Gaudiya Vaishnava
Gaudiya Vaishnavas bedeutet auf Sanskrit "bengalische Vaishnavas" und bezeichnet eine spezifische "Religion" innerhalb des Hinduismus. Es handelt sich um eine aus Bengalen stammende, missionarisch auftretende Erscheinungsform der Vishnu-Frömmigkeit (Vishnu-Bhakti), welche sich auf Krishna als höchste Verkörperung Vishnus bzw. Gottes konzentriert und großen Wert auf das gemeinschaftliche Singen von Mantras (Hare Krishna) legt.
Merkmale
- Nach dem Glauben der Gaudiya Vaishnavas ist Krishna nicht der achte Avatar des Vishnu, sondern er ist wesensgleich mit ihm bzw. ihm überlegen.
- Krishna gilt als "die höchste Form Gottes" (Sanskrit: puroshottama). Andere "Formen Gottes" wie etwa Shiva, Brahma und auch Vishnu selbst sind Krishna untergeordnet.
- Krishnas Geliebte, Radha, gilt als dessen göttliche Gefährtin und als Verkörperung von Gottes Fähigkeit zu lieben.
- Die Beziehung von Gott und Seele wird häufig gesehen als Beziehung von Liebhaber und Geliebter (für nähere Erläuterungen vgl. den Eintrag Bhakti Yoga). Der Gaudiya Vaishnava strebt im allgemeinen danach, sich in die Gemütsstimmung Radhas zu versetzen, welche sich im Wald von Vrindavan vor Sehnsucht nach Krishna verzehrt.
Die Lehren der Gaudiya Vaishnava stehen im Spannungsverhältnis zum Advaita Vedanta. Begründer der Gaudiya Vaishnava-Tradition ist Chaitanya. Bedeutendster Vertreter ist Bhaktivinoda Thakura Saraswati, auf dessen Lehren sich die ISKCON beruft.
