Guttapercha
thumb|Struktur von Guttapercha
right|thumb|200px|Zahn 46 nach einer Wurzelbehandlung incl. Guttapercha-Wurzelfüllung, Wurzelspitzenresektion und Stiftaufbau mit Krone
Die (oder auch das) Guttapercha (malaiisch: getah = Gummi, percha = Baum) ist der eingetrocknete Milchsaft der im malaiischen Raum heimischen Palaquium-Bäume, steht chemisch dem Kautschuk nahe, ist aber im Gegensatz zu diesem nicht cis-, sondern trans-1,4-verknüpftes Polyisopren mit weit geringerer molarer Masse. Bei Zimmertemperatur ist es härter und nicht so elastisch, wird aber bei ca. 50 °C weich und knetbar.
Wegen seiner guten Isoliereigenschaften wurde das Terpen jahrzehntelang, mit einem von der "Telegraphenanstalt Siemens & Halske" entwickelten Verfahren, zur Umhüllung von elektrischen Kabeln verwendet. Der Golfball war in der Vergangenheit auch ein typisches Anwendungsbeispiel für dieses Material. Sehr verbreitet waren Eimer aus Guttapercha in der chemischen Industrie, bevor die moderneren Materialien verfügbar waren. Insbesondere in Dynamitfabriken wurden Guttaperchaeimer zum Transport von kleineren Sprengölchargen verwendet und sind auf älteren Abbildungen häufig zu sehen.
In der Zahnmedizin wird es als provisorisches Füllmaterial und zur Herstellung von Abdrücken sowie zum Verfüllen der Wurzelkanäle bei Wurzelkanalbehandlungen verwendet.
