Gazastreifen

right|Karte des Gazastreifens

Der Gazastreifen (arabisch قطاع غزّة, Qitā' Ghazza, hebräisch רצועת עזה, Retzuat Azza) ist ein 360 km² großer Küstenstreifen am Mittelmeer (zum Vergleich: Bremen 326,72 km²), der seit dem Sechstagekrieg im Jahre 1967 von Israel besetzt ist. Zuvor war er von Ägypten besetzt. Seit dem Kairoer Abkommen 1994 steht er teilweise unter der Selbstverwaltung der Palästinenser (Palästinensische Autonomiegebiete).

Zu biblischen Zeiten gehörte der heutige Gazastreifen zum Kern des Siedlungsgebiets der Philister.

Obwohl der Gazastreifen bereits eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt ist (mit circa 1,5 Millionen Einwohnern, darunter 7.000 jüdische Siedler), ist die dortige Geburtenrate eine der höchsten der Welt; dementsprechend ist über die Hälfte der Bevölkerung unter 15 Jahren alt und die Bevölkerungszahl verdoppelt sich etwa alle 20 bis 25 Jahre. Der Großteil der Bevölkerung sind Flüchtlinge, die während des Palästinakriegs 1948 aus dem heutigen Israel geflohen sind, und deren Nachkommen.

Zwischen israelischen Soldaten und den Palästinensern kommt es seit der Ausrufung der zweiten Intifada immer wieder zu blutigen Kämpfen, der Gazastreifen gilt als Hochburg der radikalislamischen Hamas.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon plant den Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen. Bei der Abstimmung im israelischen Parlament sprachen sich 60 Personen für den Abzug und 47 gegen ihn aus. Die Mehrheit konnte nur dank den Stimmen der Linken errungen werden, da die Partei Ariel Sharons gespalten ist und ihm keine einheitliche Unterstützung bietet. Ob es nach diesem Entscheid jedoch tatsächlich zum Abzug kommt ist ungewiss, wird doch über jedes Detail des Abzuges im Parlament neu diskutiert und entschieden.

Siehe auch:

See also: Gazastreifen, 1948, 1967, 1994, Arabische Sprache, Ariel Sharon, Bibel, Bremen, Chan Junis, Gaza (Stadt)