Geschichte des Kantons Schwyz
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Frühe Unabhängigkeit
Das alte Schwyz, welches 970 zum erstenmal erwähnt wird, erscheint von Anfang an als eine Gemeinde meist freier Bauern mit einheimischen Ammännern an der Spitze; doch waren die Habsburger als Grafen vom Zürichgau, zu dem es gehörte, seine Gerichtsherren. Im Dezember 1240 erhielt es von Friedrich II. zum Dank für geleisteten Zuzug einen Freiheitsbrief, der es der Gerichtshoheit der Habsburger entzog; allein diese erkannten denselben nicht an, und nach langer Fehde mußte Schwyz unter ihre Botmäßigkeit zurückkehren. Nachdem es 1291 das ewige Bündnis mit Uri und Unterwalden geschlossen hatte, erlangte es 1309 von Heinrich VII. die rechtskräftige Bestätigung seiner Reichsfreiheit und sicherte diese durch den Sieg in der Schlacht am Morgarten vom 15. November 1315.
Ausdehnung
Die zähe Energie und der wilde Heldenmut, den die Schwyzer bei jeder Gelegenheit an den Tag legten, gab ihnen eine Art Hegemonie unter den Landkantonen, so daß ihr Name von den Fremden bald auf die gesamten Waldstätten und seit dem Sempacher Krieg auf die ganze Eidgenossenschaft angewendet wurde. Teils durch Eroberung, teils durch Kauf brachte Schwyz die Österreich zustehende Gerichtshoheit und Schirmherrschaft über Einsiedeln, die March und Küssnacht am Rigi an sich.
Gegen die Reformation wehrte es sich mit allen Kräften und stand mit Eifer zu den katholischen Sonderbestrebungen.
Helvetik und Mediation
Der helvetischen Einheitsrepublik von 1798 fügte es sich erst, als es nach den Kämpfen an der Schindellegi und am Morgarten (2. Mai) die Nutzlosigkeit weiteren Widerstandes erkannte. Darauf wurde Schwyz dem Kanton Waldstätten einverleibt, blieb aber unter der Führung Aloys Redings der Herd des Föderalismus. Die Mediationsakte stellte 1803 die kantonale Selbständigkeit von Schwyz wieder her, zugleich wurde Gersau, welches 1332 bis 1798 ein unabhängiger, mit den Waldstätten verbündeter Freistaat gewesen war, damit vereinigt.
Drohende Kantonsspaltung
Bei der Reaktion von 1814 zwang Altschwyz seine ehemaligen Untertanen March, Einsiedeln und Küssnacht zu einem Vergleich, wonach es ²/₃, diese aber nur ¹/₃ des Landrats zu bestellen hatten. 1830 verlangten die äußern Bezirke die Wiederherstellung der Rechtsgleichheit und konstituierten sich, da Altschwyz sich weigerte, als selbständiger Kanton "Schwyz äußeres Land" (Mai 1832). Als sich hierauf Schwyz am 31. Juli 1833 anschickte, die abgefallenen Landschaften mit Waffengewalt zu unterwerfen, wurde es von der Tagsatzung militärisch besetzt, bis am 13. Oktober eine neue Verfassung die beiden Landesteile auf der Basis der Rechtsgleichheit wieder vereinte.
Sonderbundskrieg und Verfassungsrevisionen
Auch in der Folge blieb Schwyz der klerikalen Politik treu und bewies sich als eifriges Glied des Sonderbundes. Durch die Verfassungsrevisionen von 1848 und 1855 trat Schwyz aus der Reihe der Landsgemeindekantone in die der Repräsentativdemokratien über.
Weblinks
| 90px | Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn du der Meinung bist, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel entfernt werden. |
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