Geschichte der militärischen Taktiken

Dieser Artikel beschreibt die unterschiedlichen militärischen Taktiken in den unterschiedlichen Epochen.

Inhaltsverzeichnis

Altertum

Griechen

Die Militärtaktiken im antiken Griechenland entwickelten sich in einem Zeitraum von ungefähr 150 Jahren von der relativ starren Aufstellung der Hoplitenphalanx hin zum kombinierten Einsatz von schwerer und leichter Infanterie und der Kavallerie sowie später auch Kriegselefanten durch die Makedonen.


Im 6. und frühen 5. Jahrhundert bestand der Kern der griechischen Heere aus schwerbewaffneten Hopliten, mit Ausnahme der Spartiaten Bürgersoldaten, die nur in Kriegszeiten zu den Waffen gerufen wurden. Die schwere Ausrüstung aus Harnisch und Bronzeschild und die für ein Milizheer leicht zu erlernenden Vorgehensweise paßten gut zur geschlossenen Phalanx. Die Schlachtordnung wurde in der Regel in 8 Rängen aufgestellt, obwohl tiefere Aufstellungen bekannt sind. Die besten Truppen wurden rechts aufgestellt, zumindest teilweise in der Tendenz der Phalanx begründet, bedingt durch die rechthändige Speerführung und die überlappenden Schilde leicht nach Rechts zu driften. Aus diesen beiden Faktoren entwickelten sich Schlachten zwischen griechischen Heeren oft zu einem Wettlauf der rechten Flügel. Wer den schwächeren linken Flügel des Feindes zuerst werfen konnte blieb meist Sieger, da der frei werdende rechte Flügel dann das zentrum umfassen konnte. Die überlegenen spartanischen Hopliten entschieden auf diese Art die meisten ihrer Schlachten, bis der [[Theben|Thebaner] Epameinondas den linken Flügel verstärkte und auch deutlich tiefer aufstellte und so den spartanischen rechten Flügel in den Schlachten von Leuktra und Mantineia vernichten konnte (schiefe Schlachtordnung).


Hatten anfangs Leichtbewaffnete und Reiterei nur unterstützende Rollen gespielt, wurde der Einsatz leichtbewaffneter Peltasten zunehmend bedeutender. Bei Sphakteria gelingt es im peloponnesischem Krieg einer attischen Streitmacht aus vorwiegend leichtbewaffneten unter Vermeidung einer offenen Feldschlacht, ein spartanisches Korps aufzureiben. Zu Ende des 5. Jahrhunderts nimmt die Rolle der Peltasten zu, gleichzeitig wird die Ausrüstung der Hopliten leichter, was sie taktisch flexibler da beweglicher macht. Gleichzeitig kommt in den griechischen Staaten das Söldnerwesen auf, die Bürgermiliz verliert im 4. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Die veränderte Ausrüstung und Ausbildung lößt neue Taktiken zu. Erste Experimente mit 'leichten' Hopliten nimmt der attische Söldnerführer Iphikrates vor, aber erst der makedonische König Philipp II. revolutioniert die Phalanx.


Der makedonische Phalangit trägt anstelle des Speeres einen langen Spieß, die Sarisse. Ein kleinerer umgehängter Schild ermöglicht die beidhändige Führung, die auf 16 Ränger vertiefte Phalanx aus Berufssoldaten wird in taktische Körper von 256 Mann aufgeteilt, wodurch die Schlachtordnung deutlich flexibler wird und auch komplexere Manöver durchführen kann. Neben den leichtbewaffneten führt Philipp die erste schwere Schlachtreiterei der Geschichte ein, die vor allem unter Führung seines Sohnes Alexander berühmt gewordenen Gefährten, die den entscheidenden Stoß in der Schlacht durchführen sollen, nachdem die Phalangen den Feind gebunden haben.

Römische Legion

Die römische Armee war in einer Schlacht meist in zehn Kohorten aufgeteilt, die jeweils längs zum Schlachtfeld in einer rechteckigen Schildkrötenformation einmarschierten. Bei dieser Formation marschieren die Legionäre geschlossen und schützten sich mit ihren großen Schilden vor Pfeilbeschuss und geworfenen Steinen.

In der ersten Schlachtreihe marschierten vier Kohorten, die direkt von Beginn an kämpften. In der zweiten Schlachtreihe, etwas versetzt zur ersten, marschierten drei Kohorten, die die Lücken zwischen den ersten vier schlossen und ebenfalls von Beginn an mitkämpften. Die übrigen drei Kohorten blieben vorerst zurück und dienten als Verstärkung.

