Globus (Kartografie)

thumb|Globus thumb|Ein Tischglobus im Geographieunterricht Der Globus (Mehrzahl: die Globen oder Globusse) ist in der Kartografie ein verkleinertes, kugelförmiges Modell eines Himmelskörpers (meist die Erde). Der große Vorteil gegenüber einer Karte ist, dass der Globus gleichzeitig flächen-, winkel- und längengetreu ist. Diese drei Eigenschaften kann die Karte nicht gleichzeitig erfüllen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der älteste erhaltene Globus ist römisch aus dem 2. Jahrhundert n. Chr, aus Bronze mit 11 cm Durchmesser (heute im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Mainz), und hat vermutlich den Schattenstab einer Sonnenuhr geziert. Ungefähr zu dieser Zeit hat auch Ptolemäus die Herstellung solcher Globen beschrieben. Der älteste Globus, der schriftlich je erwähnt wurde, ist aus dem Jahre um 150 v. Chr. von Krates von Mallos.

Der älteste heute noch erhaltene Erdglobus ist Martin Behaims Erdapfel, welcher 1492 von Martin Behaim in Nürnberg geschaffen wurde und heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt wird.

Unterarten

Es gibt Globen der Sternbilder (Himmelsgloben), des Mondes und anderer Planeten.

Größe

[[Bild:Taschenglobus.jpg|thumb|300px|Dieser Taschenglobus wurde von Charles Price 1716 hergestellt.]] Je nach Größe und Art des Globus bezeichnet man ihn als Taschenglobus, Tischglobus oder Riesenglobus.

Kleinster Globus

Der wohl kleinste Globus mit 60 Mikrometer Durchmesser wurde von der japanischen Firma NTT DoCoMo erschaffen. Sie stellte ihn im Februar 2004 vor (siehe [1], [2]).

Riesengloben und der größte Globus

[[Bild:Swanage_Globus.jpg|thumb|300px|Der große steinerne Globus im Durlston Country Park in Swanage (England) um 1900]] Es wurden im Laufe der Geschichte zahlreiche größere Globen oder Globenpaare (Erd- und Himmelsglobus) für Könige und Fürstenhäuser gebaut. In neuester Zeit dienen große Globen als Werbemittel und Blickfang.

Einige ausgewählte Exemplare: (sortiert nach Durchmesser)

Berühmte Globen

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Globus Jagellonicus, der erste Globus auf dem Amerika zu sehen ist

Museum

In der österreichischen Nationalbibliothek in Wien gibt es seit dem 14. April 1956 ein Globenmuseum (Weblink).

Organisationen

1952 wurde die Internationale Coronelli-Gesellschaft für Globenkunde gegründete, die nach Vincenzo Coronelli benannt ist.

Hersteller

Früher wurden Globen nur für Fürstenhäuser und Königshäuser hergestellt, da dies sehr aufwändig und teuer war. Heute sind Globen ein Artikel wie viele Andere und stehen in zahlreichen Wohnungen.

Sonstiges

Es gibt auch freischwebende Globen, welche mit Hilfe eines Mechanismus aus Magneten frei im Raum schwebend gehalten werden. Seit 2004 werden unter der Bezeichnung "Globux" Globen vertrieben, die an einer transparenten Nylonschnur frei im Raum aufgehängt und mit einem integrierten Antrieb zur Eigenrotation ausgestattet sind.

Literatur

Siehe auch: Armillarsphäre

Weblinks

See also: Globus (Kartografie), 14. April, 1492, 150 v. Chr., 1952, 1956, Adam Olearius, Armillarsphäre, Berkeley (Kalifornien), Erde (Planet)