Glossar mathematischer Attribute

In diesem Glossar werden kurze Erklärungen mathematischer Attribute gesammelt. Unter einem Attribut wird eine Eigenschaft verstanden, die einem mathematischen Objekt zugesprochen wird. Ein Attribut hat oft die Form eines Adjektivs (endlich, offen, surjektiv), kann aber auch ein Substantiv involvieren (vom Grad 3). Dieses Glossar soll insbesondere in Fällen, in denen ein und dasselbe Attribut auf Objekte ganz verschiedenen Typs angewandt wird, zur schnellen Orientierung dienen, Querverbindungen aufzeigen und vor möglichen Verwechslungen bewahren.

Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Buchstabe A bearbeiten

abelsch

abgeschlossen

abundant

abzählbar

adjungiert

<fv, w> = <v, gw>.
Im Fall endlichdimensionaler Vektorräume entspricht dem adjungierten Endomorphismus die transponierte Matrix (im Fall eine Bilinearform) bzw. die konjugiert-transponierte Matrix (im Fall einer Sesquilinearform). Ist ein Endomorphismus gleich seinem adjungierten Endomorphismus, so heißt er selbstadjungiert oder symmetrisch (für Bilinearformen) bzw. hermitesch (für Sesquilinearformen).
Siehe auch: Adjungierte Matrix, Adjungierter Operator
MorD(FX, Y) = MorC(X, GY).
siehe auch: Adjunktion (Kategorientheorie)
G\times\mathfrak g\to\mathfrak g,\quad \mathrm{Ad}(g)(Y)=gYg^{-1}
gegeben ist, die adjungierte Darstellung.
\mathfrak g\times\mathfrak g\to\mathfrak g,\quad\mathrm{ad}(X)(Y)=[X,Y].

affin

ähnlich

algebraisch

algebraisch abgeschlossen

analytische Funktion

analytisch wenn sie lokal durch einen Potenzreihe gegeben ist.

antisymmetrisch

äquivalent

assoziativ

Eine Menge A und eine zweistellige Verknüpfung "*" auf A deren Ergebnisse alle in A liegen heißt zusammen Magma (Mathematik). Ist diese Verknüpfung darüber hinaus assoziativ spricht man von einer Halbgruppe.

asymmetrisch

auflösbar

G=G_0\triangleright G_1\triangleright\ldots\triangleright G_n=1
von Normalteilern gibt, deren Quotienten Gk/Gk+1 abelsch sind.
\mathfrak g=\mathfrak g_0\supseteq\mathfrak g_1\supseteq\ldots\supseteq\mathfrak g_n=0
von Idealen gibt (d.h. \mathfrak g_{k+1} soll ein Ideal in \mathfrak g_k sein), deren Quotienten abelsch sind.

ausgeartet

B

befreundet

beschränkt

bijektiv

bilinear

C

chaotisch

Als mathematischer Begriff (s. Chaostheorie) Ausdruck eines schlecht gestellten (engl. "ill posed") inversen Problems. Mittels einfacher, meist sogar deterministischer Regeln kann ein komplexes Objekt erzeugt werden, jedoch ist der Rückschluß vom Objekt auf die erzeugenden Regeln nicht oder nur schlecht möglich.

Beispiel Schmetterlingseffekt: Ein Schmetterling kann (zumindest hypothetisch) einen Tornado auslösen, jedoch ist es von der Beobachtung des Tornados weder möglich zu bestimmen, ob das der Fall war, weniger noch ist auf den konkreten Schmetterling zu schließen.

charakteristisch

D

definit

defizient

diagonaldominant

Eine Matrix heißt diagonaldominant, falls das Zeilensummenkriterium erfüllt ist, d.h. falls der Betrag jedes Diagonalelementes größer ist als die Summe der Beträge der restlichen jeweiligen Zeilenelemente.

