Füssen

Wappen Karte
fehlt noch 140px|Deutschlandkarte, Position von Füssen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Fläche: 43,52 km²
Einwohner: 13.923 (31.12.2002)
Bevölkerungsdichte: 320 Einwohner je km²
Höhe: 833 m ü. NN
Postleitzahl: 87629
Vorwahl: 08362
Geografische Lage: 47° 34' n. Br.
10° 42' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: OAL (früher FÜS)
Gemeindeschlüssel: 09777129
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lechhalde 3
87629 Füssen
Offizielle Website: www.stadt-fuessen.de
E-Mail-Adresse: stadtverwaltung(at)fuessen.de
Politik
Bürgermeister: Christian Gangl (CSU)

Füssen ist eine Stadt im Landkreis Ostallgäu, im Südwesten Bayerns. Die Stadt liegt an der Romantischen Straße.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Füssen liegt am Lech im Allgäu. Im Norden der Stadt fließt der Lech in den Forggensee. Ebenfalls in den Gemarkungen der Stadt liegen der Hopfensee und der Weissensee. Mit 833 Metern ü. NN ist Füssen die höchstgelegene Stadt Deutschlands.

thumb|280px|none|Füssen um 1900

Geschichte

Füssens Wurzeln reichen bis in die Römerzeit zurück. Der Ort entwickelte sich an der von Norditalien nach Augsburg führenden Römerstraße Via Claudia Augusta. Ergebnisse aus Grabungen auf dem Füssener Schlossberg ließen Fundamente eines römischen Kastells aus dem 5. Jahrhundert erkennen. Vermutlich hat es aber bereits im Jahre 260 ein römisches Militärlager an dieser Stelle gegeben. Sein Name Foetibus wird als Latinisierung des germanischen fot (Fuß) verstanden. Hieraus entwickelte sich der Name des Ortes über Fozen (1147), Fozin (1188), Fuozzen (1206), Füzzen (1366) zum heutigen "Füssen" (ab 1424).

thumb|280px|right|Kloster St. Mang um 1920

Im Jahre 748 richtete Magnus, ein später als Heiliger anerkannter Missionar aus St. Gallen, am Ort eine Zelle ein. Durch Zuzug weiterer Mönche entstand im 8. Jahrhundert das nach ihm benannte Benediktinerkloster St. Mang. Um dieselbe Zeit wurde wohl auch ein fränkischer Königshof angelegt. Die spätere Vogtei gehörte anfänglich den Welfen und wurde ab 1191 als eines der welfischen Erbgüter durch Kauf Besitztum der Hohenstaufer. Nach deren Aussterben mit dem Tod Konradins in Neapel (1268) fiel das Herzogtum Schwaben an das Reich zurück.

Unterdessen hatte sich am Lech eine Siedlung entwickelt, welche schließlich im 13. Jahrhundert den Umfang einer ansehnlichen Stadt, der damals größten im Allgäu, hatte. Die Verleihung von Stadtrechten ist zwar nicht nachweisbar, doch wird Füssen in einer Urkunde von 1295 als Stadt erwähnt.

Kaiser Heinrich VII. verpfändete für eine Schuld von 400 Mark Silber Gebiet und Ort im Jahr 1313 an den Bischof von Augsburg. Das Pfand wurde nie mehr ausgelöst, sondern durch die kaiserlichen Nachfolger 1314 (Friedrich der Schöne) und 1322 (Ludwig der Bayer) in seiner Existenz akzeptiert. Mit Übertragung der vollen Gerichtsbarkeit durch Kaiser Karl IV. auf das Hochstift und Bistum Augsburg wurde das Gebiet der Reichsvogtei Füssen endgültig Eigentum des fürstlichen Oberhirten.

Von 1486 bis 1505 erbauten die Augsburger Fürstbischöfe das "Hohe Schloss" über der mittelalterlichen Stadt. Die ehemals spätgotische Burganlage wurde danach zur Sommerresidenz der geistlichen Herren. Im Schmalkaldischen Krieg wurde das katholische Füssen von einer Truppe der oberdeutschen Städte unter dem protestantischen Landsknechtführer Sebastian Schertlin von Burtenbach am 10. Juli 1546 besetzt. Die heutige Klosterkirche entstand in den Jahren 1701-1726.

Am 22. April 1745 erlangte der Ort kurzzeitig überregionale Bedeutung. Im Frieden von Füssen wurde durch Bayerns Kurfürst Maximilian III. Joseph der Verzicht auf zuvor geltend gemachte österreichische Erbansprüche erklärt und damit auch das Ende versuchter bayerischer Großmachtpolitik besiegelt. Bayern war nun aus dem von seinem Vater, Kaiser Karl VII. Albrecht, ausgelösten Österreichischen Erbfolgekrieg ausgeschieden. Am 6. Mai 1782 nächtigte Papst Pius VI., aus Augsburg kommend, im "Hohen Schloss" auf seiner Rückreise von Wien nach Rom.

Als Folge der Säkularisation wurde Füssen nach dem Reichsdeputationshauptschluss ab 1803 Teil des Kurfürstentums Bayern. Eine Ausnahme bildete zum einen das Barfüßerkloster, welches 1803 beim Deutschorden verblieb und von diesem 1805 an Bayern abgetreten wurde, zum anderen St. Mang, das an das Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein fiel und erst 1806 zu Bayern kam.

Eine besondere Bedeutung erlangte Füssen mit dem hier angesiedelten Spezialhandwerk der Lautenmacher und Geigenbauer. So gilt Füssen als die Wiege des gewerbsmäßig betriebenen Lautenbaus in Europa. 1562 wurde hier auch die älteste Lautenmacher-Zunft Europas gegründet.

Siehe Artikel Lauten- und Geigenbau in Füssen.

Politik

Der Stadtrat besteht aus 24 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Im Stadtrat sind folgende Fraktionen vertreten:

* CSU 9 Sitze
* SPD 5 Sitze
* FBB 2 Sitze
* FWF 3 Sitze
* Füs-Land 2 Sitze
* UBL / BLF 2000 / FDP 3 Sitze

Städtepartnerschaften

Stadtgliederung

Neben der Stadt Füssen gibt es die Stadtteile Bad Faulenbach, Hopfen am See und Weißensee

Entwicklung des Stadtgebiets

Eingemeindungen

Die Gemeinde Bad Faulenbach wurde 1921 eingemeindet. Im Zuge der Gemeindereform 1978 kamen dann noch die zwei Gemeinden Hopfen am See und Weißensee dazu.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Staatsgalerie im Hohen Schloss

Im Nordflügel des spätgotischen Hohen Schlosses, der Residenz der Fürstbischöfe von Augsburg, befindet sich eine Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Hier fügen sich spätgotische Tafelbilder und Skulpturen in die ehemaligen Residenzräume ein und bieten einen Überblick über die Kunst zur Zeitenwende des 15. und 16. Jahrhunderts im Allgäu und in Schwaben.

Besonders sehenswert ist der sogenannte Rittersaal mit seiner prunkvollen Kassettendecke, mit den Reliefs der Bistumsheiligen Ulrich, Afra und Simpert und der Muttergottes. Glasgemälde von Hans Holbein der Ältere und Hans Burgkmair der Ältere lassen die kulturelle Blüte in Füssen zur Zeit Kaiser Maximilians I. erahnen.

Städtische Gemäldegalerie

Ebenfalls im Nordflügel des Hohen Schlosses ist die Städtische Gemäldegalerie untergebracht. Schwerpunktmäßig ist sie der Kunst des 19. Jahrhunderts gewidmet, der "Münchner Malerschule" mit Gemälden von Carl Spitzweg, Franz von Defregger und dem in Füssen verstorbenen Künstler Oskar Freiwirth-Lützow (1862 - 1925).

Das zeichnerische Werk von Franz Graf von Pocci (1807 - 1876) aus der Pocciana-Sammlung in Familienbesitz wird in Wechselausstellungen gezeigt.

Das künstlerische Werk der Kultur- und Kunstpreisträger der Stadt Füssen Percy Rings (1901 - 1994) und Gottfried Herrmann (1907 - 2002) ist hier zu sehen.

Museum der Stadt Füssen

Im Südtrakt des ehemaligen Benediktinerklosters St. Mang befindet sich das neu eingerichtete, schon 1913 gegründete Museum der Stadt Füssen.

Den Schwerpunkt des Museums bildet das Gebäude selbst. Die Bedeutung des Klosters St. Mang liegt in seiner Konzeption als barockes Gesamtkunstwerk und zugleich in den erhaltenen Resten der mittelalterlichen Anlage. Die barocken Repräsentationsräume des Klosters sind in den Museumsrundgang eingeschlossen. Vom ausgegrabenem mittelalterlichen Kreuzgang aus gelangt man in die Annakapelle mit dem berühmten Füssener Totentanz von Jakob Hiebeler aus dem Jahre 1602. In der stadtgeschichtlichen Abteilung wird die Geschichte des Füssener Lauten- und Geigenbaus dokumentiert. Siehe Artikel Lauten- und Geigenbau in Füssen.

Des Weiteren ist Schloss Falkenstein, das der bayerische König Ludwig II. plante, das aber nicht mehr gebaut wurde, virtuell begehbar.

ModellEisenbahnMuseum

Die Sammlung Ulf und Falk Haase

Im Jahr 2003 wurde das Modelleisenbahnmuseum in Füssen eröffnet. Es basiert auf einer Schenkung der Sammlung von Ulf und Falk Haase.

Die Sammlung enthält in großem Umfang Produkte aller Modellbahnhersteller, aber dazu noch eine große Zahl seltener Kleinserien- und Handarbeitsmodelle.

Diese ist in einem hochwertigen Design in einer Dauerausstellung präsentiert und wird zudem durch ein begehbares Depot erschlossen und mit einem chronologischen Zusammenhang zur Eisenbahngeschichte verknüpft.

Eine 30 m² große Modelleisenbahnanlage der Firma Märklin rundet das museale Angebot ab.

Bauwerke

Persönlichkeiten

(siehe auch Namensliste bedeutender Füssener Musikinstrumentenbauer im Artikel „Lauten- und Geigenbau in Füssen“ und Äbteliste im Artikel „Kloster Sankt Mang Füssen“)

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstiges

Bilder

Panoramablick über Füssen Richtung Norden

Panoramablick über Füssen Richtung Nordosten

Literatur und Karten

Siehe auch

Lech -- Tegelberg -- Säuling -- Bundesautobahn 7 -- Bundesstraße 16 -- Bundesstraße 17 -- -- Bundesstraße 310 -- Bundesstraße 309 -- Ammergebirge -- Romantische Straße -- Neuschwanstein -- Hohenschwangau -- Forggensee -- Schwangau-- Pfronten

Weblinks


See also: Füssen, 10. Juli, 1191, 1268, 1295, 1313, 1424, 1486