Grillen (Biologie)

Grillen
none|300px|Feldgrille (Gryllus campestris)Feldgrille, weibliches Exemplar
Systematik
Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung: Langfühlerschrecken (Ensifera)
Familie: Grillen (Gryllidae)

Die Grillen (Gryllidae) sind eine Familie der Insekten und gehören zur Ordnung der Langfühlerschrecken (Saltatoria), der auch die Laubheuschrecken angehören. Wie die Laubheuschrecken haben sie verlängerte, zum Springen angepasste Hinterbeine und lange schnurartige Fühler (Antennen). Im Gegensatz zu den Laubheuschrecken, die die Flügel in Ruhestellung dachartig nebeneinander stellen, liegen diese bei den Grillen flach übereinander, der rechte über dem linken Vorderflügel. Das Zirpen der Männchen ist höher als das der Feldheuschrecken. Dabei reibt nicht der Flügel am Hinterbein, sondern die Flügel aneinander. Diese Tonerzeugung wird stridulieren genannt. Dazu dient eine gezähnte Schrillader auf der Unterseite des rechten Vorderflügels. Es dient zur Revierabgrenzung und Anlockung der Weibchen. Alle Grillen sind wärmeliebend. Grillen gehören zu den Hemimetabolen, das heißt, ihre Larven sehen den adulten Tieren sehr ähnlich.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitete Arten

In Europa gibt es etwa 80 Arten. Davon sind besonders drei bekannt und verbreitet:

  1. Das Heimchen, Acheta domesticus (L.)
  2. Die Feldgrille, Gryllus campestris (L.)
  3. Die Waldgrille, Nemobius sylvestris (L.)

Die Maulwurfsgrille gehört nicht zu den Grillen, sondern gehört einer extra Familie innerhalb der Saltatoria an (Gryllotalpidae).

Das Heimchen (Acheta domesticus)

Das Heimchen kann in Mitteleuropa wegen des Winters nur in Kompostgruben oder als Abfall- und Vorratsschädling in menschlichen Behausungen überleben. Die Wendung "Heimchen am Herd" hat hier ihre Wurzeln. Wegen seines beruhigenden Gesangs war es oft ein wohlgelittener Gast. In China sperrte man Heimchen in kleine Käfige, um mit ihrem Gesang die Kinder zum Einschlafen zu bringen. Daher auch der wissenschaftliche Name. 'Acheta' bedeutet im Griechischen 'Sänger', 'domesticus' bedeutet im Lateinischen ungefähr soviel wie 'häuslich'.

Die Feldgrille (Gryllus campestris)

Die Feldgrille ist in ganz Mittel-, Ost und Südeuropa verbreitet. Sie lebt in sonnigen Halbtrockenrasen, Heiden und lichten Kiefernwäldern. Sie baut sich bis zu 20 cm lange Höhlen, in denen sie in ihren Jugendstadien auch überwintert. Sie ist sehr scheu, so dass man sie nur selten zu Gesicht bekommt. Sie zieht sich sofort in ihre Höhle zurück, falls ein Mensch naht. Mit einem Grashalm kann sie aber aus ihrem Versteck geekelt werden, dann kommt sie angriffslustig heraus. Ihr weithin hörbares Zirpen kann sehr hartnäckig sein, so dass man es noch hört, wenn es eigentlich schon aufgehört hat. Daher spricht man auch von einer Grille für eine Wahnvorstellung, Schrulle oder fixe Idee.

Die Waldgrille (Nemobius sylvestris)

Die Waldgrille ist viel kleiner (etwa 8 mm ohne Fühler und Beine) als die Feldgrille, daher weniger volkstümlich. Sie ist jedoch ebenso weit verbreitet.

Weblinks

See also: Grillen (Biologie), Familie (Biologie), Fluginsekten