GNOME

GNOME
none|240px|GNOME-Desktop - Standardkonfiguration
Hersteller The GNOME Project
Aktuelle Version 2.10 / 9. März 2005
OS Unix u.a. Linux
Kategorie Desktop Environment
Lizenz GPL
Website http://gnome.org/

[[Bild:GNOME_2.6.jpg|thumb|GNOME-Desktop mit Epiphany, Nautilus und "Datei öffnen"-Dialog]]

GNOME /gnəʊm/ (GNU Network Object Model Environment) ist eine Desktop-Umgebung für Unix-Systeme, die unter den freien Lizenzen GPL und LGPL veröffentlicht wird. GNOME ist Teil des GNU-Projekts.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung des GNOME Projektes

Das GNOME Projekt wurde 1997 von Miguel de Icaza und Federico Mena initiiert als Antwort auf KDE, das auf dem Qt-Toolkit aufbaut, das damals keine freie Software-Lizenz benutzte. Da zu dieser Zeit das Unternehmen Trolltech (dem Hersteller von Qt) keinen Handlungsbedarf sah, die Lizenzierung zu ändern, begannen Mitglieder von GNU 2 Projekte: "Harmony", ein Ersatz für die Qt-Bibliotheken, und das GNOME Projekt, um einen Desktop zu schaffen, der nicht auf Qt basiert und vollständig aus freier Software besteht.

Nachdem GNOME an Popularität zulegte und allmählich benutzbar wurde, gab Trolltech im September 2000 dem wachsenden Druck nach und stellte die Linux-Version der Qt Bibliotheken unter die GNU GPL und die QPL. Das Harmony-Projekt wurde daraufhin fallengelassen, da KDE nun vollständig freie Software war. Da sich um GNOME aber bereits eine eigene Gemeinschaft gebildet hatte und auch sonst die Ansichten über die Entwicklung der Projekte differieren gibt es heute zwei große Benutzeroberflächen unter Linux.

Man entschied sich für GNOME auf das in GIMP verwendete GIMP-Toolkit (GTK+) zurückzugreifen, und die Programmiersprache C anstelle von C++ (welche bei KDE zum Einsatz kommt) zu verwenden. Weiterhin versprach man sich durch die Verwendung von C eine leichtere und höhere Portabilität und eine bessere Anbindung von anderen Programmiersprachen. Mittlerweile gibt es sogenannte Sprachbindungen u.a. für C++, C#, Java, Python, Perl und Guile.

Zielsetzung

Der GNOME Desktop betont Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit; Software soll "einfach funktionieren". Deshalb wird vor allem auf folgende Dinge Wert gelegt:

Geschichte

Im März 1999 erschien die Version 1.0 von GNOME. Diese wurde allerdings von vielen Benutzern als verfrüht angesehen, da sie noch einige Fehler enthielt. Die Version 1.0.55 (Oktober GNOME) sollte diese dann beheben.

In jenem Jahr wurden auch die Firmen Eazel und HelixCode gegründet, die sich mit Programmen und Services rund um GNOME beschäftigten. Bei Eazel wurde der Dateimanager Nautilus entwickelt, bei HelixCode arbeitete man hauptsächlich an einer eigenen GNOME-Distribution und dem Personal Information Manager Ximian Evolution. Die Eazel Services, ein kommerzieller Add-On Service zu Nautilus waren jedoch nicht gewinnbringend genug, um Eazel finanziell abzusichern. Eazel konnte in der Summe 11 Millionen US$ einwerben und ging am 15. Mai 2001 bankrott. HelixCode nannte sich später in Ximian um und wurde im August 2003 an Novell verkauft.

Die Version 1.2 (Bongo GNOME) erschien im Mai 2000 und enthielt hauptsächlich Verbesserungen in der Bedienbarkeit und war voll binärkompatibel zur Version 1.0.

Im August 2000 wurde die GNOME Foundation gegründet, der sich Firmen wie IBM, Sun Microsystems und Hewlett-Packard anschlossen, um ihre Unterstützung für GNOME zu verstärken.

Mit der GNOME-Version 1.4 im April 2001 erschien der Dateimanager Nautilus, sowie das neue Komponenten-Framework Bonobo als offizielle Version.

Im Kinofilm "Startup" (Originaltitel Antitrust IMDb) von Peter Howitt aus dem Jahre 2001 ist der GNOME Desktop in der Version 1.4 mehrmals in Aktion zu sehen.

Das zugrundeliegende GTK+ wurde nun stark erweitert, und einige Libraries von GNOME herausgelöst und in einer neuen GTK+ Version integriert. Hierauf aufbauend erschien im Juni 2002 die GNOME-Version 2.0.

Die GNOME-Version 2.2 erschien im Februar 2003 und beinhaltet wieder sehr viele Verbesserungen besonders bei der Ergonomie und Benutzerführung.

Im September 2003 ist die GNOME-Version 2.4 erschienen. Verbessert wurden vor allem die Nutzungsmöglichkeiten für Behinderte sowie der Dateimanager Nautilus, das GNOME-Panel und das GNOME-Kontrollzentrum. Ferner wurde Epiphany (ein Fork von Galeon) als Web-Browser integriert.

Im März 2004 erschien die GNOME-Version 2.6. Verbessert wurde vor allem der Dateimanager Nautilus, der neu mit einem Spatial-Interface aufwartet, das heißt, jeder Ordner wird durch ein eigenes Fenster repräsentiert. Auch erfolgte mit diesem Release der Umstieg auf GTK+ 2.4, welches einen neuen Dateidialog mitbringt. Der Hilfebrowser Yelp erfuhr auch einige Verbesserungen, vor allem in Sachen Geschwindigkeit.

Im September 2004 erschien die GNOME-Version 2.8. Neu hierbei sind u.a. die vollständige Integration von Novell Evolution, das automatische Einbinden von Datenträgern sowie eine verbesserte Verwaltung von Dateitypen.

im März 2005 ist die GNOME-Version 2.10 erschienen. Es wurden die Programme Sound Juicer (ein CD-Ripper) und Totem, ein Mediaplayer der wahlweise auf GStreamer oder xine aufsetzen kann, integriert. Weiter wurden die Usability und die Stabilität verbessert und die Panel-Applets wurden stark erweitert und teilweise neu geschrieben. Mehr zu den Neuerungen gibt es auf der offiziellen Webseite.

Plattformen

Obwohl GNOME ursprünglich nur für GNU/Linux gedacht war, läuft es heute auf den meisten UNIX-Systemen, wie den BSD-Varianten, auf AIX, IRIX, HP-UX und als neuer Standard Desktop für Solaris von Sun Microsystems, wo es das alte CDE ersetzt. Es gibt auch eine Portierung von GNOME auf Cygwin, die es ermöglicht, GNOME auf Microsoft Windows zu betreiben.

Distributionen

GNOME ist der Standard-Desktop von Red Hat Linux beziehungsweise Fedora Core sowie von Ubuntu. Die Distribution Ubuntu hat sich zum Ziel gesetzt, immer das neueste GNOME als Oberfläche anzubieten, deshalb erscheint Ubuntu Linux kurz nach einer neuen GNOME Version, ebenfalls alle 6 Monate.

Unterstützende Unternehmen

Spätestens seit der Version 2.0 sind mehrere große Unternehmen in der Weiterentwicklung des GNOME Desktops involviert. Die Unterstützung reicht von Hardwarespenden über das Beschäftigen der Hauptentwickler und dem Herstellen freier Applikationen bis zur Vorgabe einer Entwicklungsstrategie. Nachfolgend sind einige Firmen aufgeführt:

Architektur

Der GNOME-Desktop besteht aus einer großen Anzahl teilweise unabhängiger Projekte. Eine kurze Auswahl ist hier aufgeführt:

GNOME-Applikationen (Auswahl)

Weblinks

IRC

See also: GNOME, 1997, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004