Gecekondu
Gecondu steht für "über Nacht erbaut". Es handelt sich um die türkische Bezeichnung für Marginalsiedlungen; nicht für Slums.
Der Begriff geht auf ein (Gewohnheits?)Recht aus osmanischer Zeit zurück: Ein Haus, das "über Nacht" (in einer Nacht) auf öffentlichem Grund und Boden errichtet worden ist, darf nicht mehr abgerissen werden.
Dies geschieht bis in die Gegenwart. Um ein Haus tatsächlich in einer Nacht errichten zu können, packen in der Regel viele Leute gemeinsam an. Wenn dann der zunächst noch provisorische Bau steht, wird er in der Regel nach und nach weiter ausgebaut.
In vielen Fällen sind Gecekondus im Laufe der Zeit an die öffentliche Versorgung angeschlossen worden. Und häufig wurden in den letzten Jahren z.B. in Ankara auf dem Gebiet von Gecekondus neue Wohnviertel errichtet.
Allerdings kann man im türkischen Privat-Fernsehen durchaus heftige Schlachtszenen zwischen mit Wasserwerfern und Tränengas bewehrten Polizeikräften u. den Bewohnern ganzer Gecondu-Viertel sehen, die daraus entstehen, daß es den Behörden manchmal einfällt, die Häuser ohne vorherige Ankündigung abreißen zu lassen.
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