Geschichtsfälschung
Der Ausdruck Geschichtsfälschung bezeichnet den Versuch einzelner Personen oder Gruppen, einen Teil der menschlichen Geschichte so umzuschreiben oder falsch darzulegen, dass dadurch ein dem vorherrschenden historischen Konsens zuwiderlaufendes "verfälschtes" Geschichtsbild entsteht.
Die extremste Form von Geschichtsfälschung wird von Vertretern der Geschichtskritik und der Chronologiekritik unterstellt, die annehmen, dass ganze Jahrhunderte erfunden worden seien. (vgl. Erfundenes Mittelalter)
Geschichtsfälschung wird häufig in Bezug auf Kriege betrieben. Auch der Versuch mancher fundamentalistischer Christen und Sekten, das wissenschaftliche Geschichtsbild durch ein kreationistisches zu ersetzen, nach dem die Erde etwa nur 6000 Jahre alt wäre, wird dazu gezählt.
Die wohl bekanntesten Beispiele sind die Dolchstoßlegende zum Ersten Weltkrieg und der Revisionismus in Bezug auf den deutschen Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkrieges.
Neonazistische Gruppen behaupten immer wieder, dass der Holocaust nicht stattgefunden habe, es keine deutschen Kriegsverbrechen gegeben habe, Polen Deutschland zuerst angegriffen habe, etc. - in dem Bestreben, den Nationalsozialismus zu verharmlosen und ihn damit wieder salonfähig zu machen.
Von Geschichtsfälschung zu unterscheiden ist Geschichtsverfälschung, die ungewollt auftritt, wenn aufgrund mangelnder Information falsche Schlüsse über eine historische Epoche oder Kultur gezogen werden. Dies geschieht vor allem bei Kulturen, deren Sprache unübersetzbar oder verloren ist.
Zitate
Napoleon Bonaparte: "Geschichte ist Lüge, auf die man sich geeinigt hat."
