Hallenkirche

Der Bautyp Hallenkirche ist durch die Gestalt des Langhauses gekennzeichnet. Dessen Schiffe sind von gleicher oder annähernd gleicher Höhe, oft unter einem einzigen gemeinsamen Satteldach vereinigt. Neben der am häufigsten anzutreffenden dreischiffigen Form, gibt es auch fünfschiffige und asymetrische mit nur einem Seitenschiff. Hallenkirchen können schlichte Holzbalkendecken oder Gewölbe besitzen. Sie sind mit oder ohne Querhaus anzutreffen und mit unterschiedlicher Ausbildung des Chors erbaut. Da differenzieren Raumgliederungen zurücktreten, wirken Hallenkirche durch ihren großzügigen Innenraum.

Von einer pseudobasikalen Hallenkirche spricht man, wenn die Raumhöhe in den Seitenschiffen entsprechen der Dachneigung deutlich unter der des Mittelschiffs bleibt. Im Unterschied zur Basilika fehlt der Hallenkirche der Obergaden (auch Lichtgaden).

thumb|300px|St. Marien in Pirna (spätgotische Hallenkirche)

Wohl seit dem 9. Jahrhundert begann in Italien die Entwicklung des dreischiffigen gewölbten Raumes, unterhalb des Chors als Grablege genannt. Eine solche Hallenkrypta zeigt z.B. auch der Dom zu Speyer. Frühe Beispiele von Hallenkirchen in Deutschland stammen aus dem 12. Jahrhundert. Seit dem 14. Jahrhundert wird dieser Bautyp bei Stadtpfarrkirchen bevorzugt. Als bedeutendste frühgotische Hallenkirche gilt die Elisabethkirche in Marburg.

In den Städten Westfalens erreichten bürgerliche Hallenkirchen eine Sonderform von im Ideal quadratischem Grundriss. Wichtige Beispiele sind die Petrikirche in Dortmund, die Wiesenkirche in Soest und die Lambertikirche in Münster.

In der Gotik war die Hallenkirche besonders in Deutschland beliebt und gilt als typisches Merkmal deutscher Sonderformen des gotischen Stils. Als Grund wird angenommen, dass Hallenkirchen wegen des einfacheren Wandaufbaus gegenüber der Basilika kostengünstger waren. Bei der Hallenkirche entfällt gegenüber der Basilika eine Fensterzone, das Triforium und die Strebebögen, einfache Strebepfeiler genügten.

Eine weitere Form des Kirchenbautyps mit gleich hohen Schiffen stellen die so genannten obersächsischen Hallenkirchen dar. Beispiele sind der Freiberger Dom, die St. Wolfgangskirche (Schneeberg), die Marienkirche in Marienberg (Erzgebirge), die St. Annenkirche (Annaberg-Buchholz) und die Kirche St. Marien in Pirna.

Die größte spätgotische Hallenkirche östlich von Wien ist die Schwarze Kirche in Kronstadt, Siebenbürgen aus dem 14. Jahrhundert.

Siehe auch

[[Bild:Schleswiger-dom-gotische-hallenkirche.jpg|thumb|left|]]

See also: Hallenkirche, 12. Jahrhundert, 14. Jahrhundert, 9. Jahrhundert, Basilika, Brasov, Chor, Dom, Dortmund, Elisabethkirche (Marburg)