Geschichte des Hörfunks
Die Hörfunkgeschichte beschreibt die Entwicklung des Hörfunks und des Radioapparates. Die Anfänge des neuen Mediums sind in dem Artikel Rundfunkgeschichte beschrieben.
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Der Weg zum Massenmedium
1920 nimmt in Pittsburgh (USA) die erste kommerzielle Radiostation ihren regelmäßigen Betrieb auf.
Am 20. Dezember 1920 wird aus Königs Wusterhausen bei Berlin das erste Mal ein sogenanntes Weihnachtskonzert gesendet. Seitdem gilt der Funkerberg als die Geburtsstätte des öffentlichen Rundfunks in Deutschland
1923, am 6. April, wird der erste Radioclub in Berlin gegründet sowie der Verband der Rundfunkindustrie in Berlin.
Am 29. Oktober 1923 wird die erste Unterhaltungssendung aus dem Vox-Haus ausgestrahlt, wenige Tage später folgt die erste Nachrichtensendung der Berliner Funk-Stunde.
Am 1. Januar 1924 gibt es in Deutschland 1.580 Rundfunkteilnehmer.
1924 werden weitere Sender eröffnet: Frankfurt am Main I und München I (30. März ), Sender Hamburg I (2. Mai), Sender Stuttgart I (10. Mai), Sender Breslau I (26. Mai) und Sender Königsberg I (14. Juni). Zuletzt die Westdeutsche Funkstunde AG in Münster (10. Oktober).
Am 29. Mai findet die erste Rundfunkausstellung in Hamburg statt.
Am 1. Januar 1925 beträgt die Zahl der Rundfunkteilnehmer: 548.749
Am 3. September 1926 wird der Funkturm in Berlin eingeweiht.
Der Rundfunk im Dritten Reich
1933 wird der Rundfunk völlig verstaatlicht und wird das wichtigste Propagandainstrument der Nationalsozialisten, kontrolliert und geleitet vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Dr. Joseph Goebbels).
Am 22. März 1935 wird der erste regelmäßige Fernsehprogrammbetrieb der Welt aufgenommen; in Berlin, Leipzig und Potsdam werden 28 öffentliche Fernsehstuben eingerichtet.
1936 können die Olympischen Spiele live von rund 160.000 Zuschauern am Bildschirm verfolgt werden; aufgezeichnet werden kann aus technischen Gründen allerdings noch nichts.
Ab 1940 wird im Rundfunk ein Einheitsprogramm ausgestrahlt, das im Laufe der Kriegsjahre sein Programm immer weiter einschränken muss.
Am 7. Mai 1945 verkündet der letzte intakt verbliebene Sender Flensburg die bedingungslose Kapitulation.
Der Wiederaufbau des Rundfunks
1945 nutzen die Alliierten den Hörfunk bald zur Kontrolle der wirtschaftlichen und politischen Lage sowie zur Demokratisierung der deutschen Bevölkerung. In der amerikanischen Zone werden dezentral mehrere Sender errichtet, in der französischen und britischen jeweils ein zentraler. Später sollte der Rundfunk in den westlichen Besatzungszonen nach dem Vorbild der britischen BBC neu organisiert werden, da diese Form möglichst staatsfern und deshalb nicht mehr so einfach zu mißbrauchen zu sein schien.
In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wird bereits kurz nach Kriegsende am 13. Mai 1945 aus dem alten Berliner Rundfunkgebäude in der Masurenallee (ab Juli britischer Sektor, später Sitz des ehemaligen SFB) die erste Radiosendung ausgestrahlt. Verantwortlich für das Programm war der zur Gruppe Ulbricht gehörende KP-Funktionär Hans Mahle unter Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration (SMAD). (Für die weitere Entwicklung, s. Rundfunk der DDR).
Zwischen 1948 und 1949 wurden durch die Landesrundfunkgesetze der Bayerische Rundfunk, der Hessische Rundfunk, Radio Bremen und der Süddeutsche Rundfunk gegründet.
1950 schließen sich alle Landesrundfunkanstalten zur Arbeitsgemeinschaft öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammen.
Weihnachten 1952 strahlt der NWDR das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Nachkriegszeit aus.
1953 wird im sogenannten Fernsehvertrag vereinbart, zukünftig ein gemeinsames Fernsehprogramm der ARD zu veranstalten.
1956 läuft die erste Werbesendung in Deutschland.
1961 wird das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) durch einen Staatsvertrag gegründet.
Am 1. April 1963 nimmt das ZDF den Fernsehbetrieb auf.
1964 strahlt der Bayerische Rundfunk als erste Anstalt ein Drittes Fernsehprogramm aus.
Ab 1967 gibt es in der BRD Farbfernsehen.
1977 wird auf der Funkausstellung Berlin Videotext und Bildschirmtext vorgestellt.
1978 kommen die ersten Videorecorder auf den deutschen Markt.
Das duale Rundfunksystem
Anfang 1984 nehmen Sat 1 (bis 1985 unter dem Namen PKS) und RTL als erste private Fernsehprogramm in Deutschland den Betrieb auf.
Am 23. Juli 1988 wird mit Radio Dreyeckland in Freiburg das erste deutsche freie Radio legalisiert, nachdem eine juristische Verfolgung des Piratenradios aussichtslos wurde. In der Schweiz ging am 14. November 1983 das freie Radio Radio LoRa in Zürich auf Sendung. In dem Zusammenhang mit den "freien Radiostationen" spricht man auch vom "trialen Rundfunksystem".
Das Ende des Staatsrundfunks
Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden 1990/91 die ostdeutschen Sender umbenannt, Personal abgebaut und der Sendebetrieb auf Grundlage des Staatsvertrags über den Rundfunk im vereinigten Deutschland zum 31. Dezember 1991 eingestellt.
Die ARD wurde um die beiden ostdeutschen Anstalten ORB (2003 mit dem SFB zum RBB fusioniert) und MDR erweitert. Im Hörfunk entstand aus der Fusion ehemaliger Ostberliner (DS Kultur) und Westberliner Sender (RIAS 1) 1994 das DeutschlandRadio Berlin (heute: Deutschlandradio Kultur).
Zukunft
Bis 2010 soll das Fernsehen in Deutschland komplett von analoger auf digitale Übertragung umgestellt sein. Die Europäische Kommission fordert von den Mitgliedstaaten die Abschaltung des analogen Rundfunks bis Anfang 2012. Deutschland hat sich verpflichtet, den analogen Rundfunk (darunter auch UKW, Mittelwelle) bis 2010 abzuschalten. Technischer Nachfolger für den analogen Hörfunk ist DAB.
Literatur
- Konrad Dussel: Deutsche Rundfunkgeschichte. Konstanz: UVK Medien, 1999. ISBN 3-89669-250-X
- Hans-Jürgen Krug: Radiolandschaften. Beiträge zur Geschichte und Entwicklung des Hörfunks. Frankfurt/M.: Lang, 2002.
- Heinz-Werner Stuiber: Massenmedien in Deutschland, Bd. 2: Rundfunk. Koblenz: UVK Medien, 1998.