Die Schlacht wurde meist mit Pila eröffnet. Diese Wurfspieße blieben fast immer in den Schilden der Gegner stecken, bogen sich aufgrund des weichen Metalls im Kern ihres Griffes um, und zwangen die Gegner, ihre Schilde abzulegen. Danach ging die römische Armee zum Nahkampf über.

Mittelalter

Die Taktik in der mittelalterlichen Kriegführung ist geprägt von den Einflüssen von Rittern, Fußsoldaten und Landsknechten.

Neuzeit bis zum 19. Jhdt.

Spätes 19.Jhdt.

Ab der mitte des 19.Jhdts. kam es zu erheblichen Fortschritten in der Waffentechnik. Gewehre mit gezogenem Lauf steigerten die nutzbare Reichweite auf ein vielfaches, die Einführung von Hinterladern mit Metallpatronen und später Magazinen steigerte die Feuerkraft der Infanterie, hinzu kam die Einführung des rauchschwachen Pulvers, das das bisher verwendete Schwarzpulver ablöste. Weiterhin wurde die ersten Maschinengewehre entwickelt. Auch bei der Artillerie kam es durch gezogene Rohre, Hinterlader und den Rohrrücklauf zu einer Steigerung der Reichweite und Feuergeschwindigkeit. Sprengeschosse ersetzten die bisherigen Vollkugeln und Kartätschen und steigerten so die Wirkung im Ziel.

Dadurch konnten Truppenteile nicht mehr geschlossen auf dem Gefechtsfeld operieren. Auch die Tarnung wurde auf einmal wichtig. Die bisherigen Kolonnen wurden zu Gunsten von Schwarmlinien aufgegeben. Dies bedeutete aber eine erheblich größere Ausdehnung der einzelnen Truppenteile und damit ein Führungsproblem, insbesondere durch das Fehlen geeigneter beweglicher Fernmeldemittel. Damit kam den einzelnen Unterführern erheblich mehr Verantwortung zu.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurden die oben skizzierten Weiterentwicklungen noch erheblich gesteigert. Nachdem zu Beginn des Krieges noch teilweise die Grundsätze des 19. Jhds. zur Anwendung kamen, so wurden die Truppen durch die gesteigerte Waffenwirkung in Deckung gezwungen, bis ein durchgehendes Grabensystem zwischen der Schweiz und der Nordsee entstand. Diese durchgehende Front erzwang auch die Anpassung an bisher für die Kriegführung ungeeignet angesehene Geländeformen, so kam es zur Gründung von Gebirgstruppen. Der Ausbau der Stellungen führte zu einer Steigerung des Artillerieeinsatzes. Es wurde versucht, die gegnerischen Truppen durch massives Feuer zu vernichten und die Reste mit einem klassischen Frontalangriff zu werfen. Diese Taktik erwies sich jedoch als unzureichend. Insbesondere die deutsche Seite entwickelte eine flexiblere Taktik, die die geschlossene Frontline auf einzelne Widerstandsnester aufteilte und starke Reserven außerhalb der Reichweite der gegnerischen Artillerie beließ. Diese Reserven wurden bei einem gegnerischen Angriff zur Bereinigung von Einbrüchen eingesetzt. Auch im Angriff wurde durch die Bildung von Sturmtruppen, kleineren, autarken Einheiten neue Wege beschritten. Diese Einheiten suchten Schwachstellen der gegnerischen Front, Widerstandsnester wurden umgangen und der Angriff in die Tiefe vorgetragen. Diese Taktik erwies sich als relativ erfolgreich, allerdings blieb die anfangs erfolgreiche Offensive des Jahres 1918 auf Grund von unzureichenden Reserven und Nachschubmangel liegen.

Auf Alliierter Seite wurden gepanzerte Fahrzeuge entwickelt, die zumindest vor Infanteriewaffen Schutz boten. Im Einsatz als Infanteriebegleitwaffe konnten Anfangserfolge erzielt werden, allerdings konnten einzelne Panzer durch Feldartillerie bei einem Durchbruch meist ausgeschaltet werden. Durch den Einsatz in geschlossenen Verbänden konnten hingegen beträchtliche Erfolge erzielt werden. (Am 8. August 1918 gelingt bei Amiens ein Durchbruch durch die deutsche Front, Schwarzer Tag des deutschen Heeres)

Zweiter Weltkrieg

Siehe auch

See also: Geschichte der militärischen Taktiken, Alexander der Große, Artillerie, Athen, Epameinondas, Gebirgstruppe, Hopliten, Infanterie, Iphikrates, Kavallerie