Grimoald der Ältere

Grimoald der Ältere (* um 615; im Kerker in Paris 656/657 hingerichtet) war ein Fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger bzw. Pippiniden, Sohn Pippins des Älteren.

Grimoald übernahm nach einem kurzen Machtkampf 643 das Hausmeieramt seines 640 verstorbenen Vaters. Er führte die Regierungsgeschäfte im austrischen Teil des Frankenreichs an Stelle des merowinischen Königs Sigibert III.. Er ließ seinen Sohn als Childebertus adoptivus (also unter einem Merowinger-Namen, sein wirklicher Name ist unbekannt) von König Sigibert adoptieren, wodurch er hoffte, die merowingische Dynastie zugunsten seiner eigenen Familie stürzen zu können.

Sein Sohn, der nach dem Tode Sigiberts im Jahre 656 als Childebertus adoptivus regierte, scheint zumindest in Austrasien auch sechs Jahre lang, bis zum seinem eigenen Tod 662 anerkannt worden zu sein. Grimoald hingegen wurde wegen dieser Handlungen von Sigiberts Bruder Chlodwig II., der in Neustrien regierte, aus einem Hinterhalt gefangen genommen, nach Paris gebracht und dort 656 oder 657 im Kerker hingerichtet.

Die Dynastie Pippins des Älteren schien damit und nach dem frühen Tod Childeberts 662 bereits erloschen. Aus der Verbindung von Grimoalds Schwester Begga mit Ansegisel, dem Sohn Arnulfs von Metz, ging jedoch Pippin der Mittlere hervor, der die Macht im Frankenreich schließlich wieder für die Familie errang. Pippin der Mittlere wird allerdings entsprechend seiner väterlichen Herkunft den Arnulfingern zugeordnet.

Grimoald war einer Gründer der Abteien in Stablo und Malmedy

See also: Grimoald der Ältere, 615, 640, 643, 656, 662, Ansegisel, Arnulf von Metz, Arnulfinger, Austrasien