Görz
Görz (ital. Gorizia, slowenisch Gorica, furlanisch Gurize) ist eine Stadt im Nordosten Italiens, direkt an der Grenze zu Slowenien. Görz hat etwa 40.000 Einwohner und ist Hauptstadt der Provinz Görz, die zur Region Friaul-Julisch Venetien gehört.
Geographie
Die Stadt liegt am Fluss Isonzo. Östlich von Görz liegt das slowenische Nova Gorica, welches bis 1945 Teil der Stadt gewesen ist.
Geschichte
Die Region liegt am Ende des Birnbaumer Waldes, eines wichtigen Gebirgspasses am Südrand der Alpen, der in der Völkerwanderungszeit germanischen Stämmen als Einfallstor nach Italien diente.
Seit dem Spätmittelalter war die Stadt Sitz der Grafen von Görz, die sich vom Patriarchat Aquileia unabhängig gemacht hatten. Um 1500 kam ihr Gebiet an die Habsburger, wo es die Hauptstadt der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca war. 1809-1815 gehörte sie zu Frankreichs Illyrischen Provinzen, danach bis 1850 zum Königreich Illyrien.
Die Stadt war von alters her dreisprachig (Italienisch, Slowenisch, Furlanisch); daneben gab es auch eine deutschsprachige Bevölkerungsgruppe. 1900 hatte Görz 25.432 Einwohner, davon 16.112 Italiener (italienisch- und furlanischsprachige Einwohner wurden gleichermaßen als Italiener gezählt), 4654 Slowenen und 2760 Deutsche, der Rest Garnison.
Nach dem Kriegseintritt Italiens im Mai 1915 war es erklärtes Ziel der italienischen Heeresleitung, am Isonzo vorzustoßen - vergeblich. 1918 nach dem Waffenstillstand kam das gesamte Gebiet doch an Italien; nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 dann der größte Teil zu Jugoslawien beziehungsweise der damaligen Teilrepublik Slowenien.
Als mit dem Frieden von Paris (1947) von den Siegermächten die Staatsgrenze zwischen Italien und Jugoslawien neu gezogen wurde, hat man auch die Teilung der Stadt Görz sanktioniert. Der kleinere östliche Teil mit dem Bahnhof kam zu Slowenien und bildet seitdem die Stadt Nova Gorica. Erst der EU-Beitritt Sloweniens 2004 beendete die abgeschlossene Grenzsituation und Teilung der Stadt.
Literatur
Wilhelm Baum: Die Grafen von Görz in der europäischen Politik des Mittelalters, Klagenfurt 2000; italienisch: I Conti di Gorizia, Gorizia 2001
Koordinate: 45° 56' Nord, 13° 37' Ost
