Geschichten aus dem Wienerwald

Geschichten aus dem Wienerwald (auch G'schichten aus dem Wienerwald) ist ein Musikstück von Johann Strauß (Sohn) (op.325, Entstehungsjahr 1868, Spieldauer 10-12 Minuten).

Das Stück ist eine Walzerkette aus sechs Walzern mit der Zither als hervorgehobenes Solo-Instrument. Zur Zeit der Entstehung war der Walzer schon längst vom anrüchigen Dorftanz zum hochgeachteten Gesellschaftstanz aufgestiegen. Die Namensgebung sollte die Herkunft des Tanzes aus der Volksmusik des Wiener-Wald-Gebiets in Erinnerung bringen.


In Anspielung auf dieses Stück entstand 1931 das Theaterstück Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth, das gleich im selben Jahr mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. Die kaum merkliche Änderung der Rechtschreibung wird in Zitaten und Verfilmungen oft ignoriert (so auch der Film von Erich Neuberg)

Das Volksstück spielt in der Wachau, in Josefstadt und im Wienerwald in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Erzählt wird das Schicksal von Marianne, einer jungen, naiven Frau, die sich von ihrem Verlobten Oskar trennt, weil sie sich in einen anderen Mann, Alfred, verliebt hat, der sich aber eigentlich auf nichts Ernstes mit ihr einlassen will. Für diesen Fehler muss sie bitter bezahlen.

Eine Bühnenmusik zu dem Stück wurde von Werner Pirchner (PWV 26) komponiert.

Inhalt

Marianne ist mit Oskar verlobt. Sie lernt Alfred bei einem Picknickausflug kennen, dieser lässt sich von Valerie aushalten und lebt von Rennwetten. Valerie bandelt währenddessen mit Erich, ein Neffe des Zauberkönigs, an. Alfred schafft es, sich Marianne gefügig zu machen und das Eheversprechen mit Oskar zu brechen. Ihr Vater, dessen „Altersvorsorge“ die Fleischhauerei gewesen wäre, verstoßt Marianne darauf. Diese zieht zu Alfred und bekommt bald darauf ein Kind von ihm. Um von der Geliebten, deren Anhänglichkeit ihm bald lästig wird, wieder freizukommen, bringt Alfred sie bei einer „Tanzgruppe“ unter. Das Kind gibt sie zu Alfreds Mutter in die Wachau. Oskar liebt Marianne immer noch, er will sie auch noch heiraten, doch er will das Kind nicht aufnehemen. Marianne landet im "Maxim", wo sie halbnackt in den sogenannten "Lebenden Bildern" posieren muss. Aus Not bestiehlt sie einen Gast und kommt ins Gefängnis. Nach der Entlassung kehrt sie verzweifelt ins Elternhaus zurück. Ihr Vater, durch die Hilfe Valeries einsichtig geworden, verzeiht ihr, Oskar will sie, auch mit ihrem Kind, heiraten. Alfred kehrt zu seiner Valerie zurück. Als alle in die Wachau zu Alfreds Großmutter kommen um das Kind abzuholen, erfährt Marianne, dass, durch die Schuld der Großmutter, ihr Kind, sie wollte Alfred von dieser „Last“ befreien, gestorben sei. Gebrochen und zu tiefst traurig geht Marianne mit Oskar davon.

Verfilmungen

Filmdaten
Originaltitel: Geschichten aus dem Wienerwald
Produktionsland: Österreich
Erscheinungsjahr: 1961
Länge: 120 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK ?
Vorlage: Geschichten aus dem Wiener Wald
Volksstück von Ödön von Horváth
Crew
Regie: Erich Neuberg
Drehbuch:  ?
Musik:  ?
Kamera: Ernst Huber
Peter Jasicek
Harald Windisch
Bildschnitt: Walter Sihorsch
Lichtgestaltung: Erich Windisch
Ton: Hans Trilety
Johann Oehl
Technische Leitung: Robert Theiner
Regieassistenz: Wolf Dietrich
Produktionsassistenz: Hans Mayr
Studioassistenz: Gerhard Wührer
Musikalische Leitung: Hans Hagen
Kostüme: Edith Almoslino
Szenenbild: Robert Posik
Produktion: Erich Neuberg
Darsteller
Alfred: Walter Kohut
Die Mutter: Paula Nefzger
Die Großmutter: Lotte Lang
Der Hierlinger Ferdinand: Karl Hackenberg
Valerie: Jane Tilden
Oskar: Helmut Qualtinger (als Helmuth Qualtinger aufgeführt)
Ida: Susi Plha
Havlitschek: Michael Janisch
Eine gnädige Frau: Gertie Rathner
Rittmeister: Hans Unterkirchner
Marianne: Johanna Matz
Zauberkönig: Hans Moser
Tante: Alexandra Herrmann
Tante: Rosl Dorena
Erich: Götz von Langheim
Emma: Maria Gabler
Beichtvater: Josef Krastel
Der Mister: Fritz Eckhardt
Der Conferencier: Peter Gerhard

Erstmals verfilmt wurde das Stück 1961 und 1964 (für das Fernsehen) unter der Regie von Erich Neuberg, mit Johanna Matz (Marianne), Walter Kohut (Alfred), Helmut Lohner, Hans Moser (Moser spielte schon bei der Uraufführung 1931 in Berlin den Vater der Marianne), Helmut Qualtinger (Oskar), Jane Tilden (Valerie) und anderen.

Eine weitere Verfilmung entstand 1979 unter der Regie von Maximilian Schell, mit Birgit Doll (Marianne), Hanno Pöschl (Alfred), Helmut Qualtinger (Zauberkonig), Jane Tilden (Valerie), Adrienne Gessner (Alfreds Großmutter), Götz Kauffmann (Oskar), André Heller (Hierlinger), Robert Meyer (Erich), u.a.

Weblinks

See also: Geschichten aus dem Wienerwald, 1868, 1931, 1961, Adrienne Gessner, André Heller, Berlin, Deutsche Sprache, Drehbuch, Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft