GWUP
Die GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) wurde am 11. Oktober 1987 gegründet und ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein, in dem sich über 700 Wissenschaftler und wissenschaftlich Interessierte für Aufklärung und kritisches Denken, für sorgfältige Untersuchungen parawissenschaftlicher Behauptungen und für die Popularisierung wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse einsetzen. Die GWUP geht davon aus, dass wissenschaftliche Erkenntnis nicht nur möglich ist, sondern uns auch im Großen und Ganzen zuverlässiges Wissen über die Welt liefert. Als Konsequenz fordert die GWUP die Untersuchung parawissenschaftlicher, paramedizinischer oder esoterischer Behauptungen mit wissenschaftlichen Methoden.
| Inhaltsverzeichnis |
Die Ziele der GWUP
Die GWUP hat sich selbst zum Ziel gesetzt, aus wissenschaftlicher Sicht über Parawissenschaften, Pseudowissenschaften und verwandte Überzeugungssysteme zu informieren. Sie wendet sich gegen pseudowissenschaftliche Behauptungen und esoterische Heilslehren und möchte durch fundierte Informationen die Anfälligkeit für pseudowissenschaftliche Vorstellungen und Versprechungen abbauen.
- Förderung der Wissenschaften und Anwendung ihrer Methoden auf Para- und Pseudowissenschaften,
- Förderung kritischen Denkens, um damit die Anfälligkeit für pseudowissenschaftliche Vorstellungen und Versprechungen abzubauen,
- Information der Öffentlichkeit über para- und pseudowissenschaftliche Behauptungen auf der Basis des aktuellen wissenschafltichen Kenntnisstandes
- Förderung und eigene Durchfürung von Untersuchungen zu parawissenschaftlichen Thesen,
- Verbreitung und Erklärung von Wissenschaften und insbesondere ihrer Methoden,
- Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Personen, Organisationen und Institutionen, z.B. dem Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP) und dem European Council of Skeptical (ECSO).
Ausrichtung
Die GWUP beschäftigt sich nicht mit religiösen Fragen, die sich einer wissenschaftlichen Untersuchung entziehen. Die Skeptiker in der GWUP stellen Fragen zu Phänomenen, die vor allem parawissenschaftlicher, paramedizinischer und esoterischer Natur sind oder die oft voreilig dem Bereich des Übersinnlichen zugeordnet werden. Dabei wird gefragt: Stimmen die gemachten Behauptungen? Sind sie getestet worden, und wenn ja, wie? Halten die Belege einer Überprüfung stand? Die GWUP weist auch auf möglicherweise gefährliche Folgen parawissenschaftlicher Thesen hin, wie sie vor allem im Bereich der so genannten alternativen Medizin gegeben sein können. Skeptizismus heißt für die Mitglieder der GWUP, das kritische Nachfragen nicht an beliebiger Stelle abzubrechen, vor allem dort, wo es liebgewonnene Auffassungen gefährdet. Der moderne Skeptizismus sucht also entsprechend dem Ursprung des Wortes skeptomai (= ich untersuche, prüfe) die kritische Prüfung von Hypothesen. Im Gegensatz zum klassischen radikalen Skeptizismus (Pyrrhon, Sextus Empiricus, Montaigne, u.a.), gibt die GWUP für sich als Ziel vor, einen methodischen und gemäßigten Skeptizismus zu betreiben und nicht die Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt zu bestreiten.
Die Skeptiker werden von zahlreichen renommierten Wissenschaftlern und Journalisten unterstützt. In der GWUP befinden sich nach eigenen Angaben viele Psychologen, Physiker, Mediziner, Journalisten, Ingenieure, Chemiker, Soziologen, BWLer, Juristen, Lehrer uvm. Der Verein hat seinen Sitz in Roßdorf bei Darmstadt. Er betreibt dort auch ein Skeptisches Zentrum als Informationsanlaufstelle.
Der Verein gibt seit 1987 den SKEPTIKER - Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken (früher: Skeptiker - Parawissenschaften unter der Lupe) heraus, der viermal im Jahr erscheint. Der Skeptiker hinterfragt nach eigenen Angaben aus einer interdisziplinären Perspektive heraus den Wahrheitsgehalt von parawissenschaftlichen Behauptungen kritisch, undogmatisch und mit wissenschaftlichen Methoden. Dabei werden die psychosozialen Hintergründe paranormaler Überzeugungssysteme analysiert und auf möglicherweise problematische Konsequenzen von pseudowissenschaftlichen Thesen hingewiesen. Die Zeitschrift wird ehrenamtlich erstellt.
James-Randi-Preis
Bei der GWUP können außerdem Vortests für den von der James Randi Educational Foundation ausgelobten James-Randi-Preis über 1.000.000 Dollar durchgeführt werden. Dieser Preis wurde für den Fall ausgesetzt, dass es den Vertretern paranormaler, übernatürlicher oder okkulter Phänomene gelänge, ihre behaupteten Leistungen unter wissenschaftlichen Testbedingungen nachzuweisen. Bislang hat allerdings niemand den Vortest bestanden. Der Preis ist jedoch auch innerhalb der Skeptikerbewegung umstritten, da einige wenige darin eine aggressive Polarisierung der Thematik sehen. Kritiker äußern auch Zweifel an der Fairness und Transparenz des Preisausschreibens.
Kritik an der GWUP
Kritiker werfen der GWUP vor, dass sie Paranormales pauschal ablehnt. Sie werfen den Mitgliedern vor, voreingenommen zu sein und dogmatisch gegen Esoteriker vorzugehen. Um 1999 gab es auch innerhalb der GWUP eine Diskussion, in der einige wenige Mitglieder, unter anderem der damalige Redaktionsleiter der Vereinszeitschrift, diese Kritik anbrachten. Sie unterlagen in einer offenen Abstimmung und nach längeren Diskussionen in der GWUP Mitgliederversammlung sehr deutlich, da die genannten Argumente nicht überzeugend waren. Die Kritiker gründeten daraufhin die Gesellschaft für Anomalistik.
siehe auch: Skepsis, Skeptizismus
Weblinks
- Homepage der GWUP
- Kritik an der Arbeit von GWUP, CSICOP und anderen Skeptikerorganisationen
- Erwiderung zur Kritik an der GWUP
- GWUP-Psi-Tests bei Quarks & Co (WDR)
- Skeptiker in der ZEIT
- Kritik am PSI-Test
