadengesuch wurde nicht stattgegeben.


List setzte sich in seinen späten Jahren für den Bau eines Eisenbahnnetzes in Deutschland und für die Abschaffung der Zollschranken innerhalb Deutschlands ein, wie es teilweise im Deutschen Zollverein (1834) schon verwirklicht worden war. Für dessen Gründung hatte List sich vehement eingesetzt. In seinen nationalökonomischen Schriften forderte er staatliche Schutzzölle für Deutschland. Insbesondere setzte er sich dafür ein, dass das stets nach innen orientierte Deutschland größeren Anteil am Seehandel habe. Er stellte fest: "Wer an der See keinen Anteil hat, der ist ausgeschlossen von den guten Dingen dieser Welt und unser Herrgotts Stiefkind."

Als sein Hauptwerk zählt Das nationale System der politischen Ökonomie. Hier befasste er sich auch mit dem technischen Fortschritt.

Aufgrund von Depressionen, die nicht zuletzt durch seinen erfolglosen Versuch bedingt waren, sich vollwertig in das bürgerliche Leben Deutschlands zu integrieren, starb er 1846 im österreichischen Kufstein durch Selbstmord.

Werke

Hier finden sie die digitalisierte Ausgabe: http://www.wlym.de/klassiker/List_Nationalsystem1841.pdf

Literatur

Stand- und Denkmale

Weblinks

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Personendaten
List, Friedrich
deutscher Nationalökonom und Politiker
6. August 1789
Reutlingen
30. November 1846
Kufstein

See also: Friedrich List, 1789, 1846, 30. November, 6. August, Alexander Hamilton, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Georg Ferdinand Howaldt, Geschichte der Eisenbahn