Gemini 8

Gemini 8 (GT-8) war ein bemannter Weltraumflug im Rahmen des amerikanischen Gemini-Projekts.

Gemini-Projekt
Missions-Emblem
200px
Missions-Daten
Mission: Gemini 8
Kommandant:
Pilot:
Neil Armstrong
David Scott
Start am: 16. März 1966
Landung am: 17. März 1966
Dauer: 10 Stunden, 41 Minuten
Landeplatz: Pazifik
Erdumkreisungen: 7
Bergungsschiff: USS Leonard F. Mason
vorherige Mission:

Gemini 6

folgende Mission:

Gemini 9

thumb|250px|right|Besatzung der Gemini 8 (Scott und Armstrong) thumb|250px|right|Gemini 8 - Start thumb|250px|right|Scott und Armstrong warten auf das Bergungsschiff

Inhaltsverzeichnis

Besatzung

Am 20. September 1965, kurz nach der Landung von Gemini 5 gab die NASA die Besatzung für den Flug Gemini 8 bekannt. Dem Ersatzkommandant von Gemini 5, Neil Armstrong wurde wie erwartet das Kommando für den nächsten verfügbaren Weltraumflug übertragen. Damit wurde er auch zum ersten amerikanischen Zivilisten im Weltraum, die bisherigen Astronauten waren alle Armee-Angehörige.

Als Pilot von Gemini 8 wurde nicht wie erwartet der Ersatzpilot von Gemini 5, Elliott See, eingeteilt. Stattdessen bekam David Scott den Vorzug, womit zum ersten Mal ein Astronaut der dritten Auswahlgruppe zu einem Weltraumeinsatz kam.

Als Ersatzmannschaft wurden Charles Conrad, der bereits mit Gemini 5 im All war, und Richard Gordon eingeteilt.

Verbindungssprecher (Capcom) während des Fluges waren die Astronauten Walter Cunningham und Jim Lovell.

Vorbereitung

Das Missionsprofil von Gemini 8 sah eine Kopplung an einen Agena-Zielsatelliten vor, wie es bereits für Gemini 6 geplant war. Damals im Oktober 1965 schlug jedoch der Satellitenstart fehl, weshalb dieses Docking auf Gemini 8 verschoben wurde.

Außerdem war geplant, dass David Scott die Raumkapsel verlassen und einen Weltraumspaziergang durchführen sollte. Im Gegensatz zum relativ kurzen Ausstieg von Ed White bei Gemini 4 sollte die EVA ca. 90 Minuten dauern, also auch auf der Nachtseite der Erde stattfinden. Des weiteren sollten zehn wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden.

Am 8. Januar 1966 traf die Gemini-Raumkapsel in Cape Kennedy ein, am 13. Januar wurde die Titan-Trägerrakete an der Startrampe errichtet, die Kapsel wurde am 31. Januar auf die Trägerrakete montiert.

Flugverlauf

Am 16. März wurde der Zielsatellit mit einer Atlas-Agena-Rakete erfolgreich gestartet. Eine Erdumkreisung (ca. 100 Minuten) später folgte Gemini 8 mit den Astronauten Armstrong und Scott. Nach etwa sechs Stunden Flug hatte die Raumkapsel den Agena-Satelliten eingeholt, kurz darauf dockte Gemini 8 an. Dies war die erste Kopplung zweier Raumfahrzeuge in der Erdumlaufbahn.

Die Triebwerke der Agena konnten dabei sowohl von der Bodenstation als auch von der Gemini-Kapsel aus fernbedient werden, und es war geplant, die mechanische Belastung des Gespanns zu testen. Nach einer Änderung der Lage konnte jedoch die Gemini-Agena-Kombination nicht mehr stabilisiert werden, sie begann immer schneller zu rotieren. Die Astronauten vermuteten das Problem bei der Agena und lösten sich vom Satelliten, nachdem sie dessen Kontrolle wieder an die Bodenstation übergeben hatten. Ohne die Masse der Agena wurden die Bewegungen jedoch nur noch stärker und erreichten fast die Belastbarkeitsgrenze von Kapsel und Astronauten.

Bei einer Rotationsgeschwindigkeit von einer Umdrehung pro Sekunde und nahe der Bewusstlosigkeit versuchten Armstrong und Scott die Kapsel wieder zu stabilisieren, was jedoch erst gelang, nachdem sie statt des Orbitallageregelungssystems das Wiedereintrittlageregelungssystem verwendeten. Kurz darauf konnte das Problem identifiziert werden: eine Düse des Orbitallageregelungssystems hatte sich verklemmt und fortwährend gefeuert.

Durch diese Manöver hatte Gemini 8 nun soviel Treibstoff verbraucht, dass an eine Fortsetzung der Mission nicht zu denken war. Bei der nächsten Gelegenheit wurde die Rückkehr zur Erde eingeleitet. Da es über dem Atlantischen Ozean bereits Nacht war, ging die Kapsel im Pazifik nieder. Dieser Raumflug hatte nur knapp 11 Stunden gedauert.

Schon kurz nach der Wasserung wurde Gemini 8 von einem Rettungshubschrauber erreicht, der von Okinawa gestartet war. Froschmänner sicherten die Kapsel, bis nach drei Stunden der Zerstörer USS Mason Gemini 8 erreichte und die erschöpften Astronauten an Bord nehmen konnte.

Bedeutung für das Gemini-Programm

Einerseits war dies die erste gelungene Kopplung zweier Raumfahrzeuge (das erste Mal, dass die Amerikaner gegenüber den Sowjets die Nase vorn hatten), andererseits auch der erste Weltraumflug, der wegen einer Notsituation abgebrochen werden musste.

Das Problem mit der verklemmten Steuerdüse trat während eines ungünstigen Zeitpunkts auf, als zufälligerweise viele wichtige Personen nicht erreichbar waren. Einige NASA-Führungskräfte waren bei einem Bankett, während die Experten des Kapsel-Herstellers McDonnell sich gerade auf dem Flug von Cape Kennedy nach Houston befanden, um von der dortigen Leitstelle Lyndon B. Johnson Space Center den Flug weiter zu verfolgen. Für weitere Weltraumflüge wurde gewährleistet, dass wichtige Personen nicht alle gleichzeitig unterwegs waren, und dass McDonnell-Mitarbeiter während des Fluges jederzeit in der Leitstelle in Houston zur Verfügung standen.

Der Agena-Satellit blieb im Orbit, wurde ferngesteuert in eine andere Umlaufbahn gebracht und sollte als Ziel für weitere Rendezvous-Manöver dienen.

Siehe auch

Weblinks



Gemini 8

See also: Gemini 8, 13. Januar, 16. März, 17. März, 1965, 1966, 20. September, 31. Januar