Goa (Indien)
thumb|200px|Goa
Goa (konkani गोआ) ist der kleinste indische Bundesstaat. Er liegt an der mittleren Westküste Indiens. Goa hat eine Fläche von 3702 km² und ca. 1,2 Millionen Einwohner (Stand 1991).
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Geografie
Goa grenzt im Norden an den Bundesstaat Maharashtra und im Süden und Osten an Karnataka, sowie im Westen an das Arabische Meer. Die Hauptstadt ist Panjim, sie liegt im Bezirk Tiswad; sie hat derzeit (2004) ca. 90.000 Einwohner. Der offizielle Name der Stadt lautet Panaji (vgl. Bombay/Mumbai).
Zwischen Nordgoa und Karnataka erheben sich Ausläufer der Westghats. Das Klima ist mediterran bis subtropisch.
Goa ist, wie alle indischen Bundesstaaten, in Verwaltungsbezirke, so genannte Talukas, eingeteilt. Diese sind, von Norden nach Süden: Pernem, Bardez, Bicholim, Satari, Tiswad, Ponda, Mormugao, Salcete, Sanguem, Quepem und Canacona.
Goa ist der kleinste Staat der Indischen Union.
Geschichte
| [[Bild:St_Cajetan_Goa.jpg|thumb|200px|Kathedrale von St.Cajetan in Alt-Goa: Die Kirchen und Klöster des portugiesisch geprägten, und überwiegend christlichen Goa gehören seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe.]] |
| [[Bild:Goa_Kathedrale.jpg|thumb|200px|Die Kirche Our Lady of the Immaculate Conception in Panaji ist die prägende Kulisse der Hauptstadt Goas]] |
Bild nicht gefunden Der Arambol Beach, Pernem |
Bild nicht gefunden Blick über das Delta des Chapora River, Bardez |
Der Bundesstaat Goa besteht aus einem der Territorien Indiens, die ehemals Kolonien von Portugal waren (Portugiesisch-Indien). Die restlichen Staaten Indiens gehörten fast vollständig zum britischen Kolonialgebiet, abgesehen von ein paar französischen Enklaven (Pondychéry). Sie wurden 1510 von Alfonso de Albuquerque für den portugiesischen Staat erobert. 1961 marschierten indische Truppen in Portugiesisch-Indien ein und beendeten die Kolonialherrschaft der Portugiesen, ohne einen Schuss abzufeuern.
Eine Volksabstimmung durch die Goaner, mit der die Zugehörigkeit zum Bundesstaat Maharashtra (Hauptstadt Bombay/Mumbai IATA: BOM) festgestellt werden sollte, scheiterte an einer knappen Mehrheit in den 70ern. Ein neuerlicher Anschluss Goas an Maharashtra wurde seither nicht mehr versucht, zumal da Goa sehr viel zum Bruttoinlandsprodukt Indiens beiträgt, und neben Kerala einer der Haupteinkommensträger der Tourismusindustrie ist.
Infrastruktur
Goa verfügt über einen internationalen Flughafen (IATA: GOI), und ist mit Bombay über eine (nicht sehr zuverlässige) Eisenbahnlinie verbunden, die Konkan Railway. Bis vor einigen Jahren verkehrte auch noch eine regelmäßige Fähre nach Bombay. Aufgrund von Dieben, die sich auf den Schiffen betätigten und häufigen technischen Problemen aufgrund mangelnder Wartung wurde der Verkehr eingestellt; für Reisegruppen verkehren jedoch bisweilen Luftkissenboote.
Goa ist der einzige indische Bundesstaat, in dem keine Prohibition herrscht, und in dem alkoholische Getränke frei verkäuflich sind. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Goa häufig auch Ziel des nationalen Tourismus.
Regionalsprachen Goas sind: Konkani, Hindi, Kannada, sowie Portugiesisch und, durch den Tourismus bedingt Englisch und teilweise Deutsch. Die lingua franca Goas ist Englisch.
Sehenswürdigkeiten
Der Tourismus in Goa begann in den späten 1960er Jahren mit der Ankunft einiger westeuropäischer Hippies an Goas Stränden. So behauptet es zumindest die Legende. Es ist jedoch realistischer, anzunehmen, dass die Regierung Goas nach der Vertreibung der Portugiesen und dem gescheiterten Anschluss an die Indische Union in Portugal gezielt Werbung für den Tourismus gemacht hat. Da Fernreisen zu dieser Zeit noch nicht üblich waren, und Indien gerade junge Leute faszinierte, nimmt es nicht Wunder, dass Langhaarige zu Scharen an Goas Strände kamen, die meist wenig Geld dabei hatten. Goas Infrastruktur konnte dies gut verkraften, und die Touristen in die Gesellschaft assimilieren.
Die Situation änderte sich grundlegend in den 1980er Jahren. Durch Grundstücksspekulationen und Bestechung (vgl. Bakshish) gelang es einigen westeuropäischen Firmen, ansehnliche Teile der Küstengegend Goas in Besitz zu nehmen, und dort große "tourist resorts" zu errichten. Die goanische Regierung verhinderte küstennahe Ansiedlungen, erlaubte jedoch Spielcasinos im Landesinneren. Das Problem der Müll-Entsorgung sowie die teilweise mangelhafte Versorgung mit Trinkwasser, da große Mengen Süßwassers aus der öffentlichen Wasserversorgung abgeleitet werden und dazu benutzt, die Swimming-pools der Resorts zu füllen, ist jedoch nicht gelöst.
Die Neubauten beschränken sich weitgehend auf die unmittelbare Umgebung der leicht zugänglichen Strände am Arabischen Meer. In Goa ist es dem Touristen immer noch möglich, ruhige Orte mit dennoch guter allgemeiner Versorgung zu finden.
Weblinks
- Offizielle Webseite der Regierung von Goa
- Karten von Goa
- Private Homepage mit etlichen Bildern
- goanews.com: Nachrichten aus Goa von einem freischaffenden Journalisten (in Englisch)
Siehe auch
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