Geschichtswissenschaft

Die Geschichtswissenschaft ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit vergangenen Ereignissen und Entwicklungen von Menschen, Völkern, Gemeinschaften, Gesellschaften, Städten, Ländern, Staaten, Herrschern und Beherrschten. (vgl. Geschichte)

Geschichtsdarstellung war in den Anfängen noch halb mythologisierend, dann erzählend (vgl. Geschichte der Geschichtsschreibung). Erst im 19. Jahrhundert begann man sich in Europa verstärkt nach wissenschaftlichen Kriterien (Heuristik, Quellenkritik, Textkritik, Objektivität) mit der Geschichte zu befassen (vgl. Geschichte der Geschichtswissenschaft). Aber letztlich bleibt die Geschichtswissenschaft auch heute noch immer durch die Werthaltungen der Gegenwart bzw. durch das Wertesystem des Wissenschaftlers beeinflusst. (vgl. Hermeneutik, Hermeneutischer Zirkel, Interpretation). Ein Teilgebiet der Geschichtswissenschaft, die sich mit den Grundlagen des Fachs Geschichte befaßt, ist die Historik.

Inhaltsverzeichnis

Teilbereiche

Je nach Ausdehnung des betrachteten Geschichtsraumes spricht man von Weltgeschichte, Geschichte Europas, Amerikas, Asiens, Afrikas, Australiens von Nationalgeschichte, Regionalgeschichte und Lokalgeschichte.

Andere Einteilungen beziehen sich weniger auf den geographisch-kulturellen Umfang als auf die Einteilung in bestimmte Epochen. Die Vor- und Frühgeschichte umfasst den Zeitraum zwischen dem ersten bewusst hergestellten Steingeräten vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis zu den ersten schriftlichen Aufzeichnungen.

Erst bei Vorliegen von Schriftdokumenten spricht man von Geschichte im engeren Sinne. Das Ende der Vorgeschichte liegt daher in jeder Kultur zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt. Heutige steinzeitliche Kulturen befinden sich also noch in der Phase der Vorgeschichte. Schriftdokumente finden sich grundsätzlich erst in der Phase der Hochkulturen.

Seit Cellarius (16381707) unterteilt man die Geschichte Europas und des Mittelmeerraums in die historisch datierbaren Zeiträume von Alter Geschichte, Mittelalterlicher Geschichte und Neuerer Geschichte. Diese europäische Periodisierung in Altertum, Mittelalter und Neuzeit lässt sich selbstverständlich nicht anwenden auf außereuropäische Hochkulturen - etwa in der chinesischen Geschichte oder in Japan, Indien oder Mittel- und Südamerika.

Die marxistische Geschichtsschreibung erhebt den Anspruch, ein auf fast alle Kulturen anwendbares Periodisierungsschema aufgestellt zu haben und schlägt (1) die klassenlose Urgesellschaft, (2) die Sklavenhaltergesellschaft, (3) den Feudalismus, (4) den Kapitalismus und (5) den Sozialismus-Kommunismus als Unterscheidungsschema vor. - Allerdings sah schon Marx, dass diese Einteilung den Kulturen im asiatischen Raum nicht gerecht wird, weshalb er zusätzlich von der asiatischen Produktionsweise spricht.

Europas

Die Geschichtswissenschaft orientiert sich in Mitteleuropa an den drei großen Abschnitten

Entsprechend spezialisiert sich auch die Geschichtswissenschaft. Dabei tritt freilich noch die

Teilgebiete der Geschichtswissenschaft

Sachbereiche:

Kulturen:

nach Betrachtungsweisen:

Historische Hilfswissenschaften:

Verwandte Bereiche:

Literatur

Siehe auch

See also: Geschichtswissenschaft, 1638, 1707, 19. Jahrhundert, Alltagsgeschichte, Alte Geschichte, Altertum, Archivkunde, Archäologie, Asiatische Produktionsweise