The Go-Betweens

The Go-Betweens sind eine der in der Independent-Musik international einflußreichsten australischen Pop-Bands. Sie wurde 1977 in Brisbane von Robert Forster (Gitarre, Gesang) und Grant McLennan (Gitarre, Gesang) gegründet.

190px|thumb|right|Die Go-Betweens 2005: Robert Forster und Grant McLennan (im Hintergund)

Inhaltsverzeichnis

Musik

Sie vereinen von der Ästhetik des Punk und New Wave geprägte Popmusik mit Folk. Die Texte sind poetische Betrachtungen des Alltags und zwischenmenschlicher Beziehungen, die oft autobiografischen Charakter haben oder Bezüge zu Filmen und Büchern. Forster verehrt beispielsweise den Dichter Paul Bowles und vertonte für den Bayerischen Rundfunk ein Hörspiel zu Jack Kerouacs Roman "On the Road" ("Unterwegs"). Die Songs werden dem Autorenteam Forster/McLennan zugeschrieben, wobei jeder der beiden eigene Songs schreibt, die auf den Alben und auf der Bühne gleichwertig behandelt werden.

Biografie

Der Anfang

Der damals 20jährige Forster lernte McLennan an der University of Queensland kennen. Sie entdeckten ein gemeinsames Interesse für Filme, Bücher und US-amerikanische und britische Punk- und New-Wave-Bands. Forster spielte leidlich Gitarre und regte McLennan an, Bass spielen zu lernen. Ihnen gesellte sich bald Lindy Morrison (Drums) hinzu. Später vervollständigten Amanda Brown (Geige) und Robert Vickers (Bass) die Band.

Die Musiker beschrieben in Interviews das Klima in Brisbane, das damals in Australien den Ruf der Provinz hatte, als politisch rechts-konservativ. Unter der Oberfläche des tropischen Pardieses gäbe es gewalttätige Spannungen. Forster und McLennan waren Außenseiter, weil sie andere Wertvorstellungen hatten. Sie stellten auch das traditionelle Konzept von Männlichkeit in Frage, indem sie Sanftheit, Sensibilität und Emotionalität mit Heterosexualität verbanden (siehe Straight-Queer Masculinities). Forster pflegt bis heute ein Dandy-Image und spielt mit Geschlechterstereotypen. Auf einer USA-Tour Ende der 1980er trug er, auch als Verärgerung über das Unverständnis seiner Plattenfirma für das Konzept der Band, bei einer Show sogar ein Kleid. Das Publikum, das vorrangig aus PR-Leuten bestand, fand das wenig amüsant.

1978 nahmen die Go-Betweens auf dem kleinen "Able Label" die erste Single "Lee Remick"/"Karen" auf. Nach einer weiteren Single wurde das kleine britische "Postcard"-Label auf sie aufmerksam, das ihre Single "I Need Two Heads" veröffentlichte. 1981 erschien ihr Debutalbum "Send me a Lullaby" auf dem australischen Label "Missing Link". Daraufhin bekamen sie einen Vertrag bei dem renommierten britischen Independent-Label Rough Trade, was die Band veranlasste, nach England zu gehen. Seitdem pendeln sie häufig zwischen Europa, vor allem Großbritannien, und dem heimatlichen Australien.

Die 1980er - Underground-Stars

Trotz der Qualität und der poppigen Eingängigkeit ihrer Songs, die mit den Smiths und R.E.M. verglichen wurden, blieben sie immer die potentiellen Anwärter auf einen Chartshit - der kommerzielle Erfolg blieb aus. Dies lag zum Teil daran, dass die Band Pech mit der Wahl ihrer Plattenlabels hatte: ihr erstes Major-Label Sire hielt das Album "Spring Hill Fair" (1984) für nicht veröffentlichungswürdig für den nordamerikanischen Markt. Der europäische Zweig des Majors Epic, für das die Band ihr darauffolgendes Album produzierte, löste sich während der Aufnahmen auf. Anderen Plattenfirmen, die sie vertraten, fehlte nach Forsters Einschätzung oft ein Interesse an ihrer Musik und ein Verständnis für das, was die Band will.

So blieben die Go-Betweens Kritikerlieblinge und erarbeiteten sich über die Jahre unter den Fans einen Kultstatus. Die Band tourte häufig in Australien, Nordamerika und Europa. Der britische Radio-DJ John Peel spielte ihre Musik in seinen Sendungen und nahm mehrere seiner berühmten Sessions mit ihnen auf. Die Band konnten kleine Hits wie Cattle and Cane (1983), The House That Jack Kerouac Built (1987), und Streets of Your Town (1988) verbuchen, von denen jedoch nur letzteres überhaupt in die Top 100 kam. Retrospektiv wurde Karen, die B-Seite ihrer ersten Single, zu einem kleinen Kulthit. Auch wenn unter Fans die LPs "Spring Hill Fair" und "Liberty Belle And The Black Diamond Express" (1986) als ihr besten Veröffentlichungen betrachtet werden, war das Album "16 Lovers Lane" (1988) ihr erfolgreichstes. Trotzdem lösten Forster and McLennan die Go-Betweens im Dezember 1989 ohne vorherige Absprache mit den anderen Musikern auf. Vickers hatte die Band bereits 1987 verlassen und war durch John Willsteed ersetzt worden.

Die 1990er - Solowege

Forster, der ab 1990 mehrere Jahre in Bayern lebte, und McLennan veröffentlichten Soloalben, blieben aber freundschaftlich verbunden. So gingen sie 1997 gemeinsam auf Tournee, nachdem das französische Musikmagazin "Les Inrocktubiles" sie zur "besten Band aller Zeiten" gekürt hatte. Ihre Popularität in Indepentdent-Kreisen wurde durch eine Wiederveröffentlichung ihrer Alben 1996 auf dem Label Beggars Banquet noch gesteigert. Auch Lindy Morrison und Amanda Brown veröffentlichten als "Cleopatra Wong" in den frühen 1990er Jahren zwei EPs. Anfang der 2000er kandidierte Morrison (erfolglos) für die demokratische Partei Australiens.

Die 2000er - Reunion

Im Jahr 2000 reformierten Forster und McLennan die Band offiziell und begannen mit neuen Aufnahmen. Morrison und Brown waren aufgrund der Umstände der Auflösung noch verstimmt und verweigerten eine erneute Zusammenarbeit. Statt dessen sprangen beim Comebackalbum The Friends of Rachel Worth, das in nur 14 Tagen in Portland, Oregon (USA) aufgenommem wurde, die Mitglieder der Band Sleater-Kinney ein. Die aktuelle Besetzung der Go-Betweens (2005) besteht aus Forster, McLennan, Adele Pickvance (Bass) und Glenn Thompson (Drums).

Diskografie

Non-Album Singles

Alben

Literatur

Weblinks

Go-Betweens, The Go-Betweens, The

See also: The Go-Betweens, Australien, Beggars Banquet (Label), Brisbane, Dandy, Epic Records, Extended Play, Folk, Geschlechterrolle, Independent