Gesamtmetall
Gesamtmetall ist die Kurzform für den Gesamtverband der metallindustriellen Arbeitgeberverbände e. V., den Zusammenschlus der 16 Landesarbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie.
Der Dachverband Gesamtmetall vertritt als Lobbyist die gemeinsamen und übergreifenden Interessen der M+E-Unternehmen auf Bundesebene. Gesamtmetall ist Mitglied bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin und vertritt über die BDA zentrale Anliegen der Arbeitgeber gegenüber Regierung und Bundespolitik. Die Aufgaben eines Arbeitgeberverbandes liegen vor allem auf den Feldern der Tarif-, Sozial- und Bildungspolitik und die besonderen Arbeits-Schwerpunkte eines bundesweiten Branchen-Dachverbandes wie Gesamtmetall in der Konzeption und Koordination gemeinsamer Aktivitäten der Verbände und in der Kontaktpflege zu politischen Institutionen und zu den Medien auf der Bundesebene. Dabei schließt Gesamtmetall als Dachverband gewöhnlich selbst keine Tarifverträge mit den Gewerkschaften. Diese Aufgabe haben Kraft ihrer Tarifhoheit die sechzehn regionalen Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie, die sich dafür zum Teil zu Verhandlungsgemeinschaften zusammengeschlossen haben. Bei den regionalen Arbeitgeberverbänden sind die Mitgliedsunternehmen organisiert.
In enger Zusammenarbeit mit den Arbeitgeberverbänden der M+E-Industrie entwirft, plant und koordiniert Gesamtmetall die Maßnahmen auf Bundesebene und sorgt dafür, dass die Metall- und Elektro-Industrie immer dann mit einer Stimme spricht, wenn es um wichtige gemeinsame Interessen der Unternehmen geht. Das erfordert in vielen Fällen den schwierigen Ausgleich zwischen den Notwendigkeiten von zwölf sehr unterschiedlichen M+E-Branchen ebenso wie zwischen großen und mittelständischen M+E-Unternehmen.
Aktivitäten
- Gesamtmetall finanziert die Kampagne Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit 9 M€/Jahr.
Geschichte
- 1890 Gründung des Verbandes Deutscher Metallindustrieller mit Sitz in Berlin, kurz darauf umbenannt in Gesamtverband deutscher Metallindustrieller
- 1918 Grundsteinlegung für die Tarifautonomie mit dem Stinnes-Legien-Abkommen; gegenseitige Anerkennung von Arbeitgebern und Gewerkschaften und ihrer Koalitionsfreiheit. Verständigung über die grundsätz-lichen Fragen der Wirtschafts- und Sozialverfassung. Entwicklung des Tarifvertragssystems der Weimarer Republik
- 1933 Selbstauflösung der Arbeitgeberverbände nach Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten
- 1947 Bildung der Arbeitsgemeinschaft der Eisen- und Metallindustrie für die britische Zone
- 1949 Neu-Gründung des Spitzenverbandes aller Arbeitgeberverbände der Metallindustrie unter dem Namen Gesamtverband der Metallindustriel-len Arbeitgeberverbände mit Sitz in Wiesbaden
- 1954 Umzug der Geschäftsstelle nach Köln (Volksgartenstraße)
- 1990 Gründung der neuen ostdeutschen Landesverbände und Beitritt in den Gesamtverband
- 2003 Umzug der Geschäftsstelle von Köln nach Berlin
Weblinks
- http://www.gesamtmetall.de Website des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall
