Geschichte der Eisenbahn in Österreich

Dieser Artikel behandelt die Geschichte der Eisenbahn in Österreich.
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Anfänge

Das Kaiserreich Österreich umfaßte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein zusammenhängendes Staatsgebiet, das sich von der Bukowina und Ostgalizien mit Czernowitz und Lemberg im Osten über Krakau, Prag und Wien nach Westen bis zum Bodensee erstreckte, ebenso vom Erzgebirge im Norden Böhmens weit nach Süden bis zum Gardasee in Südtirol und zur Adriaküste bei Triest. Dabei ist das in Personalunion verbundene Königreich Ungarn noch gar nicht berücksichtigt.

Der Bahnbau wurde sowohl vom Staat als auch von privaten Gesellschaften betrieben. Im Jahre 1854 gehörten 924 km von insgesamt 1.355 km, also 68% aller Eisenbahnstrecken dem Staat. Im folgenden Jahrzehnt machte die hohe Staatsverschuldung - nicht zuletzt infolge des verlorenen Krieges gegen Preußen - den Verkauf von "ärarischem" Eigentum erforderlich, dazu gehörten auch fast alle Eisenbahnstrecken. Somit gab es Ende des Jahres 1866 in Österreich nur noch 18 km Staatsbahnstrecken.

Erst ab 1874 erlaubten es die Staatsfinanzen wieder, Eisenbahnen zu bauen und zu betreiben. In rund zwanzig Jahren wuchs das Netz der staatlichen Eisenbahnstrecken auf rund 7.000 km Länge. Nach der Jahrhundertwende gehörten nur noch wenige der Haupteisenbahnen im Kaiserreich privaten Gesellschaften.

Vgl. dazu: Heinersdorff, Richard, Die K. und K. privilegierten Eisenbahnen 1828 - 1918 der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, Wien-München 1975.

Siehe auch: Liste österreichischer Eisenbahngesellschaften

Entwicklung bis 1885

Die Bahnbauer in Österreich-Ungarn wurden ebenso wie die in der Schweiz durch die natürlichen Verhältnisse gezwungen, zwei große Probleme im Eisenbahnwesen zu lösen: die hohen Gebirgszüge der Alpen, welche die Provinzen trennten, waren zu überwinden und zugleich große Massentransporte auf weite Entfernungen zu bewältigen. Die Trassierung von Gebirgsbahnen erforderte neuartige Bauweisen, um die bis dahin ungewohnten Steigungen und Krümmungen zu bezwingen.

Die "Gebirgsmaschine", deren Physiognomie in der Schmiegsamkeit des Radstandes in den Kurven, sei es durch Gelenkstellung, sei es durch verschiebbare Achsen, und durch die ein Maximum der Zugkraft erzielenden Verhältnisse von Zylindermaß, Raddurchmesser und Gewicht gegeben ist, musste geschaffen werden, sowohl in ihren Modifikationen für Güter- als auch für Schnellzüge.

Auf diesem Gebiet der Technik war Österreich auf dem europäischen Kontinent weit vorangeschritten. Eine einmalige technische Leistung war der Bau der Semmeringbahn. Die relativ geringere Bevölkerungsdichte, das Vorwiegen des Ackerbaues und die weiten Entfernungen des Reichs hatten langsamere Bewegung und geringere Zahl der Züge, bez. Eilzüge veranlasst.

Die Gesamtlänge des österreich-ungarischen Eisenbahnnetzes betrug somit am 1. Januar 1885 erst 21.786 km. Der Stillstand in der Entwickelung des Bahnnetzes hatte seit 1880 eine kräftige Initiative seitens des Staats zum Ankauf von Bahnen und zur Verbindung sowie zum Ausbau der in ihrer Gliederung bis dahin zum Teil noch unzusammenhängenden einzelnen Netzteile hervorgerufen.

In Ungarn war das Staatsbahnwesen namentlich binnen wenigen Jahren weit vorgeschritten und hatte zu einer verhältnismäßigen Verdichtung des zuvor lose zusammengefügten und unvollständigen Schienennetzes geführt.

Siehe auch: ÖBB-Geschichte


90px Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn du der Meinung bist, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel entfernt werden.

See also: Geschichte der Eisenbahn in Österreich, 1880, Alpen, Deutschland, Gemeinfrei, Geschichte der Eisenbahn in Deutschland, Geschichte der Schweizer Eisenbahn, Güterzug, Liste österreichischer Eisenbahngesellschaften