Gimpel (Art)

Gimpel
none|250px|GimpelGimpel (Pyrrhula pyrrhula)
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel
(Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Stieglitzartige
(Carduelinae)
Gattung: Eigentliche Gimpel
(Pyrrhula)
Art: Gimpel (P. pyrrhula)

Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), auch Dompfaff oder Blutfink genannt, ist eine Vogelart, die zur Familie der Finken (Fringillidae) und dort zur Unterfamilie der Stieglitzartigen gehört.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Beide Geschlechter zeichnen sich durch einen grauen Rücken, weißen Bürzel und einen schwarzen Scheitel aus. Die Brust des Männchens ist leuchtend rot gefärbt. Das Weibchen hingegen weist ein dezentes rötlich-graues bis braunes Brüstchen auf. Beide werden etwa 15 bis 19 Zentimeter lang und 26 Gramm schwer.

Verbreitung

Der Gimpel besiedelt in mehreren Unterarten ein großes Verbreitungsgebiet, das weite Teile von Europa, Vorderasien, Sibirien und Ostasien umfasst.

Lebensraum

Ihr Lebensraum befindet sich in Parkanlagen, Gärten, Streuobstflächen, Nadel- und Mischwäldern des Hügellandes und Gebirges, wo sie in der Regel auch überwintern. Gimpel bleiben lebenslang als Paar zusammen und halten sich nie weit voneinander entfernt auf.

Ernährung und Lebensweise

Durch ihren dicken Schnabel sind sie auf eine Nahrung aus Samen, Knospen, Beeren und Insekten spezialisiert. Durch Fütterung, zum Beispiel mit Sonnenblumenkernen, gewöhnen sich Gimpel nach kurzer Zeit an menschliche Gegenwart. Da sie ihr Revier nicht verteidigen, fallen sie durch ihren sehr leisen Gesang, der nur für den Partner bestimmt ist, nicht auf. Während sie in der Brutzeit sehr verstohlen agieren, lassen sie sich in der übrigen Jahreszeit leichter beobachten. Vor allem im Winter kann man sie als Knospenfresser eher im Garten beobachten, was manchen Gärtner jedoch nicht erfreuen mag. Gimpel sind meist paarweise und nur selten in Trupps unterwegs.

Stimme

Ihr Ruf ist leicht pfeifend „djü“, Kontaktaufnahme erfolgt durch leises „bit-bit“.

Fortpflanzung

Das Nest wird aus dünnen Zweigen, Wurzeln und Moos in Waldbäumen, meist jungen Fichten, und Hecken gebaut und innen mit Gras, Federn und Haaren ausgekleidet. Das Gelege besteht aus vier bis sechs hellblauen Eiern mit rötlich-violetten Flecken und schwarzen Punkten. Das Weibchen brütet zwei bis drei Mal im Jahr zwischen April und August für etwa dreizehn Tage. Männchen und Weibchen tragen gleichberechtigt zur Ernährung der bräunlich gefärbten Jungen bei. Die Nestlingszeit beträgt etwa sechzehn bis siebzehn Tage.

Mensch und Gimpel

Bis heute wird der Gimpel gelegentlich als Haustier gehalten. Er lässt sich vergleichsweise leicht, etwa durch einen Lockvogel, fangen, weshalb der Name „Gimpel“ metaphorisch auch auf einen Leichtgläubigen angewandt wird.

Gimpel sind bekannt für ihre Gelehrigkeit, beide Geschlechter können Melodien lernen. Auch Wildfänge lassen sich verhältnismäßig leicht zähmen; eine Gewöhnung an den Menschen gelingt jedoch am besten, wenn die Tiere von jung auf durch Menschen aufgezogen werden.

In Deutschland wurden Gimpel bis ins 19. Jahrhundert hinein auch verzehrt; in Italien ist dies teilweise bis heute der Fall.

See also: Gimpel (Art), Art (Biologie)