Schaumburg-Lippe

Daten im Jahr 1925
Landeshauptstadt: Bückeburg
Fläche: 340 km²
Einwohner: 48.046
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner/km²
Stimmen im Bundesrat bzw. Reichsrat: 1
Kfz-Kennzeichen: SL
Karte
thumb|250px|Schaumburg-Lippe 1807-1945
Schaumburg-Lippe war ein Fürstentum beziehungsweise ein Freistaat im heutigen Niedersachsen, zwischen der Stadt Hannover und der westfälischen Grenze gelegen. Der Name bezieht sich auf die Schaumburg im Wesergebirge (heute: Rinteln) und den Fluss Lippe. Hauptstadt war Bückeburg. Nördlich des Gebietes befindet sich das Steinhuder Meer, in dem sich die ehemalige schaumburg-lippische Inselfestung und Militärschule Wilhelmstein befindet.
Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schaumburg-Lippe entstand 1640, als die Grafschaft Schaumburg unter dem Haus Braunschweig-Lüneburg, den Landgrafen von Hessen-Kassel und den Grafen zur Lippe aufgeteilt worden war. Der lippische Teil führte fortan die Bezeichnung "Grafschaft Schaumburg-Lippe", welche 1807 zum "Fürstentum Schaumburg-Lippe" aufstieg, nachdem Graf Georg Wilhelm (1784-1860) dem Rheinbund beigetreten war. 1815 trat das Fürstentum dem Deutschen Bund bei und wurde nach 1871 ein Gliedstaat des Deutschen Reiches. Von 1895 bis 1905 versuchte der Fürst seine Erbansprüche auf das Fürstentum Lippe durchzusetzen, was ihm jedoch nicht gelang. Fürst Adolf zu Schaumburg-Lippe verzichtete am 15. November 1918 als einer der letzten deutschen Monarchen auf den Thron. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Schaumburg-Lippe ein Freistaat innerhalb der Weimarer Republik. In Schaumburg-Lippe war die SPD immer die stärkste Fraktion im Landtag und bis zum März 1933 hatte sie sogar eine regierungsfähige Koalitionsregierung mit der Deutschen Staatspartei.

1946 ging das Land im neugebildeten Land Niedersachsen auf. Ein Volksentscheid vom 19. Januar 1975 zur Wiederherstellung des ehemaligen Landes (nach Artikel 29 GG) wurde trotz positiven Ausgangs vom Bundesgesetzgeber zurückgewiesen.

Verwaltungsmäßig bestand das Land Schaumburg-Lippe aus den beiden Landkreisen Bückeburg und Stadthagen, denen 1934 die kreisfreien Städte Bückeburg und Stadthagen eingegliedert wurden.

Im Jahre 1948 wurden beide Landkreise zum Landkreis Schaumburg-Lippe (Kreisstadt Stadthagen) vereinigt. Dieser wurde im Rahmen der niedersächsischen Kreisreform am 01.08. 1977 mit dem Landkreis Grafschaft Schaumburg (Sitz in Rinteln) - der seit 1640 zu Hessen-Kassel, ab 1866 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau und erst ab 1932 zur Provinz Hannover gehörte - zum neuen Landkreis Schaumburg (Sitz in Stadthagen) vereinigt. Die Stadt Hessisch-Oldendorf kam zum Landkreis Hameln-Pyrmont. Seither sind die bis etwa 1640 bestehenden schaumburgischen Gebiete wieder unter einer Verwaltung. Das Gebiet des Fürstentums Schaumburg-Lippe umfasst hingegen heute nur den nördlichen Teil des Landkreises Schaumburg.

Staatsorganisation

Das Fürstentum besaß eine Stimme im Reichsrat. Seine Hauptstadt war Bückeburg, das 1905 lediglich 5.500 Einwohner zählte. Unterteilt in die zwei Städte Bückeburg und Stadthagen und die drei Ämter Bückeburg, Stadthagen und Hagenburg, gehörte es als Gerichtsbezirk Bückeburg dem Oberlandesgericht in Oldenburg an. Militärisch gehörte das Fürstentum zum Ersatzbezirk des VII. Armeecorps, 26. Brigade, dessen Jägerbataillon Nr. 7 in Bückeburg stationiert war. Das Fürstentum Schaumburg-Lippe hatte eine Militärkonvention mit Preußen abgeschlossen.

Staatsgröße

Der 340,2 km² große Staat zählte

Wirtschaft

Wirtschaftlich war das Fürstentum, neben der Viehwirtschaft, vor allem an den Steinkohleabbau gebunden.

Religion

Das Fürstenhaus und die mehrzahl der Einwohner waren Protestanten (98,2%). Katholiken (1,3%) und Juden (0,4%) bildeten eine Minderheit.

Herrscher

Grafen

Fürsten

Schlösser der Fürstenfamilie

thumb|Frontansicht des Schloß Bückeburg

Weblinks


Schaumburg Kategorie:Historische Landschaft

See also: Schaumburg-Lippe, 1. Weltkrieg, 15. November, 1640, 1643, 1681, 1699, 1724