Fritz Pleitgen
Fritz Ferdinand Pleitgen (* 21. März 1938 in Duisburg) ist ein deutscher Journalist.
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Leben
Seinen ersten Zeitungsbericht schrieb Fritz Pleitgen bereits mit 14 Jahren. Nach dem Besuch des Gymnasiums, während dessen er als freier Mitarbeiter für Sport- und Gerichts-Berichterstattung arbeitete, machte er bei der Lokalausgabe Bünde der Freien Presse Bielefeld im Jahr 1959 ein Volontariat. Dort blieb er, bis er im Jahr 1963 zum Westdeutschen Rundfunk Köln (WDR) wechselte als Redakteur für Politik, Sport und Reportagen.
Dort arbeitete er zunächst in der Redaktion der Tagesschau und als Sonderberichterstatter. Seine Kompetenz bewies er hier vor allem in den Bereichen Politik und Wissenschaft, indem er sich mit Themen wie Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, NATO, Luftfahrt, Raumfahrt sowie Medizin auseinandersetzte. Im Jahr 1970 erhielt er die erste bedeutende Aufgabe als Korrespondent für die ARD in Moskau. Seine Zeit in den USA resümiert er später mit Journalist in Amerika - ein Traum.
Als Chefredakteur Fernsehen beim WDR war Pleitgen von 1988 bis 1993 verantwortlich für die Themenbereiche Politik und Zeitgeschehen. Im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung und dem Zusammenbruch der Sowjetunion leitete er zahlreiche Sendungen der Sendereihe Brennpunkt sowie einige Sondersendungen. Beim Mauerfall berichtete er aus Berlin und mahnte Kollegen zu einer gemäßigten Berichterstattung: "Dies ist eine explosive Zeit, der wir nicht noch eine zusätzliche Dramatik oder gar Zunder geben sollten".
Nachdem Pleitgen im Jahr 1994 Hörfunkdirektor des WDR wurde, wurden unter seiner Regie bedeutende Änderungen am Konzept des WDR-Hörfunks durchgeführt.
1995 wurde er als Nachfolger von Friedrich Nowottny Intendant des WDR. Nach einer Wiederwahl im Jahr 2000 hält er diesen Posten noch heute inne. In den Jahren 2001 und 2002 war er zudem Vorsitzender der ARD. Weiter ist Pleitgen seit 2002 Vizepräsident der European Broadcasting Union.
Fritz Pleitgen ist neben seinen leitenden Aufgaben auch weiterhin journalistisch tätig. Eine seiner jüngeren Produktionen war die in der ARD ausgestrahlte Spurensuche im Erzgebirge "Wiedersehen mit dem Weihnachtsland". Allerdings wird er dabei von Mitarbeitern unterstützt; beim Buch zur TV-Sendung Durch den wilden Kaukasus (vom Titel angelehnt an Karl Mays Durch das wilde Kurdistan und inhaltlich an die Reisen seines Kollegen Klaus Bednarz an den Baikalsee) wurde er beispielsweise durch einen Ghostwriter unterstützt.
Als Erklärung für seine steile Karriere sagt Fritz Pleitgen: "Ich war besessen - und ich hatte unverschämt viel Glück".
Umstritten war seine mit zahlreichen rechtlichen Auseinandersetzungen einhergehende Internet-Offensive im Jahr 2000, die seine Wahl zum ARD-Vorsitz unterstützen sollte und unter anderem zur Gründung der Schweizer Organisation World Domain Rights führte. Seit dieser Zeit schreibt er sich auch "Fritz F. Pleitgen" unter Hinzuziehens seines zweiten Vornamens Ferdinand, da ein anderer in die rechtlichen Auseinandersetzungen verwickelter Journalist ebenfalls zwei Vornamen verwendete und diese Schreibweise im amerikanischen Sprachraum bevorzugt wird.
Ende 2004 geriet Pleitgen erneut in Kritik, nachdem Harald Schmidt für eine Sendung in der ARD angeworben wurde. Der Vertrag mit Schmidts Produktionsfirma wurde durch die ARD-Tochter Degeto geschlossen. Der Verwaltungsrat der ARD kritisierte in diesem Zusammenhang, dass Fritz Pleitgen damit den Verwaltungsrat umgehen wollte. Für die Finanzierung der Sendung musste die ARD auf den Erwerb von Übertragungsrechten zu Sportereignissen verzichten.
Berichterstattungen
- 1964 Zypernkrieg
- 1967 Sechs-Tage-Krieg
- 1970 - 1977 Berichte als ARD-Korrespondent aus der Sowjetunion
- 1977 - 1982 Leiter des ARD-Studios in der DDR
- 1982 - 1987 Leiter des ARD-Studios in Washington, D.C.
- 1987 - 1988 Leiter des ARD-Studios in New York
Interviews mit bedeutenden Persönlichkeiten
Veröffentlichungen
- Durch den wilden Kaukasus (2000)
- Die Ausbürgerung - zusammen mit Wolf Biermann (2001)
- Der stille Bug, Reise durch ein zerrissenes Land - zusammen mit die ARD-Polenkorrespondentin Annette Dittert (2004)
- Der Sport im Fernsehen
Portraits
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pleitgen, Fritz Ferdinand |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Intendant des WDR |
| GEBURTSDATUM | 21. März 1938 |
| GEBURTSORT | Duisburg |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
