Führung
Führung wird sehr vielseitig verstanden.
| Inhaltsverzeichnis |
Führung in der Technik
- In der Technik versteht man unter einer Führung ein Maschinenelement, z.B. eine Linearführung, die einem anderen Bauteil beziehungsweise Element eine bestimmte Bewegungsrichtung oder Position aufzwingt.
Führung im Sinne von
"den Weg weisen, erziehen, ausbilden"
Führung ist ein richtungsweisendes und steuerndes Einwirken auf das Verhalten anderer Menschen, um eine Zielvorstellung zu verwirklichen.
- beispielsweise einzelne Menschen oder ganze Gruppen zu bewegen oder anzuleiten z.B. durch einen Vorgesetzen, Chef, Anführer,
- Personen auf einem Weg beeinflussend begleiten: Reiseführer
- ein Kind an die Hand nehmen: Erzieher
Funktionale und begriffliche Abgrenzung von "Managern" und "Führungskräften" (nach Rainer H. Thierfelder: Managerspiele – Primadonnen, Illusionisten und Gaukler im Theater der Wirtschaftsunternehmen – Verlag Wissenschaft & Praxis Sternenfels 2002, S. 31 ff.):
Der amerikanische Management-Experte Peter F. Drucker hat die Aufgabe des Managers einmal („Die Kunst des Managements“, Econ Verlag 2000) so definiert: „Sie hat zum Ziel, Ressourcen und Bemühungen eines Unternehmens in eine Richtung zu lenken, um Chancen zu ergreifen, damit Ergebnisse von wirtschaftlicher Bedeutung erzeugt werden können.“
- Es sind jedoch immer nur sachliche Situationen, die „gemanagt“ und "entschieden" werden können. Ungeachtet dessen lassen sich bei den Sachaufgaben nach ihrem unterschiedlichen Gewicht „leitende Aufgaben“ – so auch der Begriff der „leitenden Angestellten“, die nicht Führungskräfte sein müssen. Diese „Leitung“ (und nicht „Führung“!) ist synonym mit der Unternehmensführung insgesamt auf den obersten Führungsebenen. Es ist daher weder schlüssig noch sachlich richtig, das Treffen von Entscheidungen in Anlehnung an frühere militärische Gepflogenheiten und Überzeugungen etwa des preußischen Offiziers von Clausewitz zum Wesenskriterium für „Führungskräfte“ zu erheben.
- Menschen kann man nicht wie eine Sache „managen“. Das ist wegen ganz anderer Aufgaben und Verhaltensweisen die Aufgabe der Führung („Leadership“), in der es weniger um Inhalte als um die Beziehung zwischen den beteiligten Personen selbst geht („Menschenführung“). Führungskräfte sind nur diejenigen, die unmittelbar unterstellte, e i n z e l n e Mitarbeiter zu „führen“ haben. Diese Aufgaben sind immer gleich, unabhängig auf welcher hierarchischen Ebene sie ausgeübt werden. Die Aufgaben, die dazugehörigen Anforderungen und die sie verbindenden Abläufe sind von denen der „Manager“ zu trennen und laufen als verschiedene „Regelkreise“. Das ist wichtig nicht nur aus Gründen begrifflicher Klarheit, sondern wegen des unterschiedlichen Handlungsverständnisses und der Beherrschung der jeweils differenzierten Aufgaben und Anforderungen.
"lenken, steuern"
Organisatorische Führung
Organisatorische Führung im Kontext Organisation, Betriebswirtschaft, Betriebspädagogik Organisationspsychologie
Führen ist hier die beabsichtigte und zielorientierte Beeinflussung des Verhaltens von Mitarbeitern zur Erreichung der Ziele eines Unternehmens. Führen ist methodisch bedachte, geplante und kontrollierte Einflussnahme, auf Andere und deren künftige Kompetenzgestaltung, unter gleichzeitiger Legitimierung der leitenden Interessen.
Führung hat eine
- Lokomotionsfunktion zur Erreichung der Ziele (lösungsorientiert)
- Kohäsionsfunktion in der Gruppe, zum Gruppenerhalt und Gruppenstärke
Führung kann sich an der Aufgabe, an den geführten Personen oder einer Mischung aus beidem orientieren. Hierzu gibt es verschiedene Führungsstile und Führungsmodelle.
Führung ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die falsch ausgeübt (Pfusch) dem Unternehmen und den betroffenen Mitarbeitern Schaden zufügt. Allerdings ist der fundierte empirische Nachweis schlechter Führung schwer.
10 Grundsätze für Manager zusammengestellt von Rudolf Müller, 1999
- Die erste Absicht muss sein: den Menschen etwas geben.
- Das Hauptziel soll sein: eine gute Arbeit, ein gutes Produkt, ein gutes Verfahren.
- Mit den Mitarbeitern arbeiten, nicht gegen sie.
- Die Mitarbeiter streng, aber fair behandeln.
- Jeden Menschen so behandeln, wie man selber an seiner Stelle behandelt werden möchte.
- Alles aussprechen.
- Nicht nachgeben.
- Nicht übertreiben.
- Für jedes Problem gibt es nicht nur eine, sondern auch eine gute Lösung.
- Manchmal ist eine Trennung am besten.
Führung ohne das bewusste Einverständnis des Geführten ist Manipulation.
Rupert Lay beschreibt in seinem Buch "Führen durch das Wort" sehr treffend den Grad der Versuchungen in der Rolle eines Führers.
- Führen und Gewalt
- Führen und Herrschaft
- Führen und Autorität
- Führen und Macht
- Führen und Funktion
- Führen und Rolle
Literatur:
- Hersey, P.:(1986) Situatives Führen
- Lay, R.:(1993) Führen durch das Wort
- Neuberger,O.:(1994) Führen und geführt werden
- Rosenstiel, L./von; Regnet, E./Domsch, M.E.:(1999) Führung von Mitarbeitern Stuttgart ISBN 3-7910-1340-8
- Schmidbauer, Wolfgang: Persönlichkeit und Menschenführung. Vom Umgang mit sich selbst und anderen dtv premium im Großformat, 220 Seiten ISBN 3-423-24390-2
- Weibler, J.: (2001) Personalführung München ISBN 3-8006-2675-6
