George Orwell
George Orwell (* 25. Juni 1903 in Motihari, Indien; † 21. Januar 1950 in London), geboren als Eric Arthur Blair, war ein englischer Schriftsteller und Essayist. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren der englischen Literatur.
Orwell wurde 1903 in Indien geboren, kam aber schon 1904 nach England. Seine Schulzeit verbrachte er von 1917 bis 1921 in Eton und war ab 1922 Beamter der britischen Polizeitruppe in Burma. 1927 verließ er die Polizei, weil ihm deren Vorgehen missfiel. Er ging zurück nach England und arbeitete bis 1936 in verschiedenen Gelegenheitsjobs (unter anderem als Hopfenpflücker und Tellerwäscher). Während dieser Zeit begann er zu schreiben, 1933 erschien Erledigt in Paris und London (engl. Down and out in Paris and London). 1934 verarbeitete er seine Erlebnisse aus Burma im Buch Tage in Burma (engl. Burmese Days). 1936 lebt er noch immer in bitterer Armut, sodass er bei seiner Hochzeit noch nicht einmal Geld für Eheringe hatte.
1937 nahm er auf der Seite der POUM (Partido Obrero de Unificación Marxista, Arbeiterpartei der Marxistischen Einheit) am spanischen Bürgerkrieg teil und wurde dabei schwer verletzt. Seine Erfahrungen schrieb er in den Texten Der Weg nach Wigan Pier und Mein Katalonien nieder. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Kriegsberichterstatter für den Observer.
Sein erster wichtiger Beitrag zur Literatur war seine 1945 erschienene Fabel Farm der Tiere (engl. Animal Farm: A Fairy Story), die das Scheitern der russischen Revolution durch den Verrat des Stalinismus an den sozialistischen Idealen beschreibt.
Noch bekannter und wichtiger war sein im Juni 1949 veröffentlichtes Werk 1984 (engl. Nineteen Eighty-Four). Dessen bedrückende dystopische Zukunftsvision hat die spätere Science Fiction tief geprägt. In dem Roman wurden viele Wörter geprägt, die teilweise auch in den allgemeinen Sprachgebrauch der westlichen Welt eingegangen sind (Beispiele: Big Brother is watching you, Doppelplusungut, Altsprech, Neusprech, Quaksprech, Zwiedenken bzw. Doppeldenk). Als Beispiel für „Doppeldenk“ sei die Romanaussage „Krieg ist Frieden“ genannt, die fatal George W. Bushs Behauptung ähnelt, dass „der Krieg im Irak wirklich ein Krieg für den Frieden“ sei (11. April 2004).
Orwell starb 1950 im Alter von 46 Jahren nach zweijähriger Krankheit an Tuberkulose.
Siehe auch: Zukunftsliteratur
| Inhaltsverzeichnis |
Zitat
- „Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“
- „The really frightening thing about totalitarianism is not that it commits ‘atrocities’ but that it attacks the concept of objective truth: it claims to control the past as well as the future.“
- „Die Folgen jeder Handlung sind schon in der Handlung selbst beschlossen.“
- „Mein Ausgangspunkt ist ein Gefühl von Parteilichkeit, ein Gespür für Ungerechtigkeit. Wenn ich anfange, ein Buch zu schreiben, sage ich mir nicht: "Jetzt werde ich ein Kunstwerk schaffen." Ich schreibe es, weil ich eine Lüge entdeckt habe, die ich aufzeigen will, irgend etwas, worauf ich die Aufmerksamkeit lenken möchte.“
- „Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, dass zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles übrige von selbst.“
Werke
- 1933 Down and Out in Paris and London (Erledigt in Paris und London)
- 1934 Burmese Days (Tage in Burma)
- 1935 A Clergyman's Daughter (Eine Pfarrerstochter)
- 1936 Keep the Aspidistra Flying (Die Wonnen der Aspidistra)
- 1937 The Road to Wigan Pier (Der Weg nach Wigan Pier)
- 1938 Homage to Catalonia (Mein Katalonien)
- 1939 Coming Up for Air (Auftauchen um Luft zu holen)
- 1945 Animal Farm (Farm der Tiere)
- 1948 Nineteen Eighty-Four (1984)
- 1968 The Collected Essays
Literatur zum Thema
- Thomas Nöske : Clockwork Orwell. Über die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science Fiction. ISBN 3-928300-70-9
Weblinks
- Schwerpunkt zu George Orwell bei www.zeit.de
- Einige Originaltexte, sowie Bilder von George Orwell (engl.)
- Einige Originaltexte, sowie Bilder von George Orwell (dt.)
- Thilo Weichert: Technik, Terror, Transparenz – Stimmen Orwells Visionen? 2004
- Zum 100. Geburtstag von George Orwell
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Orwell, George |
| ALTERNATIVNAMEN | Eric Arthur Blair (eigentlich) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Schriftsteller und Essayist |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1903 |
| GEBURTSORT | Motihari, Indien |
| STERBEDATUM | 21. Januar 1950 |
| STERBEORT | London, Großbritannien |
