Grundkräfte der Physik

Die vier Grundkräfte der Natur, die die Physik kennt, sind:

Inhaltsverzeichnis

Starke Wechselwirkung

Elektromagnetische Wechselwirkung

Schwache Wechselwirkung

Gravitation

Tabellarisch:

Grundkraft   Überträgerteilchen     Masse  
  (GeV/c2)  
  relative  
  Stärke  
  Reichweite  
(m)
  Starke   8 Gluonen   0   1   2,5·10-15  
  Elektromagnetische     Photon   0   10-2   unendlich  
  Schwache   W+, W-, Z0   80, 80, 91   10-13   10-17  
  Gravitation   Graviton   0   10-39   unendlich  

Im Rahmen der klassischen Physik wurden die Kraftgesetze für die Gravitation und die elektromagnetische Wechselwirkung als Axiome betrachtet. In der Quantenfeldtheorie dagegen werden alle vier Kräfte auf den Austausch von virtuellen Bosonen zurückgeführt.

Die Stärken dieser vier Grundkräfte nähern sich mit zunehmender kinetischer Energie der Teilchen, zwischen denen sie wirken, an. Man geht davon aus, dass alle vier Grundkräfte bei den extrem hohen Energien, wie sie unmittelbar nach dem Urknall vorherrschten, gleich stark waren.

Eines der Ziele der Physik ist es, alle Grundkräfte oder Wechselwirkungen in einem vereinheitlichten Gesamtkonzept zu beschreiben. Damit könnte es möglich sein, alle bekannten Kräfte auf eine einzige Grundkraft zurückzuführen. Man spricht auch von vereinheitlichten Theorien oder von den Großen Vereinheitlichten Theorien (GUTs: Grand Unified Theories).

Beispielsweise ist die elektromagnetische Wechselwirkung eine Vereinheitlichung der elektrischen und der magnetischen Wechselwirkung. Ebenso ist es gelungen, die elektromagnetische Wechselwirkung und die schwache Wechselwirkung in der Quantenfeldtheorie der elektroschwachen Wechselwirkung vereinheitlicht zu beschreiben. Es handelt sich daher nach dem gegenwärtigen Stand unseres Wissens streng genommen nur um drei verschiedene und voneinander unabhängige Grundkräfte.

Siehe auch: Eichboson

See also: Grundkräfte der Physik, Atomkern, Axiom, Betazerfall, Boson, Chemie, Confinement, Eichboson, Elektrizität, Elektromagnetische Wechselwirkung