Großer Hund
| Daten des Sternbildes Großer Hund | |
|---|---|
| Deutscher Name | Großer Hund |
| Lateinischer Name | Canis Major |
| Lateinische Abkürzung | CMa |
| Lage | auf Himmelsäquator |
| Rektaszension | 6h 11m bis 7h 28m |
| Deklination | -11° 00´ bis -33° 15´ |
| Fläche | 380 Quadratgrad Rang |
| Sichtbar auf Breitengraden | 57° n. Br. bis 90° s. Br. |
| Beobachtungszeitraum für Deutschland | Winter |
| Anzahl der Sterne mit Größe < 3m | 5 |
| Hellster Stern, Größe | Sirius (α Canis Majoris), -1,5m |
| Meteorströme | |
| Nachbarsternbilder (von Norden im Uhrzeigersinn) | Einhorn (Monoceros) Hase (Lepus) |
| 300px|Karte des Sternbildes Großer Hund | |
| thumb|none|300px|Stich des Sternbildes Großer Hund | |
Der Große Hund (Canis Major) ist ein markantes Sternbild des Winterhimmels.
| Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Der Große Hund steht unterhalb des markanten Orion, tief am Winterhimmel. Der Hauptstern Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel.
Westlich erstreckt sich das Band der Milchstraße. Im großen Hund können einige interessante Sternhaufen beobachtet werden.
Mythologie und Geschichte
Der Große Hund gehört zu den 48 Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden.
Das Sternbild ist sehr alt. Bereits die Babyloniern sahen in ihm einen Hund, der den Jäger Orion begleitete. Die Ägypter sahen dagegen in dem Sternbild ihre Göttin Isis. Die Griechen identifizierten ihn mit dem Hund der Aurora, der schneller als alle anderen gewesen sein soll und ordnen ihn ebenfalls als Jagdhund dem Orion zu.
Der helle Stern Sirius (der Gleißende, der Hundstern oder der Stern der Isis) hatte seit je her bei allen Kulturen eine besondere Bedeutung. Zu Zeiten der Pharaonen kündigte sein Aufgang am Morgenhimmel das jährliche Hochwasser des Nil an, das für die ägyptische Landwirtschaft und das Überleben des Volkes äußerst wichtig war. Die Griechen glaubten allerdings, der Sirius würde die sengende Kraft der Sonne verstärken und das Land ausdörren. Sein Aufgehen in den Morgenstunden erfolgte zur Zeit der größten Sommerhitze, die man auch heute noch Hundstage nennt.
Himmelsobjekte
Benannte Sterne
| Stern | Namen | Größe |
|---|---|---|
| α CMa | Sirius, … | -1,5m |
| ε CMa | Adhara | 1,5m |
| δ CMa | Wezen | 1,8m |
| β CMa | Murzim | 2,0m |
| η CMa | Aludra | 2,4m |
| ζ CMa | Phurud | 3,0m |
Sirius (α Canis Majoris) ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,5m der hellste Stern am Nachthimmel. Mit einer Entfernung von 8,7 Lichtjahren ist er einer der nächsten Sterne. Er sendet ein weißliches Licht aus und gehört der Spektralklasse A an.
Der zweithellste Stern im Großen Hund, Adhara (ε CMa), ist mit 500 Lichtjahren Entfernung wesentlich weiter weg. Er ist ein bläulicher, riesenhafter Doppelstern der Spektralklasse B2.
Der dritthellste, Wezen (δ CMa), ist sogar 3.000 Lichtjahre entfernt. Er ist ein weißlich leuchtender Riesenstern der Spektralklasse F8.
Mirzam (β CMa) ist 733 Lichtjahre entfernt und gehört der Spektralklasse B1 an.
Aludra (η CMa), ein Doppelstern in 2.500 Lichtjahren, gehört der Spektralklasse B5 an
Phurud ist 300 Lichtjahre entfernt und gehört der Spektralklasse B3 an. Phurud ist ebenfalls ein Doppelstern.
Doppelsterne
| Objekt | Größen | Spektralklassen | Abstand |
|---|---|---|---|
| ε CMa | 1,5m/7,5m | B2 / A3 | 176" |
| η CMa | 2,4m/7,0m | B5 / A0 | 180" |
| ζ CMa | 3,0m/7,6m | B3 / K0 | 176" |
| 145 CMa (Herschel 3945) | 4,7m/6,5m | K5 / F0 | 7,6" |
Die Doppelsternsysteme η CMa, ζ CMa und 145 CMa können bereits in einem kleineren Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden. Die Komponenten von ε CMa stehen dichter beieinander. Um sie zu trennen benötigt man ein größeres Teleskop.
145 CMa, auch Herschel 3945 genannt, ist ein lohnendes Beobachtungsobjekt. Der Astronom John Herschel entdeckte ihn im Jahre 1837 bei seinen Beobachtungen vom Kap der Guten Hoffnung aus. Im Teleskop zeigen sich ein goldgelb und ein weißlich leuchtender Stern. Die beiden Sterne sind allerdings nicht physikalisch, d.h., durch die Schwerkraft aneinander gebunden, sondern stehen von der Erde aus gesehen in einer Richtung. Es handelt sich also um einen optischen Doppelstern.
Veränderliche Sterne
| Objekt | Größe | Periode | Typ |
|---|---|---|---|
| &omikron; 1 CMa | 3,8m bis 4,0m | unregelmäßig | unregelmäßig Veränderlicher |
| 27 CMa | 4,4m bis 4,7m | unregelmäßig | unregelmäßig Veränderlicher |
| ω CMa | 3,6m bis 4,2m | unregelmäßig | unregelmäßig Veränderlicher |
| UW CMa | 4,8m bis 5,3m | 4,3934 Tage | Beta-Lyrae-Stern |
Die Sterne ο1 CMa (2000 Lj.), 27 CMa (1000 Lj.) und ω CMa (500 Lj.) verändern ihre Helligkeit in unregelmäßigen Abständen, wobei die Helligkeitsschwankungen nicht besonders ausgeprägt sind.
UW CMa ist ein veränderlicher Stern vom Typ Beta-Lyra in 5.000 Lichtjahren Entfernung. Seine Helligkeit ändert sich mit einer Periode von 4 Tagen 9 Stunden und 26 Minuten zwischen 4,8m und 5,3m
Messier- und NGC-Objekte
| Messier (M) | NGC | sonstige | Größe | Typ | Name |
|---|---|---|---|---|---|
| M41 | 2287 | 5m | Offener Sternhaufen | ||
| 2359 | 9m | Gasnebel | |||
| 2360 | 7m | Offener Sternhaufen | |||
| 2362 | 4m | Offener Sternhaufen | |||
| Collinder 140 | 5,5m | Offener Sternhaufen |
Im Großen Hund befinden sich vier offene Sternhaufen und ein Gasnebel. Den Sternhaufen M41 nahm der französische Astronom und Kometenjäger Charles Messier in seinen Katalog nebliger Objekte (Messierkatalog) auf.
M41 kann leicht gefunden werden, da er unterhalb des Sirius steht. Er kann mit bloßem Auge wahrgenommen werden und war wahrscheinlich schon in der Antike bekannt. Der Sternhaufen ist etwa 2.500 Lichtjahre entfernt. Im Fernglas und im kleinen Teleskop bietet er einen sehr schönen Anblick, etwa 40 Einzelsterne werden sichtbar.
NGC 2359 ist ein Gasnebel in etwa 4.000 Lichtjahren, der 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt wurde. Im Teleskop erscheint er als nebliger Fleck. Bei Verwendung eines Interferenzfilters (z.B. UHC-Filter) werden interessante Strukturen sichtbar.
NGC 2360 wurde 1785 von Karoline Herschel entdeckt. Der Sternhaufen ist etwa 5.000 Lichtjahre entfernt. Im größeren Teleskop kann er in viele Einzelsterne aufgelöst werden.
NGC 2362, im Jahre 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt, ist ebenfalls 5.000 Lichtjahre entfernt. Im Farnglas erscheint er sternförmig. Um ihn aufzulösen benötigt man ein größeres Teleskop.
Collinder 140 wurde 1752 von Nicolas Lacaille entdeckt. Er ist etwa 180 Lichtjahre entfernt. In einem größeren fernglas werden etwa 15 Einzelsterne sichtbar.
