Gagausen
Die Gagausen (Eigenbezeichnung: Gagavz, Pl. Gagavzlari) sind eine turkstämmige Volksgruppe im "Gagauz Yeri" (Land der Gagausen) in Moldawien. Sie zählen heute zu den Turkvölkern.
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Geschichte
Ihr Hauptsiedlungsgebiet war die Dobrudscha, die meisten wanderten aber Anfang des 19. Jahrhunderts nach Bessarabien aus.
Herkunft
Sie gehören dem alttürkischen Volk der Hunnen an. Die Schwarzen Hunnen, ein Stammesverband der Hunnen zog 375 nach Europa und lösten die Völkerwanderung aus. Nachdem Attila in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern geschlagen war, siedelte ein Teil von ihnen unter römischer Oberherrschaft in der späteren Dobrudscha.
Nachfolgestämme waren die Petschenegen und Kumanen, die zusammen mit Uzen, Torken und Polovcer dort später das Volk der Gagausen bildete.
Aktuell
Sie sind eine im Süden Moldawiens lebende Bevölkerungsgruppe von etwa 150.000 (Quelle: Anuarul Statistic al Republicii Moldova 1996) Menschen. Sie sprechen eine Turksprache und sind mehrheitlich christlich-orthodoxen Glaubens. Beim Zerfall der Sowjetunion entstand unter den Gagausen eine Autonomiebewegung, die allerdings friedlich blieb. Im Dezember 1994 wurde durch das Moldawische Parlament eine Territorialautonomie verabschiedet.
Das Gebiet nennt sich jetzt "Gagauz Yeri" (Land der Gagausen).
Siedlungsgebiet
Moldawien, Türkei, Bulgarien, Russland, Rumänien, Ukraine
Gagausen (insgesamt ca. 173.000 - laut Zensus der Sowjetunion 1989) leben in einem zusammenhängenden Gebiet im Süden der Moldawischen Republik bis in die Ukraine, bei Warna in Bulgarien (1990 ca. 12.000) und in Südostmazedonien / Griechenland (4.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts), die Untergruppe der Surguchen (7.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts) auch in der Region Edirne (Türkei), die Untergruppe der Gajalen (?) in der Region Deli Orman, Bulgarien.
Sprache
Gagausische Sprache - Dialekte [Haarmann 1975: 392]:, a) Zentralgagausisch, b) Südgagausisch.
Literatur
- Grulich, in: Europa Ethnica, 1989/46: 81
Weblinks
- [1] Geschichte von Gagausien
