Hamburger Aufstand
Der Hamburger Aufstand von 1923 war ein von der militanten Sektion der KPD in Hamburg, der KP Wasserkante, am 23. Oktober 1923 begonnener Sturm auf 24 Polizeireviere (17 in Hamburg, sieben in Schleswig-Holstein). Ob die Hamburger Genossen gegen die Weisung der Zentrale der KPD handelten ist bis heute umstritten.
Neben Hamburg waren Altona und der Kreis Stormarn Schauplatz des Umsturzversuches. So wurden die Polizeidienststellen in den stormanischen Gemeinden Bramfeld und Schiffbek überfallen und die Dienstwaffen erbeutet. In Bad Oldesloe, Ahrensburg und Rahlstedt wurden Eisenbahn- und Straßenblockaden durchgeführt. In Bargteheide wurde der Gemeindevorsteher von den Aufständischen festgenommen und eine "Sowjetrepublik Stormarn" ausgerufen.
Der Aufstand brach jedoch zusammen, da es weder zum ersonnenen Generalstreik noch zur Unterstützung durch die Bevölkerung kam. Nur in Barmbek, Eimsbüttel und dem stormanischen Ort Schiffbek konnten sich die Revolutionäre zwei Tage lang halten, ehe die Polizei auch dort die Kontrolle zurückerlangte. Der Aufstand forderte insgesamt über 100 Tote und 300 Verwundete. 1.400 Personen wurden festgenommen. Der größte Prozeß gegen insgesamt 191 Aufrührer fand ab Februar 1925 im Landgericht Altona wegen der Schiffbeker Unruhen statt.
Literatur
- Bernhard H. Bayerlein; Leonid G. Babicenko u.a. (Hrsg.): Deutscher Oktober 1923. Ein Revolutionsplan und sein Scheitern, Berlin 2003. (Archive des Kommunismus - Pfade des XX. Jahrhunderts. 3).
- Angelika Voß, Der "Hamburger Aufstand" im Oktober 1923, in: Angelika Voß, Ursula Büttner, Hermann Weber: Vom Hamburger Aufstand zur politischen Isolierung. Kommunistische Politik 1923 - 1933 in Hamburg und im Deutschen Reich, Hamburg 1983, 9-54.
- Louis Biester (postum), Der Kommunistenputsch 1923, in: Jahrbuch für den Kreis Stormarn (1985), 73-76.
