Golden Retriever

Golden Retriever
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FCI - Standard Nr.111
Patronat Großbritannien
Klassifikation FCI
  • Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.
  • Sektion 1 Apportierhunde
Rassenamen laut FCI Golden Retriever
Widerristhöhe Rüde 56-61cm, Hündin 51-56cm,
Gewicht 27 bis 37 kg
Liste der Hunderassen

Der Golden Retriever ist eine Hunderasse.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Das Haar ist glatt oder wellig in den Farben gold oder cremefarben, in jeder Schattierung, mit guter Befederung und hat eine dichte wetterfeste Unterwolle

Herkunft und Geschichtliches

thumb|left|Hündin 1,5 Jahre alt Ein Besucher der weltweit größten Hundeausstellung, den englischen „Crufts“ kann im dortigen Katalog für den Golden Retriever die folgende Ursprungserläuterung finden:

"Über den Ursprung des Golden Retrievers besteht weniger Unklarheit als bei den meisten anderen Retrieverarten, denn es steht fest, dass diese Rasse von dem ersten Lord Tweedmouth im vergangenen Jahrhundert herangezüchtet wurde. Diese Tatsache geht aus sorgfältig geführten Zuchtbüchern und Aufzeichnungen hervor, die im Jahre 1952 von Lord Tweedmouths Großneffen, dem Earl of Ilchester, entdeckt wurden."

Im Jahre 1868 paarte Lord Tweedmouth einen gelben Labrador Retriever mit welligem Fell (wavycoated) mit einem heute ausgestorbenen Tweed Water-Spaniel. Zwischen 1868 und 1890 züchtete Lord Tweedmouth diese Linie sorgfältig weiter. Er kreuzte einen weiteren Tweed Water-Spaniel ein, zwei schwarze Retriever, ferner einen Irischen Setter und einen sandfarbenen Bluthund.

Im Jahre 1913 wurde der Golden Retriever vom britischen Kennel Club, der deshalb als zuchtbuchführender Verband fungiert, als eigene Rasse anerkannt und gewann in der Folge v.a. in England und den USA rasch an Popularität. Etwa zu Beginn der 80'er Jahre begann die Rasse auch auf dem Kontinent verstärkt Fuß zu fassen, bis sie zu Beginn der 90'er einen regelrechten Boom mit all seinen negativen Begleiterscheinungen erfuhr. Heute zählt der Golden Retriever zu den beliebtesten und nach den Welpenstatistiken der zuständigen Zuchtverbände auch häufigsten Rassehunden im angelsächsischen und deutschsprachigen Raum. Daneben ist er v.a. in den skandinavischen und den Benelux-Ländern weit verbreitet. Doch auch in Frankreich, und eingeschränkt auch im süd- und neuerdings auch osteuropäischen Raum, finden sich heute Golden Retriever. thumb|Golden Retriever vor Panorama der Stadt Würzburg Ähnlich der Entwicklung des Labrador Retriever lässt sich in jüngster Vergangenheit die Aufspaltung der Rasse in zwei verschiedene Typen erkennen: Der meist schwerer gebaute, üppig behaarte "show-type" steht dem leichteren, athletischeren "working-" bzw. "field trial type" gegenüber. Mit letzterem, der allerdings auf dem Kontinent (noch?) selten zu finden ist, werden in Großbritannien auch heute noch groß angelegte Such- und Bring-Wettbewerbe (vgl. Apportieren), die sogenannten field-trials durchgeführt.

Größere Differenzen im äußeren Erscheinungsbild sind mittlerweile auch zwischen dem amerikanischen und dem europäischen (= britischem) Typus zu registrieren, auch wenn die jeweiligen Standards des AKC (American Kennel Club) und des britischen KC (Kennel Club) teilweise wortgetreu übereinstimmen.

Verwendung

thumb|left|Die (spielerische) Ausbildung kann nicht früh genug beginnen

Der Golden Retriever wurde ursprünglich für die Jagd gezüchtet. Man hat ihn eingesetzt, um geschossene Vögel (auch aus dem Wasser) zu apportieren (engl.: to retrieve).

Heute ist die Rasse vor allem für ihr ausgeglichenes Wesen, ihre gute Verträglichkeit auch mit fremden Menschen, sowie ganz besonders mit Kindern bekannt. Von den Anlagen her zeichnet alle Retriever eine ausgesprochene Menschenfixiertheit aus, die sich, soweit sie mit viel Einfühlungsvermögen, sowie der nötigen Konsequenz gefördert und gelenkt wird, zu einer bei vielen anderen Hunderassen kaum erreichbaren Leichtführigkeit ausbilden lässt. Dieser sogenannte "will to please" kann den geneigten Betrachter zu der Annahme verleiten für den Hund sei es das größte Glück, seinem Menschen alle Wünsche von den Augen abzulesen.

Diese Leichtführigkeit in Verbindung mit einer hohen Intelligenz und Anpassungsfähigkeit haben dazu geführt, dass der Golden Retriever neben seiner ursprünglichen Verwendung zur Jagd, heute überdurchschnittlich häufig als Blinden- und Behindertenbegleithund, als Rauschgift- und Sprengstoffsuchhund sowie - zumeist - als Familienhund zu finden ist. Im letzten Fall ist es jedoch eminent wichtig, dem Tier eine Beschäftigungsmöglichkeit, eine Aufgabe zu geben, die es idealerweise körperlich und intellektuell auslasten. Gut dazu geeignet sind die Fährtenarbeit, das Dummytraining, die Betätigung in der Suchhundestaffel und in vielen anderen Hundesportarten, die etwas mit Nasenarbeit bzw. Apportieren zu tun haben. thumb|220px|left|Der oben abgebildete Welpe 3 Jahre später, nun als "junge Dame". Apportieren ist noch immer das Größte.


Berücksichtigt man dieses Bedürfnis nach aktiver Betätigung, wird der Golden Retriever jederzeit ein unproblematischer Hausgenosse sein.

thumb|Golden Retriever im Gras

Wesen

thumb|1-jähriger Rüde Der Golden Retriever ist ein intelligenter, freudig arbeitender Hund, dem auch extreme, nasskalte Witterungsbedingungen nichts ausmachen. Dem steht allerdings eine relativ starke Empfindlichkeit hinsichtlich hoher Temperaturen gegenüber. Grundsätzlich ist die Rasse ruhig, geduldig, aufmerksam und niemals aggressiv. Sein Schutztrieb ist im Vergleich zu anderen Hunderassen - wenn überhaupt - nur rudimentär entwickelt. Das unter Retriever-Haltern bekannte Sprichwort: "Ein Golden vertreibt keinen Einbrecher; stattdessen freut er sich über den Besuch und hilft jenem die Wertsachen aus dem Haus zu tragen" kennzeichnet die meisten Hunde dieser Art recht gut. Wie nahezu jede Hunderasse kann auch der nicht erzogene bzw. nicht fachmännisch zur Jagd ausgebildete Golden Retriever zum Wildern oder Streunen neigen. Allerdings ist er meist nicht wildscharf.

Die Haltung eines Golden Retrievers ist, wie auch bei allen anderen Jagdhunden, bewegungs- und trainingsintensiv. Unterforderte, in ihren Arbeitsanlagen nicht geförderte Hunde neigen dazu, unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln. Golden Retriever brauchen die Nähe zu ihrem Rudel, sie sind daher nicht für eine Zwingerhaltung geeignet.

Siehe auch

Retriever, Hunderassen, Hunde, Haushund

Literatur

Weblinks


Kategorie:Hunderasse

See also: Golden Retriever, 1868, 1890, 1913, Apportieren, Bloodhound, Englische Sprache, FCI, Großbritannien, Haushund