Gedächtnis

Unter Gedächtnis versteht man die Fähigkeit des Gehirns, Informationen aufzunehmen, zu behalten, zu ordnen und wieder abzurufen.

Die heutige Forschung unterscheidet dabei vor allem zwischen dem Arbeitsgedächtnis, das früher Kurzzeitgedächtnis genannt wurde, und dem Langzeitgedächtnis.

Es gibt jedoch auch Gedächtnisinhalte - z.B. für häufige Bewegungsmuster wie das Gehen - die im Rückgrat und andernorts verspeichert werden.

Inhaltsverzeichnis

Gedächtnisprozesse

thumb|400px|Modell des menschlichen Gedächtnisses Folgende vier Gedächtnisprozesse werden unterschieden:

Gedächtnisrelevante anatomische Strukturen

Im Gegensatz beispielsweise zur Sprache gibt es kein umschriebenes Gedächtniszentrum im Gehirn. Trotzdem kann man verschiedene anatomische Strukturen unterscheiden, die speziell dem Erinnerungsvermögen zuzuordnen sind.

Abgrenzbare Einzelbereiche des Langzeitgedächtnisses

Krankheiten

Das Arbeitsgedächtnis

Das Modell des Kurzzeitgedächtnisses wurde in den letzten 25 Jahren durch das Modell "Arbeitsgedächtnis" abgelöst, das folgende drei Systeme beinhaltet: Der räumlich-visuelle Notizblock zur kurzfristigen Speicherung von visuellen Eindrücken. Die artikulatorische Schleife dient zur Speicherung von verbalen Informationen, welche durch ein inneres Wiederholen relativ lange verfügbar bleiben können. Die Zentrale Exekutive verwaltet beide Systeme und verknüpft Informationen aus diesen Systemen mit dem Langzeitgedächtnis.

Langzeitgedächtnis

Das Gedächtnis ist nicht nur thematisch, sondern auch zeitlich organisiert. Eine neue Erfahrung, ein neu trainiertes Bewegungsmuster kommt zuerst ins "Kurzzeitregister", auf das wir die schnellste Zugriffszeit haben. Es muss aber aus Gründen der Ökonomie öfters von Ballast befreit werden. Als wichtig erkannte oder stark durch Assoziationen verknüpfte Inhalte werden ins Mittel- oder ins Langzeit-Register verschoben; unwichtigeres wird großteils gelöscht.

Je häufiger ein Inhalt aufgerufen, eine Bewegung ausgeführt wird, desto feiner wird das Feedback - und damit die Beurteilung und Optimierung. Letztere bedeutet auch, unnötige Parameter nicht mehr zu speichern und wichtige andernorts zu verknüpfen. Die Verankerung im Gedächtnis nimmt einerseits mit der Relevanz und der Anzahl der Assoziationen zu, andererseits auch mit der emotionalen Bedeutung.

Berühmte Gedächtnismenschen

Zitate

Gedächtnistraining und Sport

Gedächtnistraining ist in vieler Hinsicht möglich. Es gibt zahlreiche Gedächtnistrainer und zahllose Bücher. Meist bauen diese auf Mnemotechniken auf. Die berühmteste ist die Loci-Methode. Heutzutage gibt es auch Gedächtnissportler, Gedächtnissportmeisterschaften und eine Weltrangliste. Der Weltrekord im Memorieren, also Auswendiglernen, möglichst vieler Ziffern in 5 Minuten liegt bei 324. Den deutschen Rekord hält Dr. Gunther Karsten mit 282 Ziffern.

Literatur

Weblinks

See also: Gedächtnis, Alois Alzheimer, Alzheimersche Krankheit, Amnesie, Amygdala, Arbeitsgedächtnis, Assoziation, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Basalganglien, Begegnung