diagonalisierbar

dicht

differenzierbar

Dimension

disjunkt

dual

E

echt

eindeutig

eineindeutig

einfach

einfach zusammenhängend

elliptisch

endlich

entartet

euklidisch

exakt

F

fast alle

fast überall

fast sicher

fraktal

Ist meist ein Modebegriff, in der Mathematik Bezeichnung für Mengen mit gebrochener Hausdorff-Dimension, selbstähnliche Mengen (s. auch IFS-Fraktal) oder selbstähnliche Funktionen.

frei

G

glatt

gleichmäßig beschränkt

gleichmäßig konvergent

gleichmäßig stetig

Bei reellen Funktionen: Für jede Höhe gibt es eine Breite, so dass ein Rechteck mit diesen Ausmaßen an jeder Stelle einer Funktion so platziert werden kann, dass die Funktion nur die Seitenlinien schneidet.

gleichgradig stetig

gerade

geordnet

Grad

größtes Element

H

harmonisch

Hausdorffraum

hebbar

hermitesch

Alle komplexen Matrizen und Vektoren lassen sich hermitesch konjungieren.

Die Notation A * steht je nach Autor für die hermitesch adjungierte bzw. hermitesch konjungierte oder komplex konjugierte Matrix. Sie ist daher zu vermeiden.

hinreichend

holomorph

homogen

Siehe: Homogener Raum

homöomorph

homotop

Zwei Teilmengen eines topologischen Raums sind homotop, wenn sie sich stetig ineinander deformieren lassen.

hyperbolisch

I

ideal

idempotent

indefinit

inhomogen

injektiv

invers

invertierbar

involutorisch

irrational

irreduzibel

irreflexiv

isometrisch isomorph

isomorph

isotrop

J

K

kanonisch

Klasse Cp

kleinstes

kollinear

Kolmogoroff'sch

kommutativ

kompakt

komplementär

konform

kongruent

konjugiert

Eine Matrix, die komplex konjugiert zu sich selbst ist, ist reell.

Eine Matrix, die komplex konjugiert zu ihrer Transponierten ist, heißt hermitesch oder selbstadjungiert.

L

lindelöf

linear

Lipschitz-stetig

Eine reelle Funktion heißt Lipschitz-stetig, wenn die Anstiege aller Sekanten nach oben und unten beschränkt sind. Der Begriff kann auf Funktionen in metrischen Räumen ausgedehnt werden.

lokal endlich

lokal Lipschitz-stetig

lokal metrisierbar

lokal zusammenhängend

M

maximal

messbar

metrisierbar

minimal

monoton

multilinear

multivariat

Beispiele:
  • univariates Polynom (in einer Unbestimmten): x2 + 3x + 4
  • multivariates Polynom (in mehreren - hier: drei - Unbestimmten): 3x2y + y2zx2z3

Siehe auch univariat.

N

natürlich

negativ

negativ definit

nilpotent

nirgendwo dicht

normal

normiert

notwendig

O

offen

Ordnung

orthogonal

orthonormal

P

parabolisch

parakompakt

perfekt

positiv

positiv definit

präkompakt

prim

projektiv

Pythagoräisch

R

Rang

rational

reduzibel

reell

reflexiv

regelmäßig

regulär

relativ kompakt (oder relativkompakt)

S

schließlich

selbstadjungiert

Unter zusätzlichen topologischen Bedingungen heißt ein selbstadjungierter Operator auch hermitesch.

seltsam

semidefinit

semilinear

separabel

Siehe Körpererweiterung.

sesquilinear

singulär

speziell

stetig

strikt

surjektiv

symmetrisch

T

teilbar

teilgeordnet

total

total beschränkt

Äquivalente Bezeichnung: präkompakt
Salopp: Eine Menge heißt präkompakt, wenn sie sich mit endlich vielen epsilon-Kugeln überdecken lässt.
Exakt: Eine Menge M heißt präkompakt, wenn es zu jedem positiven reellen ε eine natürliche Zahl n gibt, so dass es Punkte m1,...mn gibt, so dass die Vereinung aller Kugeln mit Radius ε um die Punkte mi gerade M enthält.

transitiv

transponiert

transzendent

treu

trivial

U

umkehrbar eindeutig

unitär