Fulbe

Die Fulbe, im deutschen Sprachbereich auch unter ihrem englischen Namen Fula oder Fulani und ihrem französischen Namen Peul oder Peulh bekannt, sind ein ursprünglich nomadisches westafrikanisches Hirtenvolk. Die Eigenbezeichnung lautet: Halpular (die Pular sprechen) oder Fulbe (Mehrzahl) und Pullo (Einzahl). Zu den Fulbe gehören auch die Tukulor in Mauretanien und Senegal. Die Bevölkerung der Fulbe umfasst etwa sieben Millionen Menschen, die in meist größeren Gruppen in der gesamten Sahel-Zone von Mauretanien, Senegal und Guinea über Nigeria und Kamerun bis in den Tschad und den Sudan leben.

Sie sind aus der Vermischung von Berbern und Schwarzafrikanern hervorgegangen. Eine Reihe alter afrikanischer Staaten, wie Ghana und Senegal wurden von Fulani beherrscht. Im 11. Jahrhundert wurden sie zum Islam bekehrt. Heute leben Fulani unter anderem in Nord-Nigeria, aber auch in Guinea, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Kamerun.

Ihre Sprache, das Ful gehört zum westatlantischen Zweig (atlantische Sprachen) der westsudanesischen Untergruppe der Niger-Kongo-Sprachfamilie. (Language Code: ful nach ISO 639.)

Bereits um 1000 n. Chr. hatten sich im Zuge des blühenden Transsaharahandels im Senegal bedeutende städtische Kulturen herausgebildet. Die Sprache der Fulbe, das Ful oder Fulfulde (der westliche Dialekt wir oft als Poular bezeichnet), bildete sich bereits vor dem 10. Jahrhundert im Senegaltal aus. Über die Herkunft der für Afrikaner häufig relativ hellhäutigen Fulbe ist bereits viel spekuliert worden, ob sie nun als Nachfahren von Juden, Iranern, Berbern, Äthiopiern oder sonstigen Völkern betrachtet wurden. Nach heutigen Stand des Wissens gelten die Fulbe als Ethnie, die sich nicht über die Abstammung von einem „Urvolk” bestimmen lässt, sondern sich aus den Nachfahren von Mitgliedern verschiedenster ethnischer Gruppierungen, darunter aufgrund des Transsaharahandels viele hellhäutigere Nordafrikaner, entwickelt hat. Durch die Zusammenfassung in den islamischen Fulareichen hat sich eine eigene Kultur entwickelt. Geschichtlich nachgewiesen ist allerdings ihre Ausbreitung aus dem historischen Senegal nach Osten hin. Ins heutige Nigeria gelangten sie etwa im 14. Jahrhundert.

Im Lauf der Jahrhunderte wurden jedoch viele sesshaft und errichteten ab dem 19. Jahrhundert eine Reihe von Königreichen zwischen dem Senegal und Kamerun. Um 1810 besiegten sie die Haussa. Bis zu ihrer Unterwerfung durch die Briten in den Jahren 1900 bis 1906 hatten sie einen Großteil Nordnigerias unter ihre Herrschaft gebracht. Ihre Eroberungen haben die Fulbe oft mit religiösen Motiven gerechtfertigt. Als berühmtester der zahlreichen historischen Anführer der Fulbe ging Usman dan Fodio (1745-1817), der das Kalifat von Sokoto im Norden Nigerias gründete, in die Geschichtsbücher ein.


siehe auch: Tukulor

See also: Fulbe, 10. Jahrhundert, 1000, 11. Jahrhundert, 14. Jahrhundert, 1745, 1810, 1817, 1900, 1906