Gohonzon
Der Gohonzon (jap. für "das, was wir zutiefst verehren sollten") meint im japanischen Buddhismus des im 13. christlichen Jahrhundert aufgetretenen Schulstifters Nichiren Daishonins sowohl die Buddhaschaft, die nach seiner Lehre unserem eigenen Leben innewohnt, als auch die Verkörperung der Buddhaschaft Nichiren Daishonins.
Der Gohonzon ist ein Mandala -- eine Schriftrolle, auf der im Zentrum in japanischer Schrift "Nam(u) Myôhô Renge Kyô" geschrieben steht, umgeben von allen Funktionen des eigenen Lebens, die dieser Gohonzon detailliert darstellt und ihm innewohnen. Nichiren hat diese Schriftrolle im Original eingeschrieben, nachdem er zu der Überzeugung gelangt war, dass dieser Satz die Essenz des Lotus-Sutra darstellt, welches für die Nichiren-Schulen die zentrale Lehre über das wahre Wesen des Lebens ist, und die Essenz des universalen Gesetzes der Gleichzeitigkeit von Ursache und Wirkung, welches durch die Eigenschaften der Lotos Blume repräsentiert ist, in den Tiefen ihrer 28 Kapitel enthüllt, und besagt, daß allen Menschen, ohne Ausnahme, die Buddhaschaft innewohnt, und diese durch das rezitiren ihres Titels "Myoho-Renge-Kyo in dieser Existenz verwirklicht werden kann. Er schrieb diese Essenz in Form eines Mandalas ein, da nach seiner Lehre alle Menschen durch die Rezitation (Chanten) von "Nam(u) Myôhô Renge Kyô" zum Gohonzon ihr negatives Karma überwinden und ändern können, und so ein unzerstörbares Glück, d.h. ihre eigene Buddhaschaft in diesem Leben verwirklichen können. Daher ist dieser Gohonzon auch gleichzeitig die Verkörperung des Buddhazustandes, der wie ein Spiegel die eigene innewohnende Buddhaschaft reflektiert, indem man davor Nam-Myoho-Renge-Kyo rezitiert. Dies ist bis heute die zentrale religiöse Ausübung aller Zweige der Nichiren-Schule, einschließlich der Soka Gakkai; fast alle Nichiren-Gläubigen besitzen zu Hause dafür eine Abschrift des Gohonzon.
--Miketoph 01:51, 1. Apr 2005 (CEST)
