Geschäftsprozessmodellierung
Geschäftsprozess
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Der Doppeleintrag zum Artikel Geschäftsprozessmodellierung befindet sich unter Geschäftsprozess. –Xflupp 21:27, 14. Jun 2005 (CEST)
In der Literatur hat sich bislang noch keine einheitliche Definition für den Begriff des Geschäftsprozesses herausgebildet. Grundsätzlich kann zwischen zwei Interpretationen unterschieden werden. Die erste ist an die Definitionen von Geschäftsprozessen im Kontext des Business Process Reengineering angelehnt und sieht Geschäftsprozesse als Kernprozesse, die das Leistungsprogramm eines Unternehmens darstellen und als Ergebnis einen Wert für einen Kunden erzeugen. Der zweiten Interpretation liegt ein allgemeines Prozessverständnis zu Grunde: Geschäftsprozesse werden als betriebliche Prozesse, die zur Erstellung der Unternehmensleistung beitragen, verstanden. Dazu gehören beispielsweise auch Prozesse der Produktentwicklung oder Marktforschung. Im Kontext der Wirtschaftsinformatik wird in der Regel von dieser Unterscheidung abstrahiert und unter einem Geschäftsprozess die inhaltlich abgeschlossene, zeitlich-sachlogische Abfolge von Funktionen verstanden, die zur Bearbeitung eines für die Leistungserbringung des Unternehmens relevanten Objekts erforderlich sind. Aus systemtheoretischer Sicht sind Geschäftsprozesse Folgen bestimmter diskreter Zustandsänderungen des betrachteten Systems Unternehmen.
Geschäftsprozessmodellierung
Die Geschäftsprozessmodellierung orientiert sich an der etablierten Vorgehensweise der Modellierung: Zunächst ist der Zweck der Modellierung zu ermitteln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Geschäftsprozessmodelle inzwischen häufig eine multifunktionale Verwendung erfahren (siehe oben). Weiter sind die Modelladressaten zu bestimmen, da die Eigenschaften des zu erstellenden Modells ihren Anforderungen gerecht werden müssen. Es schließt sich die Bestimmung des zu modellierenden Originals – ein Geschäftsprozess – an. Entsprechend der Zielsetzung der Modellierung werden die Merkmale des Geschäftsprozesses spezifiziert, die im Modell abgebildet werden sollen. Dies sind in der Regel nicht nur die den Prozess konstituierenden Funktionen, einschließlich der zwischen ihnen vorhandenen Beziehungen, sondern noch eine Anzahl weiterer Merkmale. In der Literatur finden sich neben Organisationseinheiten unter anderem noch Input, Output, Ressourcen, Informationen, Medien, Transaktionen, Ereignisse, Zustände, Bedingungen, Operationen und Methoden. In der Praxis sind Kombination informaler, semiformaler und formaler Modelle verbreitet: informale textuelle Beschreibungen zur Erläuterung, semiformale graphische Darstellung zur Visualisierung und formalsprachliche Darstellung zur Unterstützung von Simulation und Übertragung in ausführbaren Code. Computerbasierte Werkzeuge bieten heute eine weitgehende Unterstützung vor allem bei der semiformalen Geschäftsprozessmodellierung. Bei der Erstellung von Sollmodellen finden besonders im Umfeld des Customizing Referenzprozessmodelle Verwendung, die prototypische, generische Prozessstrukturen vorgeben und durch Modifikation an die konkrete Situation angepasst werden.
Toolsets und Verfahren zur Geschäftsprozessmodellierung
- Pragmatisch wird zur Modellierung von Geschäftsprozessen in aller Regel auf Standardtools wie Präsentations und Flowchart Programme zurückgegriffen.
- Mathematisch fundiert ist einzig und allein die Modellierung mittels Petri-Netzen, die allerdings umfangreiches Hintergrundwissen erfordert.
- In der betrieblichen Praxis ist vor allem im deutschsprachigen Raum IDS Scheer ARIS im Einsatz. Ein Petri-Netz kann immer in eine eEPK überführt werden, aber nicht umgekehrt.
- Mittlerweile hat sich der Markt der Prozess-Tools stark erweitert. Neben Lösungen von beispielsweise Atoss ist die Software Nautilus (GPM) (macht Potenziale sichtbar) erwähnenswert. Die Software der Gedilan Consulting GmbH prüft alle Eingaben (auch beim grafischen Modellieren) auf methodische Richtigkeit und geschäftsprozessübergreifende Konsistenz.
- Mit UML 2.0 wird ein praktikables und herstellerunabhängiges Toolset erwartet, das der bisherigen "Beschreibungslücke" zwischen Geschäftsprozessmodellierung und Softwaretechnik ein Ende bereiten soll.
