Goch
| Wappen | Karte |
|---|---|
| 140px|Wappen fehlt Wappenabbildung auf goch.de | 140px|Lage der Stadt Goch in Deutschland |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf |
| Landkreis: | Kleve |
| Geografische Lage: | 51° 40' n. B. 6° 10' ö. L. |
| Fläche: | 115,38 km² |
| Einwohner: | 33.673 (30.06.2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 292 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 47574 |
| Vorwahl: | 02823 |
| Kfz-Kennzeichen: | KLE |
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 54 016 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 2 47574 Goch |
| Website: | www.goch.de |
| E-Mail-Adresse: | info@goch.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Karl-Heinz Otto (CDU) |
Goch ist eine Stadt im Kreis Kleve im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Goch ist im niederrheinischen Tiefland an der Niers gelegen und hat 33.673 (Stand 30.06.2004) Einwohner.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Goch wurde erstmals 1261 als Stadt bezeichnet. Das genaue Jahr der Verleihung der Stadtrechte läßt sich aber nicht ermitteln. Sicher ist aber, dass die Verleihung in die Regierungszeit von Graf Otto II von Geldern (1229 - 1271) fällt. 1350 wurde die Stadtbefestigung vollendet. Goch gehörte zunächst zum Herrschaftsbereich der Grafen bzw. den Herzögen von Geldern. 1473 kam die Stadt zum Herzogtum Kleve.
Durch den Vertrag von Xanten 1614 fiel das Herzogtum Kleve zusammen mit Goch an Brandenburg. In den folgenden 200 Jahren wechselte die Herrschaft über Goch mehrmals. 1615 wurde die Stadt von Holländern erobert, 1622 bis 1625 herrschten dann die Spanier in Goch. 1757 bis 1763 erfolgte eine Besetzung durch französische Truppen. 1795 bis 1815 gehörte Goch abermals zu Frankreich. 1815 kam Goch wieder zu Preußen.
1741 siedelten sich Pfälzer, die eigentlich nach Amerika auswandern wollten, in der Gocher Heide an. Aus dieser Ansiedlung entwickelte sich das Dorf Pfalzdorf, das 1799 als Gemeinde selbständig wurde. Es entstand eine pfälzische Sprachinsel.
Durch den Bau der Eisenbahnlinien Köln - Kleve und Boxtel - Wesel, an deren Schnittpunkt Goch lag, kam es zu einigen neuen Industrieansiedlungen in Goch und die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Einwohnerzahl entwickelte dadurch von ca. 4000 im Jahre 1850 auf etwa 13.600 im Jahr 1933.
In der Reichspogromnacht vom 09. auf den 10. November wurde die Synagoge in Goch in der Herzogenstraße von SA und SS demoliert und niedergebrannt. Den schwärzesten Tag in ihrer Geschichte erlebte Goch dann am 07. Februar 1945. Durch den Bombenangriff der Alliierten in dieser Nacht sowie am 12. Februar und durch die anschließenden Kämpfe wurde rund 80 % der Stadt zerstört.
Für Goch war es nicht leicht, die großen Kriegsschäden zu überwinden. Die Stadt hatte noch im Jahre 1950 die höchste Arbeitlosenquote im Bereich des Landesarbeitsamtes. Nach dem letztendlich erfolgreichen Wiederaufbau kamen durch die Kommunalreform 1969 die selbständigen Gemeinden Pfalzdorf, Asperden mit Hülm, Hassum und Hommersum, die Gemeinde Kessel sowie Nierswalde zu Goch.
In der Nacht zum 24. Mai 1993 stürzte der über siebzig Meter hohe Kirchturm der Sankt-Maria Magdalena Kirche in sich zusammen. Der Wiederaufbau des Kirchturmes dauerte zehn Jahre.
Am 18. Mai 2005 wurde Goch durch den Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, zum Wallfartsort erhoben. Immer mehr Pilger besuchen seit der Heiligsprechung von Pater Arnold Janssen dessen Taufkirche St. Maria Magdalena, dessen Geburtshaus und die in den 70er Jahren neu gegründete Arnold-Janssen Pfarrei.
Einwohner
Die rund 33.500 Einwohner der Stadt verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stadtteile:
- Stadt Goch (19.642 Einwohner)
- Asperden (2.121 Einwohner)
- Hassum (1.047 Einwohner)
- Hommersum (461 Einwohner)
- Hülm (725 Einwohner)
- Kessel (2.054 Einwohner)
- Nierswalde (932 Einwohner)
- Pfalzdorf (6.432 Einwohner)
Geographische Lage, Klima
Der Stadtkern von Goch liegt ca. 17,1 m über NN auf 6 Grad 09 min östlicher Länge und 51 Grad 40 min nördlicher Breite.
Wirtschaft und Verkehr
Goch liegt direkt an der Bahnverbindung Krefeld - Kleve und ist mit dem Regionalexpress 10 Kleve - Düsseldorf zu erreichen. Parallel zur Bahnlinie verbindet die linksrheinische Bundesstraße 9 Goch mit den Städten Weeze, Kevelaer, Geldern, Kerken, Krefeld und Kleve. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist die A57/E3 mit der Anschlussstelle Goch.
Freizeit
In dem Freizeitbad "GochNess" (Kessel) gibt es einen Naturbadesee mit Sandstrand und im Innern ein Wettkampf- und Erlebnisbecken.
Sehenswürdigkeiten
thumb|Steintor
- Haus zu den fünf Ringen (16. Jh.)
- Pfarrkirche Maria-Magdalena (14.-16 Jh., Kirchturm 24. Mai 1993 eingestürzt, 2003 modern wiederaufgebaut)
- Steintor (14. Jh.)
- Susmühle (18. Jh.)
- Haus des Klosters St. Johannes (heute Bücherei)
- Arme Männerhaus (16. Jh.)
- Arme Frauenhaus (16. Jh.)
- Geburtshaus des heiligen Arnold Janssen
Stadtteile und Postleitzahlen
- Goch
- Asperden
- Hassum
- Hommersum
- Hülm
- Kessel
- Nierswalde
- Pfalzdorf
Alle Ortsteile teilen sich die gemeinsame Postleitzahl 47574.
Sport
Berühmte Gocher
- Jörg Ahmann, Beachvolleyballspieler (*1966)
- Martin Wilhelm Fonck, Generalvikar des Bistums Aachen (1752-1830)
- Gerd Horseling, Reichstagsabgeordneter der KPD
- Hubert Houben, Leichtathlet (1898-1956)
- Pater Arnold Janssen (1837-1909) (Gründer des weltweit aktiven Steyler Missionswerkes und Schüler des Collegium Augustinianum Gaesdonck)
- Ferdinand Langenberg, Kunstschnitzer und Bildhauer (1849-1931)
- Johann Pupper, evangelischer Theologe und Reformator (1410-1475)
Literatur
- Deußen, Marie-Theres:Zur Geschichte der Vertriebenen in Goch, 1995 ISBN 3926245301
- Koepp, Hans-Joachim: Kelten, Kirche und Kartoffelpüree. Chronologie der 750-jährigen Geschichte der Stadt Goch. Band I: Von der Vorgeschichte bis zur brandenburgischen Zeit (1614), 2004 ISBN 3926245670
- Schippkus, Reinhard: Aspekte der Geschichte Gochs 1933-1945, 1994 ISBN 3926245174
Weblinks
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