Downburst
Ein Downburst (dt.: Gewitterfallböe) ist eine schwere Fallböe, die meist bei Gewittern auftritt. Dabei wird der Abwind so stark beschleunigt, dass eine konzentrierte Böe wie ein „Sack“ aus dem Niederschlagsbereich ausfällt und am Boden schwere Schäden anrichten kann. Ursache ist ein trockener Wind im mittleren Wolkenniveau (rear inflow jet), der im Niederschlagsbereich Verdunstungskälte hervorruft und den Abwind beschleunigt.
Die trockenen Downbursts, die die Bedingungen einer durchweg trockenen, aber gleichzeitig labilen Atmosphäre benötigen, treten in den USA häufiger, in Europa hingegen vergleichweise seltener auf. Downbursts sind je nach Größe unterteilt in Microbursts und Macrobursts. Der Starburst stellt eine Spezialform dar und kann tornadische Fallmuster erzeugen.
Downbursts zeigen sich im Schadensbild oft durch flächenhafte Schäden, in Wäldern oft Bruch-, Wurf- und Druckschäden. Letztere überwiegen am Ende einer Schadensstelle, die auch schneisenförmig sein kann. Innerhalb eines Downbursts nehmen die Windgeschwindigkeiten oft stark zu. Der Mehrzahl von Downburstschäden sind die einheitlichen Fallrichtungen (Wald) gemeinsam, wobei Abweichungen von Fallrichtungen meist geländebedingt sind und auf Verwirbelung beruhen. Eine gängige Theorie geht von den stärksten Schäden zu Beginn einer Schadensstelle aus, die sich als sogenanntes „Ausfließen“ abschwächen. Im Zweifelsfall einer Schadensanalyse ohne Augenzeugen ist der Fall eines Downbursts eher anzunehmen als der eines Tornados, da sie weitaus häufiger vorkommen. Downbursts und Tornados werden jedoch häufig verwechselt.
Laut TorDACH zählt eine schwere Fallböe ab Beaufort 12 zum Downburst (F0-T0). Schwächere Fälle kommen zu oft vor und verweichen daher die Statistik, weshalb man sie nach dieser Definition nicht mit einschließt.
