Hafenstraße

Die Hafenstraße ist ein Begriff für die ehemals besetzten Häuser der St.Pauli-Hafenstraße und Bernhard-Nocht-Straße in St. Pauli, Hamburg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die betroffenen Häuser im Eigentum der Stadt Hamburg standen leer obwohl, wie sich später herausstellte, sie zwar von Verfall betroffen aber durchaus rentabel wieder instand zu setzen waren. Das Vorhaben, den vorhandenen Wohnraum zunächst leerstehen zu lassen um die Grundstücke nach einem späteren Abriss einer profitableren Verwendung zuzuführen, führte schließlich 1981 zur Besetzung der Häuser durch Gegner einer solchen Praxis.

Seit Beginn der Hausbesetzung, vor allem in der Zeit zwischen 1984 und 1990, ist die Geschichte der Hafenstraße verbunden mit den Bedürfnissen von Menschen und den daraus resultierenden Konflikten in der Gesellschaft und mit dem Staat.

Diese Konflikte wurden 1987 auf den Punkt gebracht. Als die laufenden Verhandlungen um einen neuen Vertrag zwischen Bewohnern und dem Senat der Freien und Hansestadt Hamburg beiderseitig als gescheitert angesehen wurden, errichteten die Bewohner und ihre Unterstützer Barrikaden um die Häuser, um eine drohende Räumung zu verhindern. Dadurch wurde ein Kompromiss erreicht, ein neuer Vertrag wurde unterzeichnet, die Barrikaden wurden abgebaut und es kam zu einer friedlichen Lösung.

Im Jahr 1990 kam es mit der Begründung, Personen aus dem Umfeld der Roten Armee Fraktion zu suchen, zu einer Durchsuchung aller Häuser durch Polizei und Bundesanwaltschaft.

Gegenseitige Provokationen von Bewohnern, Behörden und der Polizei führten bis heute, wenn auch seltener geworden, immer wieder zu Krawallen und Polizeieinsätzen. In der Folge solcher Ereignisse wurden von Stadt, Behörden und Polizei Planspiele entworfen, um eine Räumung herbeizuführen. Das Interesse der Bewohner bestand darin, den Abriss der Häuser zu verhindern, billigen Wohnraum zu erhalten und in diesen Raum ein selbstbestimmtes Leben ohne Entfremdung zu führen.

Innerhalb des Konfliktes wurde immer wieder versucht, den Zusammenhang zu anderen sozialen Konflikten herzustellen, was sowohl die Stärke der Hafenstraße ausgemacht hat, als auch Grund für die staatliche Repression war.

Heute besteht die Hafenstraße aus 12 Häusern, die Eigentum einer Genossenschaft sind. Entscheidungsgremium ist nach wie vor das Plenum, eine Versammlung aus Bewohnerinnen und Bewohnern, Anwohnern und (zur jeweiligen Sachlage) Betroffenen, entschieden wird nach dem Konsensprinzip.

Nah der Hafenstrasse, am Pinnasberg, befindet sich das Park Fiction-Projekt.

Filme

Bezug über: MPZ – Medienpädagogisches Zentrum e.V., Susannenstraße 14 c,d, 20357 Hamburg

Ton

Literatur

Weblinks

See also: Hafenstraße, 1981, 1984, 1987, 1990, Bundeskriminalamt, Deutschland, Entfremdung, Generalbundesanwalt, Genossenschaft