Funkwelle

"Funkwellen" (engl. radio waves) sind ein nicht scharf definierter Überbegriff von elektromagnetischen Wellen geringer Energie, der die Bereiche der Radiowellen, der Mikrowellen und des "fernen Infrarot" überdeckt.

Funkwellen umfassen daher Wellenlängen von vielen Kilometern bis herab zu Millimeterbruchteilen, was Frequenzen von mehreren Kilohertz bis zu 3000 Gigahertz entspricht. Mit diesen etwa 10 Größenordnungen stellen die Funkwellen den bei weitem größten Spektralbereich unter allen elektromagnetischen Wellen dar.

Prinzipiell unterscheiden sich Funkwellen (außer durch ihre niedrigen Frequenzen) nicht von anderen elektromagnetischen Wellen wie Licht, UV- oder Röntgenstrahlen. Viele Menschen stellen sich die Funkwellen jedoch so ähnlich wie Schallwellen vor. Im Gegensatz zu diesen breiten sie sich jedoch auch im Vakuum aus - und zwar mit der Lichtgeschwindigkeit von 299.792,5 km pro Sekunde.

Funkwellen in Technik und Natur

In der Technik und im Alltag sind Funkwellen von großer Bedeutung. Sie werden zur drahtlosen Verbreitung von Information verwendet - vor allem für Sprach- und Fernsehsendungen und für digitale Datenströme. Dazu unterteilt man sie in verschiedene, international festgelegte Frequenzbänder.

Auch natürliche Radioquellen gibt es, deren Erforschung sich die Radioastronomie widmet. Als erstes wurde 1932 von K.G.Jansky die Radiostrahlung der Milchstraße entdeckt; inzwischen hat man Millionen solcher Quellen festgestellt, deren Strahlung von Materie niedriger Temperatur herrührt. Besonders wichtig für die heutigen Vorstellungen vom Weltall wurden die Quasare und die kosmische Hintergrundstrahlung.

Technische Funksignale werden im Sender erzeugt, indem magneto-elektrische Schwingungen hoher Frequenz im gewünschten Rhythmus moduliert und von der Antenne in den Raum ausgestrahlt werden. Unter Wirkung der Induktion entstehen auch in weit entfernten Empfangsantennen gleichartige, aber viel schwächere Schwingungen. Um die in ihnen enthaltene Informtaion zu erhalten, müssen sie noch verstärkt und demoduliert werden.

Herkunft des Namens "Funk-" bzw. "Radiowellen"

Die Vorsilbe "Radio-" stammt technisch vom verwendeten elektromagnetischen Wellenbereich, und phonetisch vom lateinischen Wort "radius" (Strahl).

Der Ausdruck "Funk" wiederum kommt vom Wort "Funke". Denn bei der Entladung eines elektrischen Stromkreises können Funken entstehen, wenn die Radiowellen den Stromkreis durch Induktion unter entsprechende Spannung setzen. Auf diesem bereits um 1800 bekannten Prinzip experimentierte man nach der Veröffentlichung der Abhandlung von James Clerk Maxwell "Treatise on Electricity and Magnetism" und der Arbeiten von Heinrich Hertz, um Signale berührungslos über weite Strecken zu übertragen. Die erste technische Nutzung von Funkwellen gelang 1896 dem italienischen Physiker Guglielmo Marconi mit der Übertragung von Signalen über den Ärmelkanal.

Siehe auch

See also: Funkwelle, 1896, 1932, Antenne (Technik), Datenstrom, Datenübertragung, Demodulation, Elektromagnetische Welle