Ghana
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Wahlspruch: Freedom and Justice | |||||
| Amtssprache | Englisch | ||||
| Hauptstadt | Accra | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Präsident | John Agyekum Kufuor | ||||
| Fläche | 238.537 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 20.757.032 (Stand Juli 2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 82,6 Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Cedi | ||||
| Zeitzone | UTC | ||||
| Nationalhymne | God Bless Our Homeland Ghana | ||||
| Kfz-Kennzeichen | GH | ||||
| Internet-TLD | .gh | ||||
| Intern. Vorwahl | +233 | ||||
| Lage Ghanas in Afrika | |||||
| Karte Ghanas | |||||
Ghana (früher Goldküste), liegt in Westafrika und grenzt an Côte d'Ivoire, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantik). Der Volta-See ist der größte Binnensee Ghanas.
| Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Die 540 Kilometer lange Küste ist wenig gegliedert. Von der Küstenniederung steigt das Land zum Hochland von Ashanti an (300 – 800 m. ü. M.). Nordöstlich schließt das Voltabecken an. Das Land entwässert großenteils über den Volta, der in seinem Unterlauf durch den Akosombo-Staudamm zu einem der größten Stauseen der Erde aufgestaut wird. Die nördlichen Gebiete zählen bereits zur Großlandschaft Sudan.
Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Norden um 1.000 mm, im westlichen Küstenabschnitt bis zu 2.200 mm. Bei Accra erreicht sie kaum 800 mm. Nur im feuchtheißen Südwesten wächst Regenwald, der in regengrünen Feuchtwald übergeht. Die Waldbestände sind durch die fortschreitende Rodung bedroht. Landeinwärts folgen Feuchtsavanne und Trockensavanne.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Accra 1.963.460 Einwohner, Kumasi 1.468.797 Einwohner, Tamale 360.644 Einwohner und Tema 353.556 Einwohner.
Siehe auch: Liste der Städte in Ghana
Bevölkerung
Die wichtigsten ethnischen Bevölkerungsgruppen Ghanas sind Akan, Moshi-Dagomba, Ewe und Ga. In Ghana herrscht eine große Sprachvielfalt ungefähr 46 Sprachen, die Amtssprache ist Englisch. Die Mehrheit der Bevölkerung hat den christlichen Glauben.
Daneben existieren jedoch vor allem im Norden Minderheiten von Muslimen und Anhängern indigener Religionen. Die Lebenserwartung lag 2002 bei Männern bei 55,3 Jahren und bei Frauen bei 57,9 Jahren. Das Pro-Kopf-Einkommen (BSP) lag bei etwa 300 Euro.
Soziale Situation
Die vorherrschende Gesellschaftsstruktur ist die Großfamilie, welche einerseits für jeden Hilfe und Unterstützung bereithält und ihn bei Problemen „auffängt“, andererseits aber auch ihren „Zoll“ verlangt, und viele müssen bis zur Hälfte ihres Lohnes an die Familie abtreten. Diese Strukturen weichen allerdings in den Städten immer mehr auf und oft findet man schon Kinder, die von ihren Eltern nicht mehr versorgt werden.
Im ganzen Land ist eine starke Wanderung Richtung Süden zu spüren. Jugendliche aus der Zentralregion Ghanas ziehen nach Accra und Tema um dort Arbeit zu finden, während Jugendliche aus den nördlichen Gebieten Zuflucht in Städten wie Kumasi und Sunyani suchen. Da ihr Ausbildungsstand meistens gering und das Arbeitsangebot natürlich begrenzt ist, landen sehr viele dieser Jugendlichen auf der Straße. Der Ausbildungsstand der Bevölkerung ist insgesamt relativ niedrig. Auch wenn viele Leute die Möglichkeit haben eine Grundschule zu besuchen, sind immer noch um die 30 % der Bevölkerung Analphabeten..
Geschichte
Der moderne Staat Ghana hat seinen Namen vom alten Reich Ghana , das geographisch einige tausend Kilometer nordwestlich gelegen war und in keiner historischen Kontinuität zum modernen Staat Ghana steht. Groß Friedrichsburg in Princess Town war im 17. Jahrhundert eine brandenburgisch-preußische Kolonie.
Um 1820 übernahm das Colonial Office die britischen Handelsposten an der Goldküste. Es gab Abkommen mit dem Volk der Fanti, die gegen die Ashanti aus dem Binnenland verteidigt wurden. Im Jahr 1874 wurde erklärten die Briten den Küstenstreifen zur Kronkolonie. Das Ashantiland im Innern des Landes als auch die Nordterritorien nördlich davon wurden endgültig 1901 annektiert und vom Gouverneur, dessen Residenz in Accra war, direkt verwaltet. In manchen Küstenstädten wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts indigene Gemeinderäte zugestanden.
1925 kam es unter Gouverneur Gordon Guggisberg zu einer Verfassungsreform. Im Ashantiland und in den Nordterritorien wurde die 'Indirect Rule' eingeführt. Die dortigen Häuptlinge waren dem Gouverneur in Accra direkt unterstellt. In der eigentlichen 'Colony' an der Küste wurde ein Legislativrat mit 29 Mitgliedern eingeführt, in welchem erstmals neun Afrikaner vertreten waren.
Im Zweiten Weltkrieg nahmen über 40.000 Soldaten aus der Goldküste auf der Seite des British Empire teil. Der Großteil davon wurde in Südostasien eingesetzt.
Durch die sogenannte 'Burns-Constitution' wurden 1946 den Nordterritorien und dem Ashantiland Sitze im Legislativrat zugesprochen. Die Stellung der Häuptlinge wurde dadurch weiter gestärkt.
1947 bildete sich die 'United Gold Coast Convention', zu deren Sekretär Kwame Nkrumah ernannt wurde. Dieser und weitere Führer der UGCC werden ein Jahr später nach Unruhen in Accra vorübergehend inhaftiert. Dieses Jahr kann als Wendepunkt in der ghanaischen Geschichte angesehen werden. Die von Großbritannien eingerichtete 'Coussey-Kommission' schlug vor, eine von der Bevölkerung gewählte Kammer einzurichten, um den Weg zur Selbstverwaltung zu ebnen.
In den folgenden zwei Jahren machte vor allem die Nationalbewegung um Kwame Nkrumah - der sich inzwischen von der UGCC getrennt und die 'Convention People's Party' (CPP) gegründet hatte - von sich reden. Sie organisierte Boykotte, Streiks und forderte in von Großbritannien 'Self-Government Now!'. 1950 wurde Nkrumah von den Briten inhaftiert. Dennoch konnte die CPP bei den anstehenden Wahlen einen großen Sieg erringen. 1951 gewann sie die Wahlen mit überwältigender Mehrheit. Nkrumah wurde von Gouverneur Arden-Clarke (1949-57) freigelassen und umgehend in die Regierung aufgenommen. Seit 1952 war er Premierminister.
Der Weg in die Unabhängigkeit sechs Jahre später war geebnet. 1954 wurden die Nord-Territorien der Kolonie Goldküste einverleibt.
Am 6. März 1957 wurden die Goldküste und das Aschantiland als Ghana unter Premierminister Nkrumah unabhängig. Nach einer Volksabstimmung trat das britische Mandatsgebiet Britisch-Togoland dem neuen Staat bei. Die Verbindungen nach Großbritannien wurden jedoch nicht gekappt. Als erstes schwarzafrikanisches Land wurde es volles Mitglied im Commonwealth of Nations.
Nach diversen Umstürzen stabilisierte sich die Lage erst 1992 wieder, als Lt. Jerry Rawlings Präsident wurde. 2000 gewann John Agyekum Kufour die Wahl gegen den früheren Vizepräsidenten Atta Mills. Kufour wurde bei den letzten Wahlen im Dezember 2004 im Amt bestätigt.
Flagge
Sie wurde 1957 eingeführt und am 28. Februar 1966 (nachdem sie ausgesetzt wurde) wiederhergestellt. Die Farbe Rot erinnert an das im Freiheitskampf vergossene Blut, Gelb an die Bodenschätze, Grün steht für die Wälder und Felder. Der schwarze Stern gilt als Leitstern der afrikanischen Freiheit.
Wirtschaft
Das Bruttosozialprodukt hatte im Jahr 2002 eine Höhe von 4,7 Mrd. Euro. Es wuchs im Jahr 2003 real um 5,2 % bei einer Inflationsrate von 23,6 %. Die wirtschaftliche Gesamtsituation hat sich seit dem Jahr 2001 etwas stabilisiert. Die Regierung schloss sich dem Entschuldungsprogramm der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die am höchsten verschuldeten Länder an. Die Wirtschaftspolitik gilt als schlüssig.
Kultur
Ghana ist ein sehr harmoniebestrebtes Land, welches Konfliktvermeidung betont. Aggressionen sind unüblich. Das Christentum spielt eine bedeutende Rolle. Die politische Kultur ist durch einen diplomatischen Habitus geprägt. Politiker übernehmen vor allem eine moralisch predigende Rolle und starten zahlreiche Projekte zur Verbesserung des Entwicklungsstandes. Wirtschaftlich führend sind vor allen Dingen libanesische Immigranten.
Verwaltungsgliederung
Ghana gliedert sich in zehn Regionen. Diese sind (in Klammern die Hauptstadt):
Ashanti (Kumasi), Brong Ahafo (Sunyani), Central (Cape Coast), Eastern (Koforidua), Greater Accra (Accra), Northern (Tamale), Upper East (Bolgatanga), Upper West (Wa), Volta (Ho) und Western (Takoradi).
Literatur
- Austin, Dennis: Politics in Ghana 1946-1960. Oxford 1964.
- Mansergh, Nicholas: The Commonwealth Experience. London 1969.
- McIntyre, William David: The Commonwealth of nations. Origins and impact 1869 – 1971. Minneapolis 1977.
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