Fruchtbarkeit
Als Fruchtbarkeit wird die Fähigkeit von Organismen bezeichnet Nachkommen, also Früchte, hervorzubringen. Frucht ist zwar eigentlich nur die Bezeichnung für die Nachkommen der Pflanzen, kann aber auch auf andere mehrzellige Organismen übertragen werden. Im früheren Sprachgebrauch war daher auch das Wort "Leibesfrucht" die Bezeichnung für einen menschlichen Embryo bzw. Fötus. In Medizin und Biologie wird auch das Synonym Fertilität (vom lateinischen fertilis = fruchtbar, ergiebig, befruchtend) benutzt.
Die Fruchtbarkeit ist ein Begriff, der tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelt ist. Er hat in zweierlei Hinsicht mit dem Fortbestand zu tun:
Zum einen durch den Ackerbau und die damit vor ca. 8.000 Jahren begonnene Landwirtschaft, die zur Entwicklung der Menschheit entscheidend beigetragen hat. In diesem Zusammenhang spielte die Fruchtbarkeit von Böden bzw. deren Nährstoffgehalt eine wichtige Rolle. Zum anderen durch die menschliche Fruchtbarkeit, also der Zeugungsfähigkeit und Gebärfähigkeit von Männern und Frauen. In diesem Zusammenhang findet man durchgehend in allen Kulturkreisen Fruchtbarkeitsriten und Fruchtbarkeitssymbole, sowie in den Religionen und Glaubensrichtungen Einflüsse von Gottheiten bzw. Gottes.
Die Fruchtbarkeit von Menschen kann durch diverse Einflüsse, wie zum beispiel Belastung der Umwelt mit Giften und Krankheiten herabgesetzt oder verhindert werden. Dazu zählt z.B. der Genuss von Alkohol oder eine chronische Bleiintoxikation.
Die Phase des Menschenlebens, in der dieser fruchtbar und zeugungsfähig ist, beginnt mit der Pubertät und endet für Frauen mit den Wechseljahren (Klimakterium). Männer hingegen können bis ins hohe Alter zeugungsfähig sein. Im Allgemeinen nimmt die Fruchtbarkeit aber mit zunehmendem Alter ab.
Im übertragenen Sinn steht die Fruchtbarkeit einer Person oder eines Volkes für deren bzw. dessen eigene Schaffenskraft, Kreativität und Stärke.
In der Demografie wird mit der Fertilitätsrate eine rechnerische Durchschnittsgröße verwendet, welche die Zahl der Kinder angibt, die eine (Durchschnitts-)Frau im Laufe ihres Lebens - meist zwischen ihrem 15. und 45. Lebensjahr - zur Welt bringt.
Fertilität und Mortalität sind die Einflussfaktoren des natürlichen Bevölkerungswachtums. Dabei unterschreiten die meisten Industrieländer schon seit den 1970er Jahren die "magische Schwelle" von 2,1 Kindern pro Frau, das sogenannte einfache Ersatzniveau, unterhalb dem die Bevölkerung langfristig sinkt.
Weblinks
siehe auch
- Bevölkerung
- Bevölkerungswachstum
- Demografie
- Fertilitätsrate
- Mortalität
- Psychologische Fertilitätsprobleme
- Spermium
- Unfruchtbarkeit
