Hagen

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt die Stadt Hagen, weitere Bedeutungen unter Hagen (Begriffsklärung)
Wappen Karte
140px|Wappen fehlt
Wappenabbildung auf hagen.de
140px|Lage der kreisfreien Stadt Hagen in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Regionalverband: Regionalverband Ruhr
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 160,4 km²
Einwohner: 200 598 (31. März 2005)
Bevölkerungsdichte: 1.251 Einwohner je km²
Höhe: 106 m ü. NN
Postleitzahl: 58000 bis 58139
Vorwahlen: 02331
02334 (Hohenlimburg)
02337 (Dahl)
Geografische Lage: 51° 22' n. Br.
07° 29' ö. L. (Rathaus)
Kfz-Kennzeichen: HA
Gemeindeschlüssel: 05 9 14 000
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 11
58095 Hagen
Website: www.hagen.de
E-Mail-Adresse: info@stadt-hagen.de
Politik
Oberbürgermeister: Peter Demnitz (SPD)
Schulden: 369 Mio. Euro

(Stand: 31.12.02)

Bevölkerung
Arbeitslosenquote: 14,5 % (31.03.05)
Ausländeranteil: 13,9 %
Altersstruktur:
0-18 Jahre: 19,5 %
18-64 Jahre: 60,2 %
ab 65 Jahre: 20,3 %

Hagen ist eine kreisfreie Großstadt und liegt im westfälischen Teil des Ruhrgebiets.

Die Stadt gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen, ist Mitglied im Regionalverband Ruhr und ist in der Landesplanung als Oberzentrum ausgewiesen. Seit 1848 ist Hagen ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt - unter anderem zählen die Bahnanlagen in HA-Vorhalle zu den größten Rangierbahnhöfen Europas. Hagen ist Amts- und Landgerichtsitz sowie Sitz mehrerer überregionaler Institute, Behörden und Verwaltungsstellen. In der Stadt befindet sich die einzige Fernuniversität Deutschlands - mit über 40.000 Studenten die größte Universität des Ruhrgebiets und eine der größten in Deutschland (siehe Liste deutscher Hochschulen).

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Geologie

Allgemeine Geografie

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd Richtung 17,1 und in West-Ost Richtung 15,5 km. Die Stadtgrenze von 89,7 km setzt sich zusammen aus 3,3 km zu Dortmund, 9 km zum Kreis Unna, 56,6 km zum Ennepe-Ruhr-Kreis und 20,8 km zum Märkischen Kreis. Der Höhenunterschied vom tiefsten Punkt an der Ruhr bei Vorhalle (86 m ü.N.N.) zum höchsten Punkt östlich von Bölling (438 m ü.N.N.) 7°33'48"E, 51°17'30"N beträgt 352 m.

Die Fläche von 160,4 km² ist in etwa so groß wie das Fürstentum Liechtenstein mit 160 km².

thumb|right|Friedrich-Ebert-Platz mit historischem Rathausturm

42 % des Hagener Stadtgebietes setzen sich aus Wald zusammen, mehr als in jeder anderen NRW-Großstadt. Die vier Flüsse erstrecken sich in Hagen über eine Länge von 52,2 km. Ruhr 11,5 km, Lenne 13,1 km, Volme 21,3 km und Ennepe 6,3 km. Die größten Steigungen ( über 20% ) innerhalb des Stadtgebietes:

Geologie und Paläontologie

Der Raum Hagen gilt seit dem frühen 19. Jahrhundert als eine klassische Fundregion der Paläontologie und Archäologie.

Im Stadtgebiet stehen verschiedene Gesteine und Ablagerungen vom Devon bis zum Karbonan. In Karsthöhlen und -spalten des Massenkalkes haben sich Meeres- und Landablagerungen aus der Kreidezeit und des Tertiär sowie aus dem Holozän erhalten. Noch heute ist der Raum Hagen einer der wichtigsten Fundorte für Fossilien aus dem mittleren und oberen Devon und unteren Karbon. Zahlreiche bekannte Fundstellen, die noch in den 1980er Jahren zugänglich waren, wurden jedoch bis heute überbaut oder sind zugeschüttet worden.

In Hagen-Ambrock im Volmetal wurden Reste von Landpflanzen aus dem mittleren Devon entdeckt. Der breite Massenkalkzug mit Dolomit - Reste eines devonischen Korallenriffs - zwischen Schwelm und Balve führte seit dem frühen 19. Jahrhundert zu einem intensiven Abbau in Steinbrüchen.

Die frühere Ziegeleigrube Hagen-Vorhalle ist der weltweit wichtigste Fundort von 315 Millionen Jahre alten Insekten und anderen Fossilien, darunter Urlibellen mit Flügelspannweiten von 40 cm und Riesentausendfüßler, aus dem flözleeren Oberkarbon. Der Steinbruch Hagen-Vorhalle stellt ein bedeutendes Geotop dar, das Weltgeltung für die paläontologische Forschung hat. Wesentliche Funde aus dem Steinbruch sowie aus der gesamten Region sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen zu sehen.

Aber auch andere Fossilienfundstellen mit Tier- und Pflanzenresten aus dem Paläozoikum bis zum Mesozoikum lieferten wichtige Beiträge zur Forschung. In der Umgebung von Hagen fanden sich z.B. die Knochen von Sauriern und frühen Säugetieren sowie Pflanzen aus der Kreidezeit.

Auf den Hochflächen von Emst, Dahl und Hohenlimburg haben sich Ablagerungen von frühen Flussterrassen der Lenne und Ruhr aus dem Tertiär erhalten. In Spaltenfüllungen des Massenkalkes bei Emst und Hohenlimburg fanden sich Haizähne, Landschnecken und Knochen von Säuge- und Meerestieren aus dem Tertiär.

Klima

Klimadaten im langjährigen Mittel (1956-2004):

Monat Temperatur Niederschlag
Januar 1,7 °C 93,2 mm
Februar 2,5 °C 79,8 mm
März 5,7 °C 79,1 mm
April 9,0° C 64,3 mm
Mai 13,4° C 69,8 mm
Juni 16,1° C 85,2 mm
Juli 17,8° C 88,2 mm
August 18,0° C 81,9 mm
September 14,9° C 75,1 mm
Oktober 10,6° C 79,1 mm
November 5,5° C 84,5 mm
Dezember 2,6° C 101,2 mm

Stadtgliederung

Hagen gliedert sich in fünf Stadtbezirke (Daten 31. Mai 2004):

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Hagen

Im Jahre 775 wurde die nahe der Hagener Stadtgrenze zu Dortmund über der Ruhr-Lennemündung gelegene "sächsische" Hohensyburg (Sigiburg) durch Truppen Kaiser Karl der Große erobert. Mit der Überlieferung dieser Eroberung in den "Annales Laureshamenses" (Lorscher Annalen) tritt der Raum Hagen in die Geschichtsschreibung.

Im Mittelalter war das Dorf und Kirchspiel Hagen relativ unbedeutend und stand politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich weit hinter den märkischen Stadtgründungen im Umland sowie in der benachbarten Grafschaft Limburg. Erst durch die Gründung einer Klingenschmiedsiedlung (Alte Riege) in Hagen-Eilpe 1661, und mehrere mit Wasserkraft betriebene Hammerwerke und Schmieden auf der so genannten Ennepestrasse erlangte Hagen eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung.

Ein Brand zerstörte 1724 einen Großteil der Gebäude. Die mit Hilfe des preußischen Staatsverwaltung wiederaufgebaute Stadt Hagen besitzt seit dem 3. September 1746 Stadtrechte. Seit 1817 ist Hagen Sitz eines Amtes und eines Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg. 1837 wurde die revidierte Städteordnung und ein Magistrat eingeführt. Im Zuge der Industrialisierung wurde Hagen 1848 an das Bergisch-Märkische Eisenbahnnetz angeschlossen und entwickelte sich zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt.

Während der Kaiserzeit 1871-1914 erlebte Hagen eine Blütezeit. Durch die Urbanisierung und Industrialisierung entwickelte sich die Stadt zum Oberzentrum für die gesamte Region. Im Jahr 1887 schied Hagen verwaltungsrechtlich aus dem Kreis Hagen aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1928 die 100.000-Grenze. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde in der "Battle of the Ruhr" die Hagener Innenstadt total zerstört.

Die durch den raschen Wiederaufbau nach Kriegsende entstandenen "Bausünden" werden seit den 1990er Jahren unter anderem durch die Volmegalerie, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und den Neubau des Rathausverwaltungstraktes behoben.

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils am 31. Dezember):

Politik

Oberbürgermeister

Seit 1996 ist der Oberbürgermeister wieder der hauptamtliche Leiter der Verwaltung.

Stadtrat

Stadtwappen und Stadtname Das Hagener Stadtwappen ziert eine stilisierte Eiche auf blauem Grund (Ausführliche Informationen).

Der Ursprung des Namens Hagen ist nicht genau bekannt. Von Namens- und Heimatforschern werden oft abenteuerliche Theorien und Spekulationen vorgebracht. Der Flurname Hagen bezeichnete im ausgehenden Mittelalter einen niedrigen Erdwall mit Pfählen, oft durch Weidengeflecht verbunden, um ein Gehöft vor Eindringlingen zu schützen und das Fortlaufen des Viehs zu verhindern. Manchmal trat an Stelle der Pfähle lebendes Buschwerk, der Hagedorn mit der Hagerose und den Hagebutten. Hier in seinem Hagen saß der Bauer geschützt und sicher, es war ihm behaglich. Er hegte seinen Besitz, und wer ihm ins Gehege kam, dem konnte leicht unbehaglich werden.

Städtepartnerschaften Hagen unterhält mit folgenden Städte Städtepartnerschaften:

Kultur und Freizeit

Öffentliche Kultureinrichtungen

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Karl-Ernst-Osthaus-Museum (2005-04-08)

Als Oberzentrum besitzt Hagen eine Anzahl von bundesweit bedeutenden Kultureinrichtungen:

Freie Kulturzentren und sonstige Kultureinrichtungen

Bauwerke und Naturdenkmäler

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Johanniskirche von Osten (2005-04-08)

In Hagen sind zahlreiche Natur- und Bodendenkmäler sowie historische Baudenkmäler vorhanden (seit dem Mittelalter):

Siehe auch: gesprengtes Sparkassenhochhaus "Langer Oskar"

Parks

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Volkspark mit Brunnen (2005-04-08)

Hagen ist eingebettet in eine waldreiche Mittelgebirgslandschaft, daneben gibt es im innerstädtischen Bereich den Volkspark und den Ferdinand-David-Park im Stadtzentrum sowie den Stadtgarten innenstadtnah oberhalb des Fichte-Gymnasiums.

Sport

Phoenix Hagen (2. Bundesliga)
BBV Hagen e.V. (1. Regionalliga West)
Hagen ist Sitz des Deutschen Basketball Bundes (DBB)

die meisten Fußball-Fans in Hagen sind allerdings Anhänger des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, der in der Hagener Nachbarstadt Dortmund beheimatet ist

Freizeit

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Hasper Kirmeszug Juni 2005

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Autobahnen legen 32,7 km zurück. A 1/E 37 (Hansalinie) 10,7 km, A 45/E 41 (Sauerlandlinie) 14,8 km, A 46 7,2 km. Über folgende Anschlußstellen verfügen die Autobahnen auf Hagener Stadtgebiet: Hagen-Nord, Hagen-West (A1); Hagen-Süd (A45); Hagen-Hohenlimburg, Hagen-Elsey (A46).

Durch das Hagener Stadtgebiet führen die Bundesstraßen B7, B54 und B226 mit einer Gesamtstrecke von 41,0 km.

Der Hagener Stadtteil Haspe war Ausgangspunkt der Kleinbahn Haspe-Voerde-Breckerfeld, die während ihres Betriebes als Straßenbahn durch das städtische Unternehmen Hagener Straßenbahn AG als schönste Straßenbahnstrecke Deutschlands galt.

Hagens Flugplatz (Sonderlandeplatz) bei Hof Wahl liegt ca. 1km nördlich der Hasper Talsperre. Pläne für einen Verkehrsflughafen in Hagen-Emst mussten von der Stadtverwaltung bereits in den 1930er Jahren aufgegeben werden.

Hagens Hauptbahnhof ist ein wichtiger Bahnhof vom Ruhrgebiet ins Sauerland und Siegerland. Hier laufen die Ruhr-Sieg-Strecke aus dem Süden und die wichtige Eisenbahnachse Köln/Düsseldorf - Wuppertal - Hagen - Hamm/Münster zusammen.

Hagen Hbf ist ICE-Bahnhof, an den ICE-Strecken Berlin Ostbahnhof - Bonn und Dortmund - Basel gelegen.

Weitere Bahnhöfe Hagens im Personenverkehr:

Öffentliche Einrichtungen

Bildung und Forschung

Die Stadt beherbergt die FernUniversität in Hagen, die Fachhochschule Südwestfalen mit dem Standort Hagen und die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Studienort Hagen der Abteilung Gelsenkirchen. In Hagen sind alle Schulformen vorhanden. Die Weiterbildung wird im Wesentlichen von der Volkshochschule Hagen und dem Rahel-Varnhagen-Kolleg bestritten. Außerdem in Hagen ansässig ist das Deutsche Institut für publizistisch Bildungsarbeit, kurz Journalisten-Zentrum Haus Busch. Hier lassen sich Journalisten aus dem ganzen Bundesgebiet aus- und weiterbilden.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Politik und Wirtschaft

Kunst und Musik

Wissenschaft und Forschung

Sport

Weblinks

20px WikiCommons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema Hagen


See also: Hagen, 1. Juli, 13. Jahrhundert, 1661, 1665, 1